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Wie ist man ein gerechter Noachide (Nichtjude)?

Wie ist man ein gerechter Noahide (Nichtjude)
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Eine Erklärung zu diesem Thema von Rabbi Yaron Reuven:

„Die Gemara sagt in Traktat Hagigah, dass HaSchem die Tora mit schwarzem Feuer auf weißem Feuer geschrieben hat und das passierte 974 Generationen, bevor Er die Welt erschaffen hat. Anschließend schaute Er sich die Tora an und erschuf die Welt ihr entsprechend. Das bedeutet, dass Er z.B. sah, dass es Koscher-Gesetze gibt und deshalb hat Er koschere Tiere erschaffen. Er sah, dass es unterschiedliche Aspekte der Tora gibt und daher hat Er (die Welt) dementsprechend geschaffen. Das heißt, dass die Tora der Bauplan der Welt ist.

Es gibt zwei Wege, nach der Tora zu leben:

Einmal als ein rechtschaffener Noachide und einmal als ein rechtschaffener Jude. Bis zur Matan Tora (der Gabe der Tora) war die Welt nicht verpflichtet, die Tora zu befolgen, wie Juden es tun müssen, denn sie wurde noch nicht formalisiert. Auch wenn sie existierte und unsere Avot (die Patriarchen) die Tora kannten, welche sogar eine umfassendere Version der Tora war als die, die wir heute haben, folgten die Patriarchen nicht der Tora auf der Art und Weise, wie wir es heute tun. Sie war nämlich noch nicht im gleichen Umfang formalisiert und dies war noch nicht Gesetz. Das bedeutet, dass sie existierte, jedoch wurde der „Aktivierungsknopf“ für alle Menschen nicht gedrückt.

Zur Zeit von Adam HaRischon (dem ersten Menschen) hat HaSchem diese Gesetze gegeben.

Die erste Formalisierung fand für Adam HaRischon statt. Er (G-tt) gab ihm sechs Gesetze. Anschließend gab Er Noach das siebte Gebot und deshalb nennt man sie die 7 Noachidischen Gebote und nicht die 7 Gebote von Adam HaRischon, denn alles wird nach der Person benannt, die etwas vervollständigt hat. Die 7 Noachidischen Gebote wurden den Menschen also offiziell zur Zeit Noachs nach der Flut (Mabul) auferlegt.

Das bedeutet, dass Awraham, Itzchak und Jaakow eigentlich (formal) als Noachiden betrachtet wurden und es nicht ihnen erlaubt war, den Schabbat auf die gleiche Weise einzuhalten, wie wir ihn heute halten.

Die Halacha ist, dass sich ein Nichtjude, der den Schabbat einhält, des Todes schuldig macht, weil dies als Diebstahl gilt. Die Weisen haben uns erklärt, dass Awraham, Itzchak und Jaakow den Schabbat auf eine bestimmte Art und Weise eingehalten haben, weil sie das Gesetz kannten und wussten, dass sie die Vorväter des Judentums sind, das auf die Welt kommen wird:

Sie hielten den Schabbat zu 99 Prozent – genauso wie ein Konvertit den Schabbat hält, bevor er offiziell konvertiert ist.

Anschließend musste sich alles auf den Höhepunkt der Weltgeschichte hinzubewegen: die Tora-Übergabe am Berg Sinai! Am Berg Sinai wurde der zweite Aspekt der Tora offiziell eingeführt. Die Juden wurden nämlich von dem Rest der Welt zu getrennt.

Bis zu diesem Zeitpunkt war jeder dazu verpflichtet, die Noachidischen Gebote einzuhalten. Natürlich haben es die meisten Menschen nicht getan – sie waren Götzendiener. Trotzdem folgten die Gerechten, die Söhne Jaakows, den Noachidischen Geboten.

Zur Zeit des Ereignisses am Berg Sinai passierte etwas Drastisches, was das Gesetz formalisierte und die Söhne Jaakows, die Bnei Israel, dazu verpflichtete, Juden zu werden. Das bedeutet, dass sie sich ab diesem Zeitpunkt auf eine höhere Ebene begeben mussten, indem sie viel mehr Gesetze einzuhalten hatten, die bis zu diesem Zeitpunkt von ihnen nicht befolgt werden mussten: Schabbat, Kaschrut, Taharat Mischpacha (Familienreinheit) usw.

