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Fußballspieler und Zauberer – Parascha Waera

Fußballspieler und Zauberer - Parascha Waera
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Originaltext auf Russisch finden Sie hier

“Als aber Pharao sah, dass die Erleichterung eingetreten war und dass sein Herz wieder Festigkeit gewann, gab er ihnen kein Gehör..” (Schmot 8:11)

Einmal hörte ich von Rabbi Neugreschel die folgende fiktive Geschichte über einen großen Fußballspieler, auf den sich ein seltsam gekleideter Mann kurz vor dem Betreten des Spielfelds einließ.

“Ich bin ein Zauberer”, stellte er sich vor.

Diese Aussage brachte den Fußballspieler zum Lachen.
“Und was kannst du tun?”, fragte er.

“Ich weiß die Zukunft”, antwortete er, “zum Beispiel, ich kann dir zeigen, was in 60 Jahren geschieht.”

Der Fußballspieler war sehr fasziniert und wandte sich an den Zauberer mit der Bitte, ihm dies zu zeigen, obwohl ihm vor einem wichtigen Spiel, das von mehr als hunderttausenden Zuschauern im Stadion und Millionen im Fernsehen verfolgt werden sollte, wenig Zeit blieb.

Der Zauberer zog sich ein Haar aus dem Bart, und ein Bildschirm kam von der Decke herunter. Auf dem Bildschirm war ein bettlägeriger alter Mann zu sehen. Um ihn herum waren seine Freunde und Bekannten. Er wurde von Schmerz gequält und stöhnte. Dann schloss er die Augen und beruhigte sich. Jeder verstand, dass dies sein Ende war. Niemand war zu traurig, weil alle dazu bereit waren (außerdem – hinterließ der alte Mann ein solides Erbe). Es ging darum, wo und wann man ihn begraben sollte, wie man das Eigentum aufteilt.

Plötzlich hörte der Film auf.

“Nun”, sagte der Zauberer, “dies war was du sehen wolltest”.

“Aber wer war das?”, fragte der verwunderte Fußballspieler.

“Das warst du”, antwortete der Zauberer.

“Ich?!!!”

“Ja, aber keine Sorge, das wird erst in sechzig Jahren passieren. Vor dir liegen noch viele Lebensjahre. Jetzt geh spielen, ich will dich nicht zurückhalten. Fans warten schon auf dich.“

Rav Neureschal stellte dem Publikum eine rhetorische Frage: „Wird dieser Fußballspieler so spielen können, als wäre nichts passiert? Mit der gleichen Stärke und Begeisterung, die er hatte, bevor er diese Schüsse gesehen hatte?“ Zweifellos nicht. Aber was ist passiert? Der Fußballer hat auf den ersten Blick nichts Neues erfahren. Hatte er zuvor wirklich gedacht, dass er niemals sterben würde? Oder er nahm an, dass er im besseren Weg sterben würde als der, den ihm der Zauberer zeigte? Es scheint, als hätte er sich freuen sollen, nachdem er diesen Film gesehen hatte, denn ihm wurde versprochen, dass er ein langes Leben führen und fast 90 Jahre erreichen würde. Aus der Sicht des Wissens gab es ршук zweifellos nichts Neues. Er wurde jedoch von der Tatsache beeinflusst, dass er es vor seinen eigenen Augen sah. Ein Mensch ist nicht ernsthaft von dem betroffen, was er weiß, nämlich von dem, was er vor seinen eigenen Augen fühlt oder sieht.

Ähnliches geschah und mit dem Pharao – als er die Schwere der Bestrafung spürte, bat Moshe und Aaron, zum Herrn zu beten, um die Kröten von ihm und seinem Volk zu entfernen, und versprach, die Juden freizulassen. Als er sich jedoch erleichtert fühlte, änderte er seine Meinung und ließ die Menschen nicht los, obwohl er zweifellos verstand, dass er dadurch eine zusätzliche Bestrafung für sich und seinem Volk bringen würde.

Im Traktat “Tamid” steht, dass Alexander von Mazedonien habe irgendwann die Ältesten des Negev gefragt: „Wer ist weise?“ „Derjenige, der die Zukunft sieht“, antworteten sie ihm. Chafetz Chaim stellt klar, dass es nicht umsonst war, dass die Ältesten sagten „sieht“ und nicht „weiß“. Es reicht nicht aus, die Zukunft zu wissen, man muss sie vor eigenen Augen sehen, denn nur in diesem Fall wird dieses Wissen den Menschen beeinflüssen, sagt Chafetz Chaim.

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Written by Rav Reuven Kuklin

Der Autor stammt aus Russland und immigrierte im jungen Alter nach Israel. Dort studierte er viele Jahre Torah und sammelte
Erfahrung bei Toldot Yeshurun als Redner und beantwortete Fragen zu allen möglichen Themen des Judentums aus aller Welt. Danach machte er sich selbstständig und gründete den russischsprachigen Verein IMREY NOAM, mit dem Ziel Torah im russischsprachigen Raum zu verbreiten. Seine Website imrey.com ist sehr erfolgreich mit über 500.000 Besuchern pro Monat.
Als Leiter von IMREY NOAM steht er Judentum.online, welches Teil von IMREY ist, mit Rat und Tat zur Seite.

Sprachen: Hebräisch, Russisch, Englisch

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