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Die Heilung der Seele

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Der Ramchal schreibt in Mesillat Yesharim, Kapitel 3:

“Ich sehe die Notwendigkeit für einen Menschen, akribisch zu sein und jeden Tag seine Wege abzuwägen, wie die großen Kaufleute, die ständig alle ihre Geschäftsangelegenheiten bewerten, damit diese nicht verkümmern.

Er sollte bestimmte Zeiten und Stunden für dieses Abwägen festlegen, damit es nicht willkürlich, sondern mit großer Regelmäßigkeit geschieht, denn dies bringt große Ergebnisse.

Unsere Weisen seligen Andenkens lehrten uns ausdrücklich die Notwendigkeit dieser Buchführung (Cheshbon), wie sie sagten (Bava Batra 78b):

“Darum sagten die Barden: Kommt nach Cheshbon” (Bamidba 21,27) – d.h. darum sagten die Herrscher – ihrer (bösen) Neigungen – kommt und erwägt die Abrechnung der Weltden Verlust, der durch das Tun einer Mitzvah entstanden ist, gegen den Gewinn, der dadurch erzielt wurde, und den Gewinn, der durch das Tun einer Sünde erzielt wurde, gegen den entstandenen Verlust….

Ohr Yisrael – Shaar Ohr Kap. 4 kommentiert:

“Auf den ersten Blick scheint dies sehr schwierig zu sein. Welche Weisheit und Klugheit steckt in diesem Ratschlag? 

Es scheint eine einfache Angelegenheit zu sein, die jedem Menschen vertraut ist, dass eine Abrechnung des Verlustes der Mitzvah gegen ihren Gewinn und des Gewinns der Sünde gegen ihren Verlust ein guter Rat und eine Strategie gegen den Yetzer Hara ist, um sich vom Bösen abzuwenden und Gutes zu tun. Dies ist so, weil die Wahrheit dieses Cheshbon gut bekannt und jedem Menschen vertraut ist, noch bevor er den Cheshbon gemacht hat.

Der Mensch gebe aber nicht auf, und rede sich ein: “Ich weiß das alles und glaube das alles und ich verstehe und erkenne es. Mir fehlt es nicht an Wissen über den Lohn der Mitzvah und den Verlust der Sünde. Aber trotzdem ist die Gottesfurcht weit von mir entfernt, also welchen Nutzen habe ich von dieser Rechenschaft?”

Denn die Herrscher ihrer Triebe, die in der Kriegsführung, im Kampf gegen diesen Herrscher, nämlich im Krieg des Yetzer, geschult sind, wissen aus Erfahrung, dass dem nicht so ist. 

Das Wissen und der Glaube allein, ohne den Willen und ohne den Cheshbon und das Verständnis werden keinerlei Frucht bringen. Wenn ein Mensch Weisheit und Mussar, Cheshbon und Daat (Wissen) suchen will, so sollte er wissen, dass es keinen Cheshbon ohne Kontemplation geben kann, d.h. über die Abrechnung der Welt nachzudenken, den Gewinn der Mitzvah gegen den Verlust der Sünde abzuwägen, die Kontemplation all ihrer Einzelheiten – nur das hat die Kraft, einen Menschen zu stärken, siegreich aus dem Krieg hervorzugehen und Herrscher über seinen bösen Trieb zu sein

Daher können nur die Herrscher über ihre Triebe, die bereits siegreich aus dem Krieg hervorgegangen sind, diesen Rat geben und andere Weisheit und Wissen lehren – “lasset uns in eine Abrechnung der Welt eintreten”.

Ohr Yahel, Bd. 1, schreibt:

 “Abrechnung der Welt” – Die Heilung der Seele ist nicht wie die Heilung des Körpers. Denn bei letzterer muss lediglich der Arzt Medizin zu studieren, während der Kranke nur die Arzneien zu trinken oder Verbände zu wickeln braucht, nach dem Befehl und der Anweisung des Arztes.

Aber so ist es nicht für den  Menschen, der sich von der Krankheit seiner Seele heilen will. Er selbst muss ebenso ein Arzt sein! Auf keinen Fall kann er sich selbst helfen, wenn er die Medizin eines anderen nimmt, bevor er selbst die Wissenschaft der Medizin kennt und sich selbst heilen kann. In dem Maße, wie ihm die Kenntnis der Medizin fehlt, fehlt ihm auch die wahre Heilung. Das ist es, was unsere Weisen uns angedeutet haben: “Lasst uns in einen Cheshbon eintreten!” – Sie sagten nicht: “Geht und denkt”. Vielmehr muss man gewiss auf dieselbe Art denken wie sie!…

Siehe, es ist von unseren Weisen ohne jede Vagheit gut geklärt, dass das ganze Wesen des Yetzer ist: Zu verhindern, dass man nachdenkt…

Zichon Meir 357 kommentiert:

Alles Schlechte ist darauf zurückzuführen, dass man diesen Cheshbon nicht macht….Und in Mesillat Yesharim, Kapitel 2 schreibt der Ramchal:

“Das ist ähnlich wie der Rat des bösen Pharao, der sagt: ‘Intensiviere die Arbeit der Menschen’ … Denn er weiß, dass, wenn sie sich ihre Wege auch nur ein bisschen zu Herzen nehmen würden, sie sicherlich sofort Reue für ihre Taten empfinden würden.” – Zitat Ende.

Wir können aus dem Ausdruck “wenn sie sich ihre Wege auch nur ein bisschen zu Herzen nehmen würden..” schließen, dass die ganze Strategie des Yetzer darin besteht, eine Person nicht anfangen zu lassen, “auch nur das geringste bisschen” nachzudenken. So bringt er eine Person zu Fall…

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Written by Daniel Ben Noach

Mein Name ist Daniel, ich bin 32 Jahre alt (ich werde diesen Monat 33) und befasse mich seit 2015 aktiv mit jüdischen Themen und insbesondere auch den noachidischen Geboten.

Mein Hauptaugenmerk ist dabei vor allem auf die Mussar-Lehre des Judentums gerichtet, also alles was mit Moral, Ethik und Charakterentwicklung zu tun hat, und wie das Thema von den jüdischen Weisen schon Jahrtausende gelehrt wird, und wie geschrieben steht:

"Höre, mein Kind, die Disziplin (Mussar) deines Vaters und verlasse die Lehre (Torah) deiner Mutter nicht." (Mishlei 1,8)

Es steht ebenso geschrieben (Kohelet 12,13):

"Die Summe aller Dinge, wenn alles bedacht ist: Fürchte Gott und halte seine Gebote, denn das ist die ganze Pflicht des Menschen."

Was ist Gottesfurcht?

Sie ist der Schatz, wie es in Yeshaya 33,6 heißt. Und diesen gilt es zu heben, so wie geschrieben steht:

"...Wenn du nach ihr strebst, wie nach Geld, sie suchst wie verborgende Schätze - dann wirst du die Furcht Gottes verstehen..."

Sefirot für Omer Rechnung

Nach Pessach in Israel bei Sefarden und Morokanern – Memuna