Ab dieser Zeit, ab Paraschat Jitro, dem Tora-Abschnitt, an dem die Israeliten die Tora erhielten, bekamen wir am Berg Sinai drei Dinge, wie man in den Versen sieht:

Mosche Rabbeinu empfing die 10 Gebote, die Tora und die Mitzwot: also die schriftliche und mündliche Tora. Die mündliche Tora erklärt, wie die schriftliche Tora umzusetzen ist. Die eine kann nicht ohne die andere überleben – die eine hängt von der anderen ab. Es gibt nicht einfach die schriftliche Tora oder nur die mündliche Tora, da sie zusammengehören.

Die Christen und anderen Abweichler auf der Welt versuchen sich gewöhnlich gegen die mündliche Tora aufzulehnen, weil sie diejenige ist, die zur schriftlichen Tora verpflichtet.

Wie dem auch sei, wurden wir ab diesem Zeitpunkt das außerwählte Volk genannt. HaSchem sagte, dass Er uns auserwählt hat, um das höhere Gesetz zu befolgen. Davor war keiner dazu verpflichtet, die mündlichen Gesetze einzuhalten, was Mitzwot, wie z.B. Kaschrut betrifft. Am Berg Sinai trennte HaSchem die Juden von den Völkern und befahl ihnen, nun die gesamte Tora einzuhalten. Der Rest der Menschheit soll damit weitermachen, was sie seit der Erschaffung der Menschheit getan hat.

Und tatsächlich haben die Juden das Licht in die Welt zu bringen, indem sie die Gesetze halten, sodass auch die Nichtjuden in der Welt beeinflusst werden, ihre Gesetze einzuhalten.

Und umgekehrt ist es eine Teilaufgabe der Nichtjuden, die Juden zu beeinflussen, deren Teil des Gesetzes einzuhalten. Was hat sich von diesem Zeitpunkt an bis zur Zeit von Rabbi Jehuda HaNasi (dem Prinzen) – er war der Anführer Israels – geändert? Am Berg Sinai erhielten die Juden ein schriftliches und mündliches Gesetz. „Mündliches Gesetz“ heißt, dass wir es von Generation zu Generation, von Vater zu Sohn, von Rabbiner zum Schüler weitergegeben haben.

Es war uns nicht erlaubt, alle Details aufzuschreiben. Damals hatten wir die Weisheit und die Fähigkeit, alles in Erinnerung zu behalten.

Weil es zu dem (geistigen) Rückgang der Menschheit kam – auch unter dem Volk Israel – sah Rabbi Jehuda HaNasi, dass es uns nicht mehr möglich war, alle Details wie in der Vergangenheit zu behalten und daher setze er die Kraft der Weisen durch HaSchem in dem schriftlichen Gesetz, der Tora, durch, was bedeutet, einen Zaun um den Zaun zu bauen und auch die Tora zu schützen. Er schrieb tatsächlich Teile der mündlichen Tora auf und nicht alles aus der mündlichen Tora, weil dieser Vorgang jedes Stück Papier einnehmen würde, das seit dem Beginn der Menschheit bis zum Ende der Menschheit existieren würde.

Er schrieb die Grundlagen nieder, die erklären, wie man das schriftliche Gesetz, die Tora, einzuhalten hat.

Er hat nichts geändert oder hinzugefügt. Er schrieb die Grundlagen auf – die Mischna. Viele Generationen später sahen die Weisen erneut, dass die neue Generation noch weiter an geistiger Stärke abnimmt und nicht in der Lage ist, die Mischna komplett zu verstehen.

Die Mischna wurde nämlich in einer sehr minimierten und komprimierten Form mit der niedrigst möglichen Anzahl an Worten geschrieben, aber zu dieser Zeit hatten die Menschen die Weisheit dies und die 50 Millionen Wurzeln, die aus dem Text hervorgehen, zu verstehen. Die Weisen arbeiteten die mündliche Tora also aus, indem sie die Gemara verfassten. Die Gemara erklärt, was die Mischna in Wirklichkeit sagt und auch wie sie (die Weisen) auf ihre Worte gekommen sind – und wie alle anderen Meinungen, auf die man rational kommen könnte, falsch sind.

