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HODU LASCHEM – GEBET TEFILLA – Teil 20

GEBET TEFILLA - Teil 4
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Unmittelbar nach Baruch Sche’amar folgt die Tefilla Hodu LaSchem.

HODU LASCHEM

Hodu besteht aus drei Teilen:

1. von “Hodu” bis “Al tigu bimschichai” – Divre Hayamim (das Bibelbuch Chroniken) 16: 8-36

2. von “Schiru Laschem” nach “Wehalel Laschem” – Tehillim (Psalmen) 105: 10-15

3. der Rest basiert auf Pesukim (Versen) aus verschiedenen Abschnitten in Tehillim.

Der erste Teil: König David brachte dem Assaf-Sänger das Singen an dem Tag bei, an dem der Aron (Bundeslade) ins Ir David, das Schloss von König David, in Jerusalem gebracht wurde.

Nach der Überlieferung (Seder Olam) wurde dieser erste Teil täglich während des Bringens des Morgens Tamid (tägliches Morgenopfer) gesungen, während Schiru Laschem während des Bringens des Nachmittags Tamid während der Zeit, in der der Aron in der temporären Stiftshütte blieb, bis König Schelomo Hamelech den Bet Hamikdasch, den Tempel, baute. Dies erklärt, warum Hodu in einigen Nusachot (Gebetsformulierungen) sofort dem Seder Korbanot (Opferordnung) folgt.

“Hodu” bis “Al Tigu Bimschichai” enthält 29 Pesukim, Verse. Die ersten fünfzehn bekräftigen unsere Überzeugung, dass G-tt uns aus allen problematischen Umständen heraushilft, was ein Auftakt für die Berachot des morgendlichen Schemas ist, während die folgenden vierzehn uns auf die messianische Erlösung vorbereiten, das Thema der Berachot des abendlichen Schemas, also das Schema.

`Kiroe wischmo ‘(auf Seinen Namen anrufend): Kann auf verschiedene Arten übersetzt werden. Der Gaon von Wilna sieht zwei Aufgaben:

1. Dass wir dies in allem, was wir erreichen, G-tt zuschreiben;

2. Dass wir unserer Umwelt auch klar machen müssen, dass wir überall G-ttes Führungshand sehen.

“Le´elef dor” (seit tausend Generationen): Das bedeutet für immer. Das bedeutet wörtlich tausend Generationen. Aber diese Welt existiert nicht und wird nicht so lange dauern. Dies bedeutet, dass HaSchem die drei Generationen der Patriarchen ausgewählt und in ihrem Gefolge unsere Generation (en) als ihre Erben akzeptiert hat.

`Schiru laSchem ‘(singt für G’tt): Die gesamte Weltbevölkerung ist aufgerufen, G’tt zu loben. Israel spielt dabei eine Vorreiterrolle. Darauf wird in den kommenden vierzehn Pesukim (Versen) Bezug genommen. Es ist eine Vision der Zukunft mit einem Hauch von Vergangenheit. König David spricht auch hier aus eigener Erfahrung. Als die Heilige Bundeslade von den Philistern gestphlen wurde, bestrafte G-tt sie und ihr Dagon-Idol. Die Philister mussten dann die Vormachtstellung von G’tt anerkennen und schickten die Lade mit Geschenken zurück (Artscroll).

VaSchem Schamaim asa (der Ewige hat den Himmel geschaffen): Hier macht man eine kurze Pause, um zwischen dem Ende des Satzes, der von G-ttes Werk spricht, und dem Beginn des Verses zu unterscheiden, der von der Ohnmacht der Idole spricht. Rabbi David Kimche (1160-1235, Frankreich) zufolge ist es absurd, Götzen zu dienen, denn G’tt schuf alles.

Einer der Namen von G’tt ist Schalom, Frieden. Obwohl die Menschheit manchmal in einen ständigen Kampf verwickelt ist, ist es sicher, dass es letztendlich Frieden auf Erden geben wird. Wenn G’ttes Geist am Ende des Tages alles durchdringt, alles transparent wird, wird klar, dass die Götzen nur Kräfte sind, die von G’tt abgeleitet sind, und G’ttes Friede und Liebe werden überall so greifbar präsent sein wird, dass Niemand jemals wieder kämpfen wollen wird. (Sie werden ihre Schwerter zu Pflugscharen und ihre Spieße zu Sicheln machen. Kein Volk wird gegen das andere das Schwert erheben, und sie werden fortan nicht mehr Krieg führen. Jeder wird unter seinem Weinstock und Feigenbaum wohnen, denn niemand wird sie erschrecken. Denn der Mund des Herrn sprach. Micha 4,1–4).

“Romemu HaSchem Elokenu” (erhebt den Ewigen, unseren G’tt): Obwohl der Tempel “G’tts Fußschemel” nicht mehr existiert, ist das Höchste Wesen immer offen für Gebete. G’tt hilft denen, die ihn anrufen. Als Einführung in die wichtigsten Gebete wirken diese Gedanken anregend.

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Written by Dajan Raphael Evers

Oberrabbiner von Düsseldorf /Dajan des Europäischen Beit Din's

Bekannt für seine enzyklopädischen Kenntnisse in fast allen Bereichen des Judentums. Ist ein Mitglied in CER (Konferenz der europäischen Rabbiner) sowie im europäischen Beit Din.

Hat mehrere Bücher geschrieben. Darunter: „Talmudisches Denken“, „Die Echte Torah“, „Schaatnes Gesetze“.

Im Moment widmet sich dem Ziel das jüdische Leben in Düsseldorf wieder aufzubauen.

Sprachen: Holländisch, Yiddisch, Hebräisch, Englisch, Deutsch

(Foto gemacht von: J. Feldmann)

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