in

BEDRÄNGT, BEDROHT UND TERRORISIERT – Parascha Ki Tawo

image_pdfAls PDF Speichernimage_printDrucken

Ki tavo el ha’arets – wenn du auf das Land kommst. Gott sei Dank ist dieser Vers ( Passuk) in unserer Generation verwirklicht worden. Aber wir haben es nicht leicht. Am Ende des jüdischen Jahres 5782 können wir darüber nachdenken, wie es dazu kommen konnte, dass wir in unserem eigenen Land nicht in Frieden leben können.Deshalb ist es an der Zeit, über die aktuelle Situation in Israel nachzudenken, über unseren geschichtlichen Wissenstand um Israel und auch darüber, welchen Stellenwert dieses Land bei uns Juden hat. 

Wie alt ist die palästinensische Identität?Gibt es ein Tausende Jahre altes, palästinensisches Volk?

Am 24. Mai 2018 wurde ich durch Gard Simons in “ThePostOnLine” durch eine herausragende Beschreibung dieses palästinensischen Volks sensibilisiert.Simons sagte, dass die palästinensische Identität aus politischen und taktischen Gründen erschaffen wurde!Der arabisch-israelische Konflikt wird standardmäßig als Territorialstreit dargestellt. Ein weit verbreitetes arabisches Argument ist, dass das heutige Israel die Heimat eines tausende Jahre alten Volkes war, dass sich Palästinenser nannte und von den zionistischen Juden, die ihr Land einnahmen, gewaltsam vertrieben wurde.Ist diese Darstellung richtig, entspricht die Aussage der geschichtlichen Wahrheit?

Römer und Philister

Es waren die Römer, die im zweiten Jahrhundert zum ersten Mal den Namen „Syrien-Palästina” für das Gebiet um Jerusalem verwendeten. Richtig betrachtet, war dieser Benennung nicht korrekt. Das Wort Palästina bedeutet “Heimat der Philister”, aber die Philister bevölkerten nur einen kleinen Streifen Land entlang der Küste. Außerdem waren sie als ethnische Gruppe bereits einige Jahrhunderte zuvor verschwunden.Die Römer hatten das Königreich Judäa erobert, ein Gebiet im Norden und in der Mitte des heutigen Israel, das mehr als die Hälfte der Fläche des heutigen Israel ausmachte. Judäa bedeutet: “Heimat der Juden”. Die Frage ist nun: Warum haben die Römer diesen Namen im zweiten Jahrhundert in “Syrien-Palästina” geändert?

Der erste historische Genozid am Jüdischen Volk.Die jüdische Gemeinde und Religion stützte sich stark auf die Gesetze Moses. Moses verurteilte die Unterdrückung und setzte sich für den Schutz der Armen und Unglücklichen ein. Das erklärt die römische Sorge über die Stellung des Judentums. Sie befürchteten, dass die Popularität von Moses und seiner Gesetze zu einem Aufstand führen könnte. Um dies zu verhindern, organisierten die Römer den ersten geschichtlichen Völkermord an den Juden. Heute kennen wir diesen Völkermord als den “Ersten Jüdischen Krieg”, die “Diaspora Revolte” oder den “Zweiten Jüdischen Krieg”.Proportional betrachtet zur damaligen jüdischen Bevölkerungszahl, ermordeten die Römer im 2. Jahrhundert mehr Juden als die Nazis. Der Höhepunkt der Massaker war die Zerstörung Jerusalems im zweiten Jahrhundert, als Kaiser Hadrian die Griechen dazu brachte, die Stadt wieder aufzubauen und sich dort niederzulassen. Juden waren dort, unter Androhung der Todesstrafe, nicht mehr erlaubt. Aus “Jerusalem” wurde “Aelia Capitolina” und das gesamte Gebiet wurde von “Judäa” in “Syrien-Palästina” umbenannt. Das Ganze, um jeden Hinweis auf das Judentum zu entfernen.