Es geht daher nicht nur darum, was zu tun ist, sondern auch zu verstehen, was zu tun ist, um dieses gleiche Gesetz auch auf anderen geeigneten Wegen in die Tat umzusetzen. Nun kommen wir in der Zeit des Rambam an.

Der Rambam lebte vor ca. 900 Jahren, also 600-700 Jahre nachdem die Gemara zusammengestellt wurde.

Er stellte fest, dass es vielen Menschen nicht möglich ist, die Gemara so zu verstehen, dass sie wissen, was sie eigentlich zu tun haben. Was machte er? Er vereinfachte die Gemara und nahm alle Mitzwot aus der gesamten Tora heraus, was auch die Noachidischen Gebote und alles andere beinhaltet.

Die Gemara beinhaltet die Noachidischen Gebote, die Mischna beinhaltet die Noachidischen Gebote. Sie waren immer in der gesamten Tora enthalten, für die Juden und die Nichtjuden.

Und der Rambam hat die „JAs“ und „NEINs“ herausgesucht. Dies wird „Mischne Tora“ oder „Jad Chazaka“ genannt oder der „RAMBAM“. Er hat die Dinge sehr stark vereinfacht. Er hat nichts weggelassen, sondern einfach nur vereinfacht, um der Generation (helfend) entgegenzukommen.

Dann gehen wir 400 Jahre weiter und befinden uns in der Zeit vor ca. 500 Jahren: Rabbi Josef Karo nahm diese Grundlagen und hat sie noch einmal reduziert.

Ich betone noch einmal:

Hier wurde nichts weggenommen. Hier wurde einfach noch stärker vereinfacht und nochmal an die Zeiten angepasst. Er erschuf etwas, das „Schulchan Aruch“ genannt wurde. Es gab noch einen anderen Weisen, der Rama hieß, und das Gleiche tat.

Der Rama hat dem Schulchan Aruch Kommentare hinzugefügt.

Der wichtigste Punkt ist, dass wir unsere Tradition von den heutigen Rabbinern haben und diese Tradition geht den kompletten Weg bis Mosche Rabbeinu zurück. Wir kennen ganz genaue jede einzelne Person, die die Tora gelehrt und sie an die nächste Generation weitergegeben hat, was sie gesagt hat, was sie nicht gesagt hat, wo sie das Gesagte hergenommen hat und worauf diese Worte basieren.

Und wenn man die Gemara oder Mischna lernt oder die Kommentare oder Midraschim stellt man immer fest, dass es einen Vers aus der schriftlichen Tora geben muss, auf dem die Texte basieren oder dass sie auf der mündlichen Tradition beruhen, die „Mosche MiSinai“ genannt wird, was bedeutet, dass Moses diese Informationen am Berg Sinai erhielt.

Aber generell hat die überwältigende Mehrheit definitiv einen Vers in der schriftlichen Tora, den fünf Büchern Moses – nicht jedoch bei den Propheten, nicht in den Schriften, sondern nur in den fünf Büchern Moses, weil wir die Halacha nicht aus den Psalmen oder Sprüchen bestimmen. Wir lernen Dinge aus diesen Schriften, machen daraus aber keine Gesetze.

Die Gesetze entstammen ausschließlich den fünf Büchern Moses. Hier sehen wir, dass die Weisen jedes Mal, wenn sie über Dinge reden, die zu tun oder zu unterlassen sind, dieses Verständnis von einem bestimmten Ort erhalten. Sie geben die Quellen an und erklären ganz deutlich, wie sie auf ihre Erkenntnis gekommen sind. Die Aufgabe der Noachiden in der Welt hat sich seit dem Anfang der Menschheit nicht geändert. Die einzige Sache, die sich verändert hat, ist die verstärkte Möglichkeit deren Belohnungen zu erhöhen, indem sie das Volk Israel beeinflussen, die Tora einzuhalten.

Diese Möglichkeit hat es bis jetzt in der Form noch nie gegeben. Dies ist eine sehr außergewöhnliche Aufgabe, weil dies dem Noachiden den Status eines „Giganten in der Kommenden Welt“ geben kann. Es gibt Beispiele dafür in der Tora – wir müssen für alles Quellen haben: Ein gutes Beispiel ist die Geschichte von Hiob.

