in

Die Gerissenheit des Yetzer HaRa

image_pdfAls PDF Speichernimage_printDrucken

“Denn der Yetzer (der böse Trieb) ist ein geschickter Krieger, ein Experte in der Kunst der Gerissenheit. Es ist unmöglich, ihm zu entkommen, ohne große Weisheit und tiefgreifende Weitsicht. Das ist es, was der Prophet ausrief (Chagai 1,7): ‘Gebt acht auf eure Wege!’

(Mesillat Yesharim, Kapitel 2)

“Manchmal ist es der Weg des Yetzers, einen Menschen eine kleine Mitzvah tun zu lassen, um ihn danach zu einer großen Sünde zu bringen, die um ein Vielfaches größer ist als die Mitzvah. 

Dies ähnelt Vogeljägern, die Futterstücke in einer Falle zurücklassen. Sie tun dies nicht zum Nutzen der Vögel, sondern um des großen Gewinnes wegen, den sie sich, mit ein klein wenig Futter, das sie in die Vögel investieren, erhoffen. 

So ist auch der Weg des Yetzers, der dem Menschen ein Stückchen Mitzvot gibt, wodurch dieser in die Falle der Sünde tappt.

Die Mussar-Meister gaben eine Analogie eines Königs, der einen seiner Adligen rief und ihm befahl und ihn ermahnte, unter keinen Umständen sein Hemd in der Öffentlichkeit auszuziehen. Nach einiger Zeit traf der Adlige auf dem Marktplatz einen Mann, der vor allen Anwesenden behauptete, der Adlige sei ein Buckelrücken und habe eine große Beule am Rücken. Der Edelmann leugnete dies und konterte, dass er kein Buckelrücken sei. Der Mann wettete mit ihm: “Ich zahle dir 100 Tausend Silbermünzen, wenn du kein Buckelrücken bist, und wenn du einer bist, zahlst du mir 100 Tausend Silbermünzen“. Der Edelmann stimmte zu und zog sein Hemd aus, um zu beweisen, dass er keinen Buckel hat und machte einen Gewinn von 100 Tausend Münzen. Als er stolz zum König zurückkehrte und ihm von dem Gewinn berichtete, schrie dieser ihn an: “Du Idiot! Ich habe dir gesagt, du sollst dein Hemd niemals in der Öffentlichkeit ausziehen. Denn ich wettete mit diesem Mann um eine Million Goldmünzen, dass du dein Hemd niemals in der Öffentlichkeit ausziehen würdest. Dieser Mann war clever. Er investierte 100 Tausend Silbermünzen, um eine Million Goldmünzen zu erhalten!“ 

Auf diese Art lässt auch der Yetzer den Menschen Mitzvot tun. Der Mensch gewinnt dadurch ein wenig, nur um daraufhin vom Yetzer zu vielen Sünden verleitet zu werden, wodurch dieser einen großen Gewinn macht.

Deshalb sei der Mensch vor den bösen Trieben und ihren Tricks äußerst wachsam.”

(Darchei Mussar 199)

This post was created with our nice and easy submission form. Create your post!

Report

What do you think?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Written by Daniel Ben Noach

Mein Name ist Daniel, ich bin 32 Jahre alt (ich werde diesen Monat 33) und befasse mich seit 2015 aktiv mit jüdischen Themen und insbesondere auch den noachidischen Geboten.

Mein Hauptaugenmerk ist dabei vor allem auf die Mussar-Lehre des Judentums gerichtet, also alles was mit Moral, Ethik und Charakterentwicklung zu tun hat, und wie das Thema von den jüdischen Weisen schon Jahrtausende gelehrt wird, und wie geschrieben steht:

"Höre, mein Kind, die Disziplin (Mussar) deines Vaters und verlasse die Lehre (Torah) deiner Mutter nicht." (Mishlei 1,8)

Es steht ebenso geschrieben (Kohelet 12,13):

"Die Summe aller Dinge, wenn alles bedacht ist: Fürchte Gott und halte seine Gebote, denn das ist die ganze Pflicht des Menschen."

Was ist Gottesfurcht?

Sie ist der Schatz, wie es in Yeshaya 33,6 heißt. Und diesen gilt es zu heben, so wie geschrieben steht:

"...Wenn du nach ihr strebst, wie nach Geld, sie suchst wie verborgende Schätze - dann wirst du die Furcht Gottes verstehen..."

Cheshbon Hanefesh #2 – Dankbarkeit für den eigenen Körper

Die Worte der Weisen