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DIE BERACHA ÜBER DEN NEUMOND: KIDDUSCH LEWANA

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בסייד

Diese Woche lesen wir über Rosch Chodesch: “Dieser Monat (Nissan) wird für euch der erste der Monate sein…” 

(Schemot/Ex. 12:2)

Eng verbunden mit Rosch Chodesch (Neumond) ist der Kiddusch lewana. Es ist verpflichtend, jedes Erscheinen des Neumondes mit einer Beracha – einem Segensspruch – einzuleiten. In Jüdischen Vierteln gehen abends ganze Gruppen von Gläubigen auf die Straße, um bei Neumond eine Beracha zu sprechen. Dies ist eine Zeremonie mit vielen Regeln und Vorschriften. Hier sind einige Leitlinien.

erst nach Einbruch der Dunkelheit 

Man benscht (segnet) den Mond erst nach Einbruch der Dunkelheit, damit seine Strahlen auf der Erde deutlich sichtbar sind und man sich sein Licht zunutze machen kann. Wenn der Mond von Wolken bedeckt ist, benscht man ihn nicht, es sei denn, die Wolke ist dünn und durchsichtig. Wenn man die Beracha begonnen hat und der Mond dann bedeckt wird, kann man die Beracha beenden. Aber wenn man glaubt, dass der Mond bedeckt sein wird, bevor man die Beracha beendet hat, darf man sie nicht beginnen. Selbst ein Blinder kann für den Neumond benschen.

nicht unter einem Dach

Man benscht den Mond ausschliesslich unter freiem Himmel und nicht unter einem Dach. Wenn man jedoch keinen sauberen Platz hat oder wenn man es aus anderen Gründen nicht draußen sagen kann, kann man den Kiddusch lewana auch drinnen vor dem Fenster sagen.

am Motza’ei Schabbat

Es ist am besten, den Mond am Motza’ei Schabbat, dem ausgehenden Schabbat, zu benschen, wenn man noch für den Schabbat gekleidet ist. Wenn der Motza’ei Schabbat jedoch später als zehn Tage nach Molad (Erscheinen des Neumonds) liegt oder wenn man befürchtet, dass man den Mond dann nicht benschen kann, wartet man nicht bis zum Motza’ei Schabbat.

mit vielen Menschen zusammen

Es ist eine Mizwa (Gebot), den Mond mit vielen Menschen zusammen zu benschen, denn “die Herrlichkeit des Königs zeigt sich in einer großen Schar” (Mischlei/Sprüche 14:28). Aber deswegen sollte man es nicht aufschieben, denn das Prinzip, dass eine Mizwa so schnell wie möglich ausgeführt werden sollte, überwiegt das Prinzip der “Herrlichkeit des Königs” und des Bentschens des Neumondes mit vielen Menschen zusammen.

mindestens drei Tage seit dem Molad

Man benscht den Mond nicht, bevor nicht mindestens drei Tage seit dem Molad (Erscheinen der ersten Sichel des Neumondes) vergangen sind, aber manche warten sieben Tage. Und wenn der Motza’ei Schabbat innerhalb von sieben Tagen nach dem Molad liegt, sollte man nicht warten, sondern an diesem Motza’ei Schabbat den Mond benschen.

Man benscht den Mond nur bis zur Hälfte des 29. Tages des Monats, 12 Stunden und 793 Teile einer Stunde, also 14 Tage, 18 Stunden und 22 Minuten nach dem Molad.

vor dem 9 Av, Tischa beAv, nicht

Man benscht den Mond vor dem 9 Av, Tischa beAv, nicht. Auch ein Trauernder sollte den Mond nicht benschen, es sei denn, seine Trauerzeit ist nicht innerhalb von zehn Tagen nach dem Molad beendet, denn dann würde er den Mond während seiner Trauerzeit benschen.

wenn man fastet, nicht bevor man etwas gegessen hat

Man benscht auch den Mond nicht, wenn man fastet, bevor man etwas gegessen hat. Am Abend nach Jom Kippur darf man zumindest den Mond sofort benschen, weil man dann in fröhlicher Stimmung ist, denn am Jom Kippur werden uns die Sünden vergeben.

Man benscht den Mond nicht am Freitagabend oder am Vorabend eines Feiertages, außer in einem Notfall, wenn die Zeit dafür am Motza’ei Schabbat vergangen ist.

Kiddusch Lewana und Schema

Wenn der Mond bereits zu Beginn des Abends scheint, noch bevor man Ma’ariv (das Abendgebet) gebetet hat, und es bleiben noch Abende übrig, an denen man den Mond benschen kann, dann betet man zuerst Ma’ariv und benscht den Mond danach, denn (die allgemeine Regel ist, dass) das, was häufiger ist, Vorrang vor dem hat, was weniger häufig ist. Außerdem ist das Schma eine Verpflichtung aus der Tora.

Wenn jedoch fast keine Zeit mehr bleibt und nur noch zwei oder drei Nächte verbleiben, um den Kiddusch lewana zu sprechen, dann sollte man befürchten, dass der Mond die verbleibende Zeit verdeckt bleiben könnte und den Kiddusch lewana sofort sprechen.

Am Ende des Kiddusch lewana wünscht man sich gegenseitig einen `mazzeldike chodesch’ – einen gesegneten Monat.

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Written by Dajan Raphael Evers

Oberrabbiner von Düsseldorf /Dajan des Europäischen Beit Din's

Bekannt für seine enzyklopädischen Kenntnisse in fast allen Bereichen des Judentums. Ist ein Mitglied in CER (Konferenz der europäischen Rabbiner) sowie im europäischen Beit Din.

Hat mehrere Bücher geschrieben. Darunter: „Talmudisches Denken“, „Die Echte Torah“, „Schaatnes Gesetze“.

Im Moment widmet sich dem Ziel das jüdische Leben in Düsseldorf wieder aufzubauen.

Sprachen: Holländisch, Yiddisch, Hebräisch, Englisch, Deutsch

(Foto gemacht von: J. Feldmann)

DIE GRUNDLAGE ALLER MIZWOT (Gebote): Der Glaube an G’tt – Parascha Waera

Psychiatrie und Judentum – Parascha Bo