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Hava nitchachma lo ‚Nun denn, lasse uns gegen das Volk listig sein‘

Hava nitchachma lo ‚Nun denn, lasse uns gegen das Volk listig sein‘
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Hava nitchachma lo

‚Nun denn, lasse uns gegen das Volk listig sein‘ (Schemot/Ex. 1:10)

Was war das ‚listig sein‘ gegenüber dem Jüdischen Volk? In Parscha Beschalach steht, dass – nach dem Auszug der Bnej Jisraejl – dem König von Ägypten berichtet wird, dass das Volk „weggezogen“ sei.

Das Befinden von Pharao und seinen Dienern änderte sich: „Was haben wir getan, indem wir das Volk Israel weggeschickt haben, so dass sie uns nicht mehr dienstbar sein können?“ (Schemot/Ex. 14:5).

Diese Frage von Pharao ist schwer zu verstehen. Das Volk war nicht geflüchtet. Es wurde durch den Pharao weg geschickt, wie das das Ende des Passuks selbst aufzeigt. Die Pläne Pharao’s mit dem Jüdischen Volk waren zweierlei: er wollte deren Anzahl vermindern und gleichzeitig jedes Gefühl von nationaler Autonomie ausschalten, um jede Hoffnung auf einen Aufstand zu verhindern.

Mit schwerer Unterdrückung brechen 

Pharao glaubte, dass er den Jüdischen Geist mit schwerer Unterdrückung würde brechen können. Als Mosche und Aharon zum ersten Mal vor dem Pharao erschienen und forderten: „Schicke mein Volk weg“, antwortete Pharao ihnen: „Weshalb störet Ihr das Volk bei seiner Arbeit?“ (Schemot/Ex. 5:4).

Das Jüdische Volk ein Sklavenvolk? 

Der Pharao glaubte, das Jüdische Volk sei ein Sklavenvolk. Pharao war auch davon überzeugt, dass das Volk den Weg zurück antreten würde, wenn es mit den Problemen in der Wüste, nachdem es aus Ägypten weggeschickt worden war, konfrontiert wurde.

doch Jisra’ejl geblieben

Aber im gleichen Augenblick, als Pharao sich bewusst wurde, dass seine erniedrigten Sklaven nicht zurück kehrten, verstand er, dass das Volk weg war und nie mehr zurück kehren würde. Den Grund davon verstand Pharao sofort. Das Volk war letztendlich doch Jisra’ejl geblieben. Es hatte den Glauben an G“tt nie aufgegeben.

Stamm Levi: großen Geister

Die Juden vom Stamm Levi waren die großen Geister, die das Judentum, trotz aller Unterdrückung, aufrecht erhalten hatten. Sie waren nie, trotz der Sklaverei, abgedriftet und Mosche sagt von ihnen (zu HaSchem): „Sie werden Deine Vorschriften an Ja’akov unterrichten und Deine Thora an Jisra’ejl“ (Dewarim/Deut. 33:10).

am Land Israel keinen Anteil

Der Stamm Levi blieb dabei, sich für die Spiritualität des Jüdischen Volkes ein zu setzen, auch in der ägyptischen Gola. Die spirituelle Führungskraft des Stammes Levi als Vorreiter endete nicht mit dem Auszug aus Ägypten, so wie Maimonides am Ende seines Hilchot Schemita (Hauptkapitel 13) schreibt: „Weshalb hat der Stamm Levi am Land Israel keinen Anteil und keine andere physische Vorteile erhalten?

„die Armee G“ttes“

Da sie davon entbunden wurden, um HaSchem zu dienen und Seine Wege der Gemeinde bekannt zu machen. Deshalb haben sie keinen Anteil am normalen Wirtschaftsleben, brauchen sich nicht im Kriegsfall zu beteiligen, erben keinen Landbesitz und erhalten die Gaben des Volkes Israel nur von Oben. Der Stamm Levi ist „die Armee G“ttes“. G“tt gibt ihnen Lebensunterhalt, wie es geschrieben steht: ICH bin Euer Teil und Euer Erbteil“.

Jeder Mensch, dessen Geist ihn anspornt 

Dieses gilt nicht nur für den Stamm Levi ausschließlich. Maimonides sagt nämlich weiter: „Nicht nur der Stamm Levi kann spiritueller Anführer sein. Jeder Mensch, dessen Geist ihn anspornt, G“tt zu dienen, erhebt sich zu einer großen, heiligen Höhe. G“tt wird sein Anteil sein und ihm in dieser Welt genügend Lebensunterhalt schenken“.

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Written by Dajan Raphael Evers

Oberrabbiner von Düsseldorf /Dajan des Europäischen Beit Din's

Bekannt für seine enzyklopädischen Kenntnisse in fast allen Bereichen des Judentums. Ist ein Mitglied in CER (Konferenz der europäischen Rabbiner) sowie im europäischen Beit Din.

Hat mehrere Bücher geschrieben. Darunter: „Talmudisches Denken“, „Die Echte Torah“, „Schaatnes Gesetze“.

Im Moment widmet sich dem Ziel das jüdische Leben in Düsseldorf wieder aufzubauen.

Sprachen: Holländisch, Yiddisch, Hebräisch, Englisch, Deutsch

(Foto gemacht von: J. Feldmann)

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