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Israel – Das Heilige Land – Parascha Waetchanan

Wie fühlt man die Heiligkeit des Heiligen Landes?
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Am Anfang unserer Parascha fleht Moshe Rabbenu Hashem an, ihm die Erlaubnis zu geben, das Heilige Land zu betreten. Im Medrash steht, dass er 515 Gebete (entsprechