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Die Auslösung eines Eselsfohlens – Parascha Bo

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Die Auslösung eines Eselsfohlens – Parascha Bo

·         „Aber jedes erste Eselsfohlen sollst Du mit einem Stück Kleinvieh auslösen“ (13:13)

Die Auslösung des erstgeborenen Esels bildet einen rätselhaften Auftrag oder Anordnung am Anfang der Jüdischen Volkswerdung. Auch der Kontext, in dem die Auslösung des Esels beschrieben steht, ist nicht eindeutig klar: (13) „Jeden Erstgeborenen eines Esels sollst Du für ein Lamm auslösen. Wenn Du ihn nicht auslöst, dann sollst Du ihm den Nacken brechen (14) und wenn Dein Sohn Dich morgen fragen sollte „was ist das?“, dann sollst Du ihm sagen: „Mit einer starken Hand hat G“tt uns aus Ägypten hinaus geführt, aus dem Sklavenhaus“. (15) Als Pharao bei seinem Widerstand blieb, uns fort ziehen zu lassen, tötete G“tt alle Erstgeborenen im Land Ägypten, ab dem Erstgeborenen des Menschen bis zum Erstgeborenen des Viehs“ (Exodus 13:13 – 15).

Weshalb werden die Erstgeborenen ausgelöst? Da alle Erstgeborenen G“tt gewidmet sind und sich deshalb eigentlich nicht mit profanen, säkularen Tätigkeiten beschäftigen dürfen. Aber da der Durchschnittsmensch so einem heiligen Leben meistens nicht nach geht, kaufen wir unsere Erstgeborenen von den Beauftragte im spirituellen Sinne hier auf Erden, den Kohanim (Priester), zurück.

Das Auslösen der erstgeborenen Menschen ist also einleuchtend, aber weshalb muss auch das erstgeborene Vieh ausgelöst werden? Die Vorschrift von Pidjon Bechor Behema – das Auslösen der erstgeborenen Tiere – soll uns klar werden lassen, dass alles, was wir besitzen, G“tt gehört.

Zur Erinnerung an die großen Wunder, die G“tt für uns beim Auszug aus Ägypten vollbrachte, heiligen wir auch die erstgeborenen Esel und werden sie von den Kohanim ausgelöst. 

·         Mit uns fragte sich Rabbejnu Bachja ben Ascher (vierzehntes Jahrhundert, Spanien) bereits vor langer Zeit ab: „Weshalb ist der Esel, obwohl es ein unreines Tier ist, den Gesetzen der Auslösung der Erstgeborenen unterworfen?“

Es gibt 2 Antworten:

     *Zu allererst werden die sturen heidnischen Ägypter mit Eseln verglichen und

     * zum zweiten gibt es eine Tradition, dass jeder Israelit Ägypten mit neunzig Eseln verließ, beladen mit Gold und Silber.

Das sind schwer zu verstehende Erklärungen. Rabbi Owadja Sforno (15./16. Jahrhundert, Italien) stellt die Verbindung her zwischen der Frage des Kindes „was ist das?“ – die es auch am Sederabend stellt – und der Vorschrift der Auslösung des erstgeborenen Esels.

Laut ihm (Rabbi Owadja) bedeutet das Vergleichen zwischen dem Esel und dem Ägypter, dass sie so stur wie Esel gewesen waren und nicht dazu zu bewegen, die Juden frei zu lassen, trotz der Naturgewalt der Zehn Plagen. Das Auslösen eines Esels mit einem Schaf bedeutet, dass die Ägypter sich von all dem Turbulenten durch das Schaf, dem Jüdischen Volk, dass wie ein verirrtes Schaf beim Prophet Jesaja 3:17 beschrieben wird, hätten auslösen lassen können, indem sie es frei gelassen hätten. Sie weigerten sich. G“tt musste sie wie einen Esel töten, dessen Nacken gebrochen werden muss, wenn er nicht gegen ein Schaf frei gekauft wird.

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Der Esel genießt einen speziellen Status. Da er unrein ist, kann er nur mit einem Schäflein ausgelöst werden. Erfolgt das nicht, dann wird er enthauptet. Rabbi Naftali Zwi Jehuda Berlin (neunzehntes Jahrhundert) erklärt uns die Symbolik hiervon wie folgt:

·         Mit einem Lamm hätten wir den Kohanim –  den

·         Priestern, die ihr Leben dem G“ttesdienst aufopferten –

·         ein Vorteil verschaffen können.

·         Wenn wir verweigern, heiligen Menschen, die die Speerspitze unseres Volkes bilden, zu helfen und zu bevorzugen, wenn wir dieses Potential nicht (be)nutzen, ist es, als ob unser Kopf abgehackt wird.

·         Die Gelehrten und die Heiligen werden als die Anführer – „der Kopf“- des Jüdischen Volkes betrachtet. Wenn wir das leitende Potential nicht ansprechen und fördern, ist es eigentlich schlimmer, als wenn wir dieses charismatische Potential nie gehabt hätten.

·         Ungenutzte Möglichkeiten sind eigentlich ein Armutszeugnis für einen talentierten Menschen.

Das Gleiche gilt auch für die Basis des Volkes. Wenn die verborgenen Begabungen, Talente und Kapazitäten nicht zum Wohlergehen der Allgemeinheit verwendet werden, wäre es besser, wenn man diese Veranlagungen überhaupt nicht erhalten hätte. DAS ist die Lehre des Brechens des Nackens des Esels.       

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