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Beleidigen Sie einen zum Judentum Konvertierten nicht, indem Sie sein Herkunftsvolk oder seine früheren Freunde beleidigen – Parascha Jitro

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 בסייד  

Parascha Jitro (Schemot/Exodus 18:1-20:23)

Rabbi Jochanan Zweig hat einige interessante Erklärungen für diese Parscha.

Der Name des zweiten Sohnes von Mosche

Nur in dieser Sidra wird eine Erklärung für den Namen des zweiten Sohnes von Mosche und Zippora gegeben. Der erste Sohn hieß Gerschom: “denn ich war ein Fremder in einem fremden Land”. Dieser Name wird bereits früher in der Tora erklärt. Es ist klar, dass der Name Gerschom in dieser Parscha erneut erklärt wird. Nun, da Mosche Midian und Ägypten endgültig verlassen hatte und auf dem Weg nach Israel war, verabschiedete er sich endgültig von seinem Status als Ausländer.

Aber warum wird der Name des zweiten Sohnes von Zippora und Mosche erst jetzt erklärt: “Der Name des anderen war Elieser, denn der G’tt meines Vaters kam mir zu Hilfe und rettete mich vor dem Schwert des Pharao” (18:4). Erst hier, bei der Übergabe der Tora, wird der Name Eliesers erklärt. Mosche war 80 Jahre alt, und seine Rettung aus den Händen des Pharaos muss erfolgt sein, als Mosche etwa 18 Jahre alt war. Warum wird diese wundersame Rettung nur hier erklärt?

Wenn jemand aus einer lebensbedrohlichen oder schwierigen Situation gerettet wird, hat dies immer einen höheren Zweck. Dieser Zweck wurde Mosche erst jetzt, kurz vor Matan Tora, klar. Er würde dazu beitragen, dem Jüdischen Volk die Tora zu offenbaren. Deshalb wird der Name Elieser erst jetzt erklärt. Erst jetzt wurde Mosche klar, dass er vor dem Schwert des Pharaos gerettet wurde, um das Jüdische Volk auf eine höhere Ebene zu bringen.

Jitro war traurig über die Zerstörung von Ägypten

“Und Mosche erzählte seinem Schwiegervater alles, was G’tt dem Pharao und Ägypten um des Jüdischen Volkes willen getan hatte” (18:8). Jitro freute sich über all das Gute, das G’tt an Israel getan hatte” (18:9). Wir übersetzen hier `freudig’, aber das Verb `chadi’ bedeutet auch Falten: “sein Fleisch wurde voller Falten, weil er über den Untergang Ägyptens trauerte” (nach Raschi zu 18:9). Raschi fährt mit der Bemerkung fort, dass wir daraus lernen können, dass man seine früheren Glaubensbrüder niemals in Gegenwart eines Bekehrten beleidigen darf, weil es sowieso weh tut.

Die Ägypter waren einst Glaubensbrüder von Jitro. Aber Mosche sagt nichts Beleidigendes über die Ägypter. Er sagt nur, dass G’tt die Ägypter getötet hat, um die Juden zu retten. Aber das allein ist schon ein Grund, sich beleidigt zu fühlen. Denn G’tt hat dies alles “um des Jüdischen Volkes willen” getan. Das Jüdische Volk wurde bevorzugt behandelt. Und das war für die Ägypter natürlich schon eine Erniedrigung. Das schmerzte.

obwohl Mir die ganze Erde gehört oder denn Mir gehört die ganze Erde

“Wenn ihr nun auf Meine Stimme hört und Meinen Bund haltet, werdet ihr füMich der wertvollste Besitz aller Völker sein, obwohl Mir die ganze Erde gehört. Ihr werdet füMich ein Königreich von Priestern und ein heiliges Volk sein” (19,5-6).

Andere Rabbanim erklären die Worte “obwohl Mir die ganze Erde gehört” anders: “denn Mir gehört die ganze Erde”. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, diesen Pasuk (Vers) zu verstehen. Es gibt mehrere mögliche Ansätze:

1.     Wir können darin ein Versprechen auf Belohnung und eine Zusicherung unserer materiellen Zukunft sehen. “Denn Mir gehört die ganze Erde” bedeutet dann, dass wir diese schwierige Aufgabe, das auserwählte Volk zu sein, mit großem Einsatz und großer Anstrengung erfüllen können, ohne uns um unser Einkommen zu sorgen. “Ich kann dich voll belohnen und versorgen, wenn du nur deine Aufgabe gut erfüllst“.

2.      Raschi erklärt den Pasuk noch auf intimerer Art und Weise. Obwohl Mir die ganze Erde gehört, ist das Einzige, was Mir wirklich am Herzen liegt, ist die Erfüllung der Zukunft des Jüdischen Volkes. Die ganze Erde gehört Mir, aber das interessiert Mich weniger wie sich das Am Israel zur Tora verhält. Gerade dieser Ansatz unterstreicht die Bedeutung unseres Auftrags auf der Erde. Aber zuerst müssen wir ein echtes Jüdisches Volk sein, das sich als solches identifiziert. Dies ist eine schwierige Aufgabe und eine große Verantwortung!

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Written by Dajan Raphael Evers

Oberrabbiner von Düsseldorf /Dajan des Europäischen Beit Din's

Bekannt für seine enzyklopädischen Kenntnisse in fast allen Bereichen des Judentums. Ist ein Mitglied in CER (Konferenz der europäischen Rabbiner) sowie im europäischen Beit Din.

Hat mehrere Bücher geschrieben. Darunter: „Talmudisches Denken“, „Die Echte Torah“, „Schaatnes Gesetze“.

Im Moment widmet sich dem Ziel das jüdische Leben in Düsseldorf wieder aufzubauen.

Sprachen: Holländisch, Yiddisch, Hebräisch, Englisch, Deutsch

(Foto gemacht von: J. Feldmann)

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