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ZWEI VERSCHIEDENE BAUMEISTER DES JUDENTUMS – Parascha Wajigasch

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בסייד

“Und er schickte Yehuda voraus zu Josef, um ihm den Weg nach Goschen zu bereiten”

(46:28).

Dem Midrasch zufolge wurde Yehuda vorausgeschickt, um in Ägypten ein Bait Midrasch, ein Haus der Gelehrsamkeit, zu errichten, damit Ja’akows Nachkommen die Galut, das Exil, geistig unversehrt überstehen konnten.

Ja’akow lehrte seine Kinder, wie sie in einer feindlichen, heidnischen Umgebung überleben konnten, indem sie ihre Identität bewahrten und ihre Sprache, ihre Namen und ihre Kleidung nicht veränderten.

Nach Ramban (49:31) war es Ja’akow, der seinen Kindern persönlich beibrachte, wie man mit der Welt um sich herum umgeht. Der Tiferet Shlomo, Rabbi Shlomo aus Radomsk, fragt sich, warum gerade Yehuda ausgesandt wurde und nicht ein anderer Bruder. Außerdem erklärt Maimonides (1135-1240), dass der erste Rosch Jeschiwa (Leiter der Schule) Levi und nicht Yehuda war. Warum wurde Levi dann nicht vorausgeschickt?

Der Tiferet Shlomo antwortet, dass Yehuda zuerst geschickt werden musste, weil er der Erste des Jüdischen Volkes war, der für einen anderen Juden bürgte. Er riskierte sein Leben, als er vor dem ägyptischen Vizekönig um die Freilassung seines Bruders Benjamin bat. Er hatte seinem Vater Ja’akow versprochen: “Ich werde für ihn bürgen, aus meiner Hand kannst du ihn einfordern” (43:9).

Ja’akov erkannte, dass der Gründer einer Jeschiwa (Tora-Schule) ein ‚askan‘, ein Aktivist, sein musste, der viel Energie und mesirut nefesch (Opfer) in alle praktischen Aufgaben steckte, mit Behörden und Subventionsgebern sprach und alles sorgfältig plante, vom Bau bis zur Einrichtung.

Ein Rosch Jeschiwa ist eine ganz andere Persönlichkeit, die sich den ganzen Tag über mit der Tora beschäftigen muss. Das ist eine völlig andere Aufgabe, die einen anderen Fokus und ein anderes Engagement erfordert. Deshalb trennte Ja’akow beide Aufgaben und Funktionen. Beide ergänzen sich gegenseitig.

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Written by Dajan Raphael Evers

Oberrabbiner von Düsseldorf /Dajan des Europäischen Beit Din's

Bekannt für seine enzyklopädischen Kenntnisse in fast allen Bereichen des Judentums. Ist ein Mitglied in CER (Konferenz der europäischen Rabbiner) sowie im europäischen Beit Din.

Hat mehrere Bücher geschrieben. Darunter: „Talmudisches Denken“, „Die Echte Torah“, „Schaatnes Gesetze“.

Im Moment widmet sich dem Ziel das jüdische Leben in Düsseldorf wieder aufzubauen.

Sprachen: Holländisch, Yiddisch, Hebräisch, Englisch, Deutsch

(Foto gemacht von: J. Feldmann)

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