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Würdige Existenz

Noach Kuzari
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Ben Noach: Aber warum wurden sie dafür bestraft? Sie waren Noachiden und nirgends sind Noachiden verpflichtet, Nächstenliebe oder Tsedaka zu praktizieren. Tsedaka steht nicht auf der Liste der sieben noachidischen Gebote ?!

Rabbi: Trotzdem wurden sie dafür bestraft, dass sie Tsedaka ausgelassen haben. Daraus lässt sich ableiten, dass sie tatsächlich zu Tsedaka verpflichtet waren. Nach Ansicht von Nachmanides, der die Kategorie “Dinim” (Rechtsprechung) breit interpretiert, könnte man möglicherweise sagen, dass die Unterstützung der Armen eine Form der Gerechtigkeit, der sozialen Gerechtigkeit ist.

Die Ansicht von Maimonides ist jedoch problematisch. In dinim sieht er nur die formale Garantie einer bestimmten Form von Rechtssprechung, die verschiedene Völker auf ihre eigene Weise interpretieren und interpretieren können. Aber auch die Maimoniden werden dem Propheten Jesaja zustimmen, der in Kapitel 45:18 erklärt, dass die Welt “für die Behausung” geschaffen wurde, d.h. eine anständige und anständige Behausung! Die noachidischen Gesetze dienen zusätzlich zu ihrem religiösen Wert einer humanen Existenz.

Ben Noach: Es ist daher verständlich, dass die Bewohner von Sedom und Gomorra dafür bestraft wurden, dass sie kein Tsedaka praktizierten. Aber auf Grund welcher Beleidigung wurden die Bewohner von Sedom vernichtet? Gerechtigkeit muss auch im Himmel geschehen ?!

Rabbi: Wohltätigkeit oder soziale Solidarität sind in der Tat kein gesondertes Gebot für die Söhne Noachs, und sie können nicht dafür bestraft werden, dass sie es einfach nicht tun. Aber wenn das Fehlen von Tsedaka so extreme Formen annimmt, dass die Richter von Sedom aufgefordert waren, die Todesstrafe für das Ausführen von Tsedaka zu verkünden und ebenso drastisch einzugriffen, dann handeln die Söhne Noachs im offensichtlichen Kampf mit dem Grundprinzip fast aller Vorschriften Noachs, die Idee eines anständigen Lebens. Hier würden Anwälte von “Konflikt mit dem Rechtssystem” sprechen. Weil sie dies auf schreckliche Weise taten, wurden sie auch schwer bestraft.

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Written by Dajan Raphael Evers

Oberrabbiner von Düsseldorf /Dajan des Europäischen Beit Din's

Bekannt für seine enzyklopädischen Kenntnisse in fast allen Bereichen des Judentums. Ist ein Mitglied in CER (Konferenz der europäischen Rabbiner) sowie im europäischen Beit Din.

Hat mehrere Bücher geschrieben. Darunter: „Talmudisches Denken“, „Die Echte Torah“, „Schaatnes Gesetze“.

Im Moment widmet sich dem Ziel das jüdische Leben in Düsseldorf wieder aufzubauen.

Sprachen: Holländisch, Yiddisch, Hebräisch, Englisch, Deutsch

(Foto gemacht von: J. Feldmann)

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