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Unzüchtig schauen wird zum Strafbestand

Unzüchtig schauen wird zum Strafbestand
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בסייד

Der Talmud und Maimonides haben die menschliche Natur bereits vor 2000 Jahren beschrieben

Ein Freund aus London schickte mir einen Zeitungsbericht, in dem ein topdetective von Transport for London (der Londoner Verkehrsgesellschaft, TfL) davor warnt, dass das Anstarren in der Metro strafrechtlich verfolgt wird. Sarah White ruft die Menschen dazu auf, Vorfälle von “ungesundem Sexualverhalten” zu melden. Sie hat eine Kampagne zum Schutz von Frauen und Mädchen vor Belästigungen wie Hochziehen des Rocks, Anpöbeln, Nachrufen und anderem provokanten und unkeuschen Verhalten gestartet. Die Sicherheit von Frauen und Mädchen hat für TfL absolute Priorität.

Überall hängen Plakate, die darauf hinweisen, dass “aufdringliches Anstarren” nicht mehr geduldet wird, weil die Zahl der gemeldeten Sexualdelikte im vergangenen Jahr extrem hoch war: “Aufdringliches, anzügliches Anstarren ist sexuelle Belästigung und wird nicht toleriert”. Anstarren führt zu ungesundem Verhalten, sagt sie: “Die Menschen starren. Das ist normal. Es ist jedoch etwas ganz anderes, wenn jemand sexuell motiviert starrt”. Die Zahl der Vergewaltigungen in England ist im vergangenen Jahr auf den Rekordwert von 61.158 gestiegen.

Unzüchtig schauen wird zum Strafbestand

TfL will dieses Anstarrten untersuchen, denn das ist das Verhalten, das darauf schließen lässt, dass jemand an sexuelles Fehlverhalten denkt. Sara White: “Wir registrieren die Meldungen als Verbrechen und gehen ihnen nach. Wir haben in diesem Bereich erfolgreiche Strafverfolgungen durchgeführt”. TfL fügt hinzu: “Sexuelle Belästigung ist eine Form der Gewalt, die sich in der Regel gegen Frauen und Mädchen an öffentlichen Orten richtet”. Ziel dieser neuen Kampagne ist es, dafür zu sorgen, dass jeder sorgenfrei reisen kann. Sexuelle Belästigung ist inakzeptabel. Das wird streng geahndet werden. Vergewaltigungen machten 37 Prozent aller polizeilich erfassten Sexualdelikte aus.

Früher wurden wir ausgelacht

In der Vergangenheit wurden wir oft wegen unserer – in den Augen vieler ‚aufgeklärter Geister‘ – strengen Regeln für Tzniut – Bescheidenheit und Sittlichkeit- ausgelacht. Heute haben mehr Menschen erkannt, dass die Verletzung dieser Regeln die Welt in ihren Grundfesten erschüttert.

Verbindung zwischen ruchniut und gaschmiut, himmlisch und irdisch

Das Judentum sieht den Menschen als eine paradoxe Kombination aus Körper und Geist. Diese Verbindung von Körper und Geist wird als etwas Wunderbares erlebt, das die Einzigartigkeit des Menschseins bestätigt. Einerseits trägt der Mensch Züge dieser Welt in sich, andererseits gehört er zu höheren Sphären. Damit ist er die einzig mögliche Verbindung zwischen den beiden:

“Der Mensch ist in dreierlei Hinsicht wie ein Engel und in dreierlei Hinsicht wie ein Tier; er ist in dreierlei Hinsicht wie ein Engel, weil er einen Verstand wie ein Engel hat, aufrecht geht wie ein Engel und sprechen kann wie ein Engel. In dreierlei Hinsicht ist der Mensch aber auch wie ein Tier, denn er isst und trinkt wie ein Tier, pflanzt sich fort wie ein Tier und scheidet die unbrauchbaren Teile seiner Nahrung aus wie ein Tier” (B.T. Chagiga 16a).

Die menschliche Natur

Das Judentum, wie es im Talmud und in den Werken von Maimonides beschrieben ist, stellt strenge Verhaltensregeln auf, die sicherstellen, dass Menschen – ob männlich oder weiblich – nicht in schwierige Situationen geraten, die sehr unangenehme Folgen haben, auch für viele unschuldige Opfer.

Maimonides sagt Folgendes über die menschliche Natur (Isuree Bia 22:18ff):

“Nichts in der Tora (Bibel) ist für die Mehrheit der Menschen so schwer zu vermeiden wie Inzest und andere verbotene sexuelle Beziehungen”. Außerdem sagten unsere Weisen: “Der Mensch sehnt sich nach Diebstahl und unmoralischen Beziehungen. Man findet in keiner Generation eine Gemeinschaft, in der es keine Menschen gibt, die gegen die Regeln der unmoralischen Beziehungen verstoßen”.

Schließlich erkennt unsere Gemeinschaft an, dass die Worte der Tora eine gute Grundlage für eine gesunde Gesellschaft sind.

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Written by Dajan Raphael Evers

Oberrabbiner von Düsseldorf /Dajan des Europäischen Beit Din's

Bekannt für seine enzyklopädischen Kenntnisse in fast allen Bereichen des Judentums. Ist ein Mitglied in CER (Konferenz der europäischen Rabbiner) sowie im europäischen Beit Din.

Hat mehrere Bücher geschrieben. Darunter: „Talmudisches Denken“, „Die Echte Torah“, „Schaatnes Gesetze“.

Im Moment widmet sich dem Ziel das jüdische Leben in Düsseldorf wieder aufzubauen.

Sprachen: Holländisch, Yiddisch, Hebräisch, Englisch, Deutsch

(Foto gemacht von: J. Feldmann)

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