Hiob war ein Noachide und ein Prophet, der mit HaSchem gesprochen hat.

Er ist einer der grundlegenden Lehrer, die wir in unserem Tanach haben, auch wenn er ein Noachide war. Er war ein rechtschaffener Noachide. Die Noachiden haben eine zweiseitige Verantwortung, nämlich das Gesetz einzuhalten und zweitens das Volk Israel zu beeinflussen, das Gesetz zu befolgen.

Die Verantwortung ist enorm.

Wenn sie diese erfüllen, haben sie einen Anteil an der Kommenden Welt, der außergewöhnlich ist. Das Problem in der heutigen Zeit ist, dass sich die Menschen ständig selbst dazu zwingen, alles mit dem zu vergleichen, was sie schon wissen. Sie kennen zum Beispiel das Christentum oder ein bisschen vom Judentum oder ein paar andere Dinge und zum Schluss geschieht es, dass sie versuchen, das Rad neu zu erfinden (heißt: Sie erfinden etwas Altes neu und halten sich mit Problemen auf, die längst gelöst sind. Dies stellt eine Zeitverschwendung dar).

Ich meine damit konkret, dass sie gewisse Verhaltensweisen und Sitten einführen und Wege, um deren Glauben nach außen hin zu zeigen. Sie beginnen, Bräuche zu entwickeln. Sie fügen etwas zu der eigentlichen Verantwortung hinzu. Das ist problematisch.

Wenn man etwas Einfaches hinzufügt, z.B., dass man einmal oder mehrmals in der Woche mit der Familie zusammenkommt, um die Tora und die Verpflichtungen zu lernen, stellt dies kein Problem dar. Wenn man aber beispielsweise entscheidet, dass jeder 1.Juni als „Tag der Noachiden“ gefeiert werden soll, ist das ein ernsthaftes Problem, weil nach dem Rambam (d.h. nach der Gemara, d.h. nach der Mischna, d.h. nach der schriftlichen und mündlichen Tora) ein Hinzufügen und Verändern der Tora stattfindet, was bedeutet, dass der Mensch nun eine neue Religion erschafft.

Die Religion an sich ist nämlich das Judentum und hat den Aspekt für Juden.

Noachide zu sein, ist der Status (innerhalb des Judentums) für den Rest der Welt. Indem man Teile der Tora nimmt und zu ihnen etwas hinzufügt, z.B. einen Festtag oder einen anderen Aspekt, der eigentlich nicht dazugehört, erschafft man nun eine neue Religion, weil es nun eine ganz andere Sache geworden ist. Sobald man etwas hinzufügt, wird die Sache komplett anders.

Man könnte sagen: „Es ist ja nur ein kleiner Zusatz.“ Nein!

Es ist nicht einfach nur ein kleiner Zusatz: Wenn sich jemand einen Orangensaft zusammenmischt und dann ein Freund sagt: „Der Orangensaft ist sehr gut, aber lass uns ein bisschen Rum in den Saft geben. Es bleibt ja noch Orangensaft.“ Nein, mein Freund! Es ist kein Orangensaft mehr, sondern ein alkoholisches Getränk. Es schmeckt zwar nach Orangensaft, aber es ist kein einfacher Orangensaft mehr.

Sobald man damit beginnt, Dinge hinzuzufügen, die nicht Teil der Noahdischen Gesetze sind, erschafft man eine neue Religion, was eine äußerst furchtbare Sünde ist. Das ist ein wirkliches Problem derjenigen, die sich selbst belehren und anführen, weil sie im Grunde ein jüdisches Leben mit all den Zeremonien, etc. leben wollen, jedoch nicht zwangsläufig offiziell konvertieren wollen oder können und nicht alles einhalten.