Einige Juden blieben bewusst außer Landes, andere kehrten zurück. Im Laufe der Jahrhunderte wurde der Name “Palästina” selbst unter den Römern obsolet und während der Herrschaft des Osmanischen Reiches (1299-1923), welches das Gebiet im 16. Jahrhundert beherrschte, gab es keine administrative oder politische Einheit mit der Bezeichnung “Palästina”.”Judäa” wird seit langem “Judäa” genannt. 1920 wurde das im Ersten Weltkrieg durch die Briten von den Türken eroberte Gebiet von den Briten zu Palästina umbenannt, obwohl das “britische Palästina” ein viel größeres Gebiet umfasste als das ursprüngliche Judäa. Die Briten nannten den Rest des heutigen Israels, einschließlich des gesamten Trans-Jordanischen Bodens, Palästina. All diese Verwirrung führte schließlich 1946 zu einer angloamerikanischen Untersuchungskommission, in der der libanesische Historiker Khuri Hitti erklärte: „Es gibt so etwas wie Palästina in der Geschichte nicht. Auf keinen Fall“.

Das sagte die PLO 1977 über die “palästinensische Identität”.Aber wenn der Name Palästina eine künstliche Schöpfung der Römer und später der Briten ist, wer sind dann diese Palästinenser? Diese Frage wurde bereits vom Chef der militärischen Operationen der PLO, “Zahir Muhsein”, in einem Interview mit der Zeitung “Trouw” am 31. März 1977 beantwortet. Muhsein: „Wir betonen diese palästinensische Identität nur aus politischen Gründen. Die Betonung der Existenz der Palästinenser ist ein arabisches Interesse, um ein Gleichgewicht mit dem Zionismus zu finden.  Diese palästinensische Identität wurde aus taktischen Gründen geschaffen. Ein palästinensischer Staat ist ein neues Instrument für die arabische Gemeinschaft, um den Kampf gegen Israel fortzusetzen.”

Dieser letzte Punkt ist besonders wichtig. Israel war militärisch fast unschlagbar, also musste etwas anderes konstruiert werden: eine Strategie der stabilen, politischen Kriegsführung. In meinem vorherigen Abschnitt zu diesem Thema schrieb ich: “Die Araber hassten die Juden nicht wegen Israel, sie hassten Israel wegen den Juden“.Um diese Behauptung zu untermauern, vergleichen wir einmal die PLO-Charta von 1964 und die von 1968.In der Charta von 1964 erhebt die PLO noch keinen Anspruch auf das Westjordanland und den Gazastreifen. Gaza befand sich, in der Tat, in den Händen der arabischen Nation Ägypten und des Westjordanlandes. In der umgeschriebenen Charta von 1968 erhebt die PLO einen plötzlichen Anspruch auf diese Landschaften. Diese wurden allerdings während des Sechstagekrieges 1967 durch Israel erobert.Es folgte ein Wirtschaftsboom, der wie ein Magnet auf die arabische Bevölkerung wirkte.Während der osmanischen Herrschaft lebten bis 1880 maximal 300.000 Menschen im Gebiet des heutigen Israel. Es war eine dünn besiedelte Wüstenlandschaft. Die Bewohner waren ein Sammelsurium diverser arabischer Stämme und Juden. Nur in Jerusalem hatte die jüdische Gemeinde inzwischen wieder eine Mehrheit gefunden. 1878 starteten die Türken eine Bevölkerungspolitik, die Muslime aus dem Kaukasus und Algerien ermutigte, sich in der Region niederzulassen. Diese Migration begann erst 1880 und veränderte die demografische Zusammensetzung der Region dramatisch. Die überwiegende Mehrheit der Menschen, die sich heute Palästinenser nennen, hat daher keine Wurzeln in diesem Jahrtausende alten Gebiet. Sie kamen ursprünglich aus Nordafrika und Osteuropa und zu einem großen Teil auch aus den Nachbarländern wie dem Libanon, Syrien, Jordanien und Ägypten. Bereiche, in denen auch Muslime aufgefordert wurden, sich in den leeren Gegenden niederzulassen. Die jüdischen Zionisten, die in den 1930er Jahren in das britische Mandatsgebiet Palästinas hinzugezogen waren, bewohnten völlig desolate, unbewohnte Gegenden. 1946 schrieb König Abdullah von Jordanien, der 1948 an einem gemeinsamen arabischen Versuch zur Zerstörung des jungen Staates Israel beteiligt sein sollte: “Es ist bewundernswert zu sehen, in welche fruchtbare Paradiese die jüdischen Einwanderer die von ihnen besiedelte Wüstenlandschaft verändert haben”. Die jüdischen Siedlungen verursachten einen wirtschaftlichen Aufschwung, der wie ein Magnet auf Araber aus den umliegenden Ländern und Regionen wirkte.Also erhöhte sie die Anzahl der Menschen, die sich später Palästinenser nennen würden.Viele von ihnen glaubten jedoch, dass die Juden sich die Siedlungen gewaltsam oder unrechtmäßig angeeignet hatten. War das der Fall?Diese Frage beantwortete Hajj Amin al Husseini, Mufti von Jerusalem und Vater der palästinensischen Bewegung. 1936 startete Husseini seine x-te Terrorkampagne gegen jüdische Einwanderer des palästinensischen Mandatsgebietes. Er nannte das die ‘Arabische Revolution’. Der Terror dauerte bis 1939.

