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Die Wichtigkeit von Freude im Judentum – Parascha Ki Tawo

Freude-Der Indikator der Einstellung des Menschen
Freude-Der Indikator der Einstellung des Menschen
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In unserem Wochenabschnitt Ki Tawo werden zahlreiche Flüche aufgezählt, welche das jüdische Volk aufsuchen werden. Jeder, der diese Liste durchgeht, schauert allein beim Gedanken daran. Wir denken sicher, dass man schreckliche Sünden machen und sich komplett von G´tt entfremden muss, um so etwas zu verdienen. Aber die Torah gibt eine scheinbar harmlose Ursache, warum diese haarsträubenden Flüche kommen werden: תחת אשר לא עבדת את ה´ אלוקיך בשמחה – “Weil du G´tt ohne Freude dientest” (Devarim 28, 47). Obwohl das jüdische Volk alle Ge-und Verbote der Torah einhält und befolgt, scheint dies nicht genug zu sein.

Die offensichtliche Frage ist, wie es sein kann, dass allein das Fehlen der Freude und des Enthusiasmus beim Erfüllen der Gesetze, all diese schrecklichen Geschehnisse zur Folge hat? Wir würden sagen, dass es die Hauptsache ist, die Gebote der Tora einzuhalten und die Freude daran ein schöner Bonus ist, aber die Tora lehrt uns, dass es genau umgekehrt ist und die Freude das Wichtigste beim Erfüllen der Mitzwot ist. 

Doch nach kurzem Überlegen können wir verstehen, warum dies so wichtig ist und warum dies der Ursprung des Unheils ist. Der Enthusiasmus und die Freude, welche der Mensch bei jeder Tätigkeit zeigt, indiziert seine Einstellung gegenüber dieser Tätigkeit.

Haschem geht es nicht darum, dass wir einfach Tefilin (Gebetsriemen) legen und Zizit (Schaufäden) tragen, ohne uns dabei etwas zu denken, sondern dass wir dies mit dem Bewusstsein und der Freude tun, seinen Willen erfüllen und ihm dienen zu können. Ein Mensch, welcher alle Gebote sogar mit größter Vorsicht erfüllt, ohne sich zu freuen, versteht anscheinend nicht den Grund, warum wir überhaupt Mitzwot machen.

Es ist nicht leicht diese Freude und den Enthusiasmus beizubehalten, besonders bei Geboten, welche wir täglich erfüllen. Aber das Verständnis, dass dies zeigt, was unser Verhältnis zu G´tt ist und ob wir seine Diener sein möchten, sollte uns motivieren und uns dabei helfen, es dennoch zu versuchen.  

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Written by Rav Dovid Gernetz

Der Autor wurde in Dnepropetrowsk, Ukraine geboren und ist in Berlin, Deutschland aufgewachsen. Er studierte zwei Jahre in einer Yeshiva in Zürich, Schweiz und anschließend zwei Jahre in einer Yeshiva in Gateshead, England. Seit seiner Hochzeit lebt er in Telz Stone in Israel.
Der Autor ist Vertreter von Imrey Deutschland e.V und verantwortlich für diese Website. Außerdem gibt er wöchentlich den Judentum.Online-Newsletter heraus und veröffentlicht zahlreiche Beiträge zu Themen rund ums Judentum.

Sprachen: Russisch, Deutsch, Englisch, Hebräisch

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