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Hat der Verbrecher den Polizisten festgenommen

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Hat der Verbrecher den Polizisten festgenommen?

Dwar Tora zum Wochenabschnitt Korach

„Und Korach nahm.“ (Bemidbar 16,1)

Was nahm Korach eigentlich? Die Tora sagt es nicht ausdrücklich.

Der Midrasch macht auf diese ungewöhnliche Formulierung aufmerksam. Es heißt nicht: „Er sprach“, „er befahl“ oder „er sonderte sich ab“, sondern: „Er nahm.“ Doch was nahm er?

Die Weisen erklären: Er nahm nichts Äußeres – vielmehr nahm sein eigenes Herz ihn gefangen.

Ein Gleichnis des Saba von Nowardok

Ein Dieb plante, eine Bank auszurauben. Doch wie sollte ihm das gelingen? Schließlich stand am Eingang ein Wachmann.

Also verkleidete er sich als Polizist, betrat selbstbewusst die Bank, ging an der Warteschlange vorbei, zog plötzlich eine Pistole und rief:

„Überfall! Sofort das ganze Geld aus der Kasse!“

Die Bankangestellte erkannte sofort den Ernst der Lage. Um ihr Leben nicht zu gefährden, begann sie, das Geld aus der Kasse zu holen.

Plötzlich spürte der Räuber jedoch den Lauf einer Pistole in seinem Rücken. Eine strenge Stimme befahl:

„Waffe fallen lassen! Hände hoch!“

Der Dieb ließ seine Pistole fallen und drehte sich erschrocken um. Vor ihm stand ein unscheinbarer Mann in Zivil. Er legte dem Räuber Handschellen an und kettete ihn an sich selbst.

„Kommen Sie mit.“

„Wohin? Wer sind Sie?“, fragte der überraschte Dieb.

„Zur Polizeiwache natürlich. Ich bin Kriminalbeamter in Zivil.“

Eine unerwartete Begegnung

Die Umstehenden machten Platz, und beide verließen die Bank. Passanten blickten neugierig auf das ungewöhnliche Paar – schließlich sieht man nicht jeden Tag einen Mann in Handschellen neben einem Polizisten.

Plötzlich kam ihnen ein Bekannter entgegen.

Er blieb stehen, starrte den Zivilbeamten an und rief überrascht:

„Sie?!“

Es war sein Nachbar aus dem oberen Stockwerk. Was musste dieser nun denken? Bald würde das ganze Viertel darüber sprechen! Herr Cohen aus dem Erdgeschoss wurde von der Polizei verhaftet und läuft in Handschellen die Straße entlang – als wäre er ein gewöhnlicher Verbrecher. Dabei wirkte er doch immer so anständig: eine ruhige Familie, wohlerzogene Kinder…

Wem soll man glauben?

Der Kriminalbeamte erkannte sofort, welche Gerüchte entstehen würden.

„Du hast das völlig falsch verstanden“, erklärte er hastig. „Ich arbeite als Zivilfahnder. Gerade eben habe ich einen Bankräuber festgenommen, der sich als Polizist ausgegeben hat. Ich bringe ihn jetzt zur Wache.“

Doch auch der Räuber reagierte blitzschnell:

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„Hör nicht auf ihn! Du siehst doch selbst, dass ich der Polizist bin! Ich habe ihn beim Diebstahl festgenommen. Die Polizei hatte nach ihm gesucht, und zufällig war ich in der Nähe.“

Der Nachbar blickte verwirrt von einem zum anderen.

Es fiel schwer, dem zu widersprechen, was die Augen sahen: Ein Polizist führt einen Gefangenen in Handschellen ab. Alles scheint eindeutig.

Das entscheidende Argument

Der Kriminalbeamte erkannte, dass die Situation zu kippen drohte.

„Hör zu“, sagte er schnell. „Ich behaupte, dass ich Polizist bin und den Räuber festgenommen habe. Er behauptet genau das Gegenteil. Bitte ihn einfach, den Schlüssel für die Handschellen zu zeigen!“

Der Beamte zog den Schlüssel aus seiner Tasche und hielt ihn hoch.

Wer den Schlüssel besitzt, ist derjenige, der die Kontrolle hat.

Die Lehre des Gleichnisses

Worauf will dieses Gleichnis hinaus?

Der Mensch und sein böser Trieb sind von Geburt an miteinander verbunden – wie zwei Menschen, die durch Handschellen aneinandergekettet sind.

Wie es heißt:

„Denn das Trachten des menschlichen Herzens ist böse von seiner Jugend an.“
(Bereschit 8,21)

Die entscheidende Frage lautet:

Wer besitzt den Schlüssel? Wer beherrscht wen?

Die Antwort ist einfach zu prüfen:

Sind wir fähig, uns von unseren schlechten Neigungen zu lösen? Beherrschen wir sie – oder beherrschen sie uns?

Und Korach nahm.

Korach wurde von seinem eigenen Herzen gefangen genommen.

Was dachte er sich? Glaubte er wirklich, Mosche Rabbenu und sogar den Schöpfer besiegen zu können?

In Wahrheit war er bereits Gefangener seines Jezer Hara (bösen Triebes). Der Neid gewann Macht über ihn – und schließlich führte genau dieser Neid zu seinem Untergang.

Quelle: imrey.org  (aus dem Russischen übersetzt)

Autor: Rabbiner Jakow Galinsky

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