1937 entsandte die britische Regierung eine Delegation in das Mandatsgebiet, um die Situation zu untersuchen. Als Lord Hammond fragte, ob die Juden sich Land unrechtmäßig oder gewaltsam angeeignet hätten, antwortete Husseini, dass dies nicht der Fall sei, sondern dass sie es von arabischen Großgrundbesitzern gekauft hätten, die jedoch aufgrund wirtschaftlicher Umstände gezwungen gewesen waren, es zu verkaufen.Der erste Teil dieser Antwort ist wahr, der zweite Teil nicht.Diese Großgrundbesitzer waren die sogenannten Solids, eine Art arabischer Adel, die in Palästina taten, was sie wollten. Husseini und seine Familie waren die reichsten Effendi’s in Palästina. Effendis haben die jüdischen Einwanderer in großem Stil geschädigt, indem sie ihnen die unfruchtbarsten Grundstücke zu exorbitanten Preisen verkauften. Kleine Grundbesitzer wurden durch die Solids unter Druck gesetzt, den Juden nichts zu verkaufen, aber dann kauften die Effendi Landstücke von den kleineren Glaubensbrüdern zu Spottpreisen, um sie anschließend zu weit überzogenen Preisen weiterzuverkaufen, ja, an Juden. Auf diese Weise wurde antizionistische Propaganda zu einem lukrativen Handel für den arabischen Adel.Wir können daher die Folge ziehen, dass es falsch ist zu behaupten, einem Jahrtausend alten palästinensischem Volk hätten die Juden ihr Land weggenommen:-erstens, weil es kein palästinensisches Volk gab oder gibt (Muhsein)und-zweitens, weil die jüdischen Einwanderer ihr Land von arabischen Großgrundbesitzern gekauft haben, die es zunächst von kleineren, nichtjüdischen Grundbesitzern herausgepresst und dann mit riesigen Gewinnen an jüdische Einwanderer verkauft haben.

Der Kern des ganzen Konflikts lautet: Wenn die Araber ihre Waffen niederlegen, gibt es Frieden, wenn die Juden ihre Waffen niederlegen, werden sie abgeschlachtet.(Veröffentlicht mit Genehmigung von Gard Simons).

Report

What do you think?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Written by Dajan Raphael Evers

Oberrabbiner von Düsseldorf /Dajan des Europäischen Beit Din's

Bekannt für seine enzyklopädischen Kenntnisse in fast allen Bereichen des Judentums. Ist ein Mitglied in CER (Konferenz der europäischen Rabbiner) sowie im europäischen Beit Din.

Hat mehrere Bücher geschrieben. Darunter: „Talmudisches Denken“, „Die Echte Torah“, „Schaatnes Gesetze“.

Im Moment widmet sich dem Ziel das jüdische Leben in Düsseldorf wieder aufzubauen.

Sprachen: Holländisch, Yiddisch, Hebräisch, Englisch, Deutsch

(Foto gemacht von: J. Feldmann)

Bescheidenheit gegenüber G'tt - Parascha Ki Tawo

Bescheidenheit gegenüber G’tt – Parascha Ki Tawo

UTeschuwa UTefilla UZedaka – Buße, Gebet und Nächstenliebe verändern den Menschen völlig und zerstören alle schlechten himmlischen Beschlüsse – Parascha Nizawim