Jetzt nehmen sie Tora, die sie seit der Zeit von Adam HaRischon einhalten müssen und verfälschen sie, spielen mit ihr, ändern sie ab, fügen Sachen hinzu, die ihrer eigenen Meinung entsprechen. Der Rambam, von dem alle möglichen Menschen und Religionen, die ihn kennen, wissen, dass er einer der größten Menschen ist, die je gelebt haben, sagt Folgendes:

Ein gerechter Noachide, der die Gesetze Noachs befolgt, der die Gesetze der Tora für die Nichtjuden befolgt, der diese Gesetze einhält, weil es für ihn Sinn ergibt und nicht weil G-tt dies gesagt hat, nicht weil es geschrieben steht, nicht weil es eine Verpflichtung ist, sondern eher, weil es einfach sinnvoll erscheint, nicht zu morden, nicht ein noch lebendes Tier zu essen, nicht eine Statue anzubeten oder einen Menschen, nicht die Ehe zu brechen, dann erhält er nicht nur nicht einmal einen Anteil an der Kommenden Welt, sondern wird sogar als einer der größten Narren in der Welt betrachtet.

In seiner Sprache betrachtet man diesen Menschen als Narren unter den Völkern und nicht einer unter den Weisen oder Gerechten unter den Völkern, weil er sich all die Mühe gibt, aber keine einzige Belohnung dafür erhält. Man muss die Tora – entweder als Jude oder Nichtjude – befolgen, weil G-tt es ganz einfach befohlen hat – nicht weil man sie mag oder nicht mag, nicht weil man ihr zustimmt oder ihr nicht zustimmt – ganz einfach, weil G-tt es gesagt hat!

Das ist der Grund, alles einzuhalten. Wenn man die Gesetze einhält, weil G-tt sie befohlen hat, gilt man als ein besonderer Mensch, ein weiser und atemberaubender Mensch. Der Rambam sagt, dass wenn ein Noachide die Noahidischen Gebote einhält, weil G-tt es will, nicht nur zu den Gerechten und Weisen unter den Völkern gehört, sondern einen Anteil an der Kommenden Welt hat, was bei den Propheten erwähnt wird.

Es heißt, dass am Ende der Tage zehn Männer von jedem der 70 Völker zu den gerechten Juden kommen werden, die Teschuwa gemacht haben und die die Tora befolgen und werden zugeben, dass sie von ihren Vorvätern belogen wurden und darum bitten, belehrt zu werden. Jeder Jude, der Zitzit trägt, wird 2800 gerechte Noachiden als Schüler haben und sie belehren. Es gibt nicht nur 7 Noahidische Gebote. Es ca. 60 Gebote, die grundsätzlich moralische Gebote sind, die sich aus den 7 Geboten ergeben.

Es ist genauso wie mit den 10 Geboten, die sich auf 613 Gebote aufteilen.

Die 10 Gebote sind nicht von den 613 Geboten getrennt, sondern genau dasselbe. Es gibt den Baum und all seine Wurzeln. So es ist es mit den Gesetzen Noachs. Dies sind moralische Regeln, bei denen jeder normale Mensch, der nachdenkt, auf die gleiche Idee kommen würde, aber es handelt sich eine Formalisierung dieses Gesetzes und man muss es befolgen, weil G-tt es befohlen hat. Ein Mensch, der lernt, wie man ein gerechter Noachide wird, wird eine große Menge an Zeit aufwenden müssen, um sowohl die schriftliche Tora, welche der Chumasch ist, der Tanach mit Kommentaren von den jüdischen Weisen, wie Rashi, Rambam, Ramban ,usw. als auch Mussar zu lernen. Warum Mussar?

Mussar sind ethische Gesetze, die für alle Menschen gelten.

Wenn ein Mensch den Willen HaSchems ernsthaft tun möchte, wird er diese lernen und erkennen, dass es so viele Dinge gibt, die man als Mensch reparieren und korrigieren muss, wenn man zu den ethischen Gesetzen kommt, sodass es keine Zeit für diesen Menschen gibt, mit der Tora herumzuspielen und zu versuchen, zusätzliche Dinge hinzuzufügen.

Das liegt daran, dass er nicht einmal das erforderliche Minimum tut, wenn er nicht lernt. Es ist ein Fakt, dass es moralische Gesetze gibt, die sowohl Juden als auch Nichtjuden einhalten müssen und die für sie gemeinsam gelten.

Die Mussar-Lehren werden für beide Gruppen gelehrt. Es gibt sehr viel Arbeit für jeden, der ein rechtschaffener Noachide sein möchte, weil man jetzt sieht, dass man nicht zwangsläufig einen speziellen Feiertrag braucht, um HaSchem zu dienen. Die Noachiden dienen Ihm jeden Tag. Jeder Tag ist ein Feiertag. Sie brauchen kein besonderes Essen, um HaSchem zu dienen.

Das Essen ist jeden Tag besonders. Warum?

Sie müssen jeden Tag Nahrung essen, die an gewisse Regeln gebunden ist. Das heißt zum Beispiel, dass es sich nicht um ein Tier handelt, das noch lebendig ist. Es gibt eine Ethik, die sich hinter dem Essen verbirgt. Selbst die Dinge, die jemand tut, sei es die Art und Weise, wie man spricht oder sich verhält, müssen ethisch sein. Die Hauptsache ist, dass eine Person, die ein gerechter Noachide sein möchte (oder ein gerechter Jude) überprüfen muss, was die Ethik nach der Tora ist, was bedeutet, was die Ethik nach HaSchem ist.

Wenn jemand dies tut, hat er genügend zu tun und zu lernen und Be’Ezrat HaSchem viel Erfolg, der daraus resultiert. Hoffentlich verleiht es Euch ein gutes Verständnis, was es heißt, ein rechtschaffener Noachide zu sein. Nochmal: Die Menge an Mussar, die eine Person in ihrem Leben lernen muss, (ist riesig) – nur um Euch ein klitzekleines Beispiel zu geben: Rabbi Yosef Karo (derjenige, der den Schulchan Aruch geschrieben hat) hatte ein separates Buch, das Magid Yesharim heißt. Es war eine Art Tagebuch, in das er schrieb, was die Gespräche zwischen ihm und seinem Studienpartner waren.

Wer ist der Studienpartner?

Es ist ein Engel, der mit ihm studierte. Eines Tages schrieb er, dass der Engel ihn streng zurechtwies, indem er sagte: „Wie kannst es sein, dass du heute nicht mehr Mussar gelernt hast?“ Es geht nicht darum, dass er kein Mussar gelernt hat. Er lernte jeden Tag ein paar Stunden Mussar. Wenn Rabbi Yosef Karo, der auf so einer hohen Stufe war, dass er die Ehre hatte, mit einem Engel studieren zu dürfen, zurechtgewiesen wurde, weil er „nur“ ein paar Stunden Mussar an diesem Tag gelernt hat, ist es nicht mehr nötig zu erwähnen, wieviel man als durchschnittlicher Jude oder Nichtjude, der versucht, ein gerechter Nichtjude zu sein, an Mussar lernen und verinnerlichen mus.

Erkennt jemand wirklich, wie viele Verpflichtungen man hat, was die minimalen Anforderungen eines Juden oder Nichtjuden betrifft, findet er sich in einer Situation wieder, wo er kein Interesse oder Bedürfnis oder selbst die Zeit hat, irgendeine von seinen eigenen Meinungen hinzuzufügen. Zuerst muss man die Verpflichtungen erfüllen und dann kann man sich mit den Extras beschäftigen.

Erst musst du die Miete oder den Kredit bezahlen.

Dann kannst du anfangen, dich um dein Sparguthaben zu sorgen. Man sorgt sich um das Sparguthaben, erst wenn man die grundlegenden Zahlungen, um zu leben, getätigt hat. So ist es mit der Tora. Erst muss man das grundlegende Minimum erfüllen, um ein Jude oder ein rechtschaffener Nichtjude zu sein.

Dann kann man sich um andere Dinge sorgen. In unserer Generationen wünschen wir uns, dass jeder zumindest das Minimum erfüllen würde. Wir wünschen es uns, dass die Menschen es tun würden. Denn das Minimum verlangt von Menschen, sich mit HaSchem zu verbinden, sich mit dem Heiligen – gelobt sei Er! – zu verbinden und das alle Tage, den ganzen Tag, die ganze Zeit, auf jede Art und Weise, egal ob sie Juden oder Nichtjuden sind.

Das ist das Minimum!

Wenn wir nur das einhalten, bringt uns das schon auf ein anderes (geistiges) Level als die meisten Menschen der Welt. Hoffentlich geben diese Worte jedem eine Zusammenfassung, was die Verantwortung (der Nichtjuden) ist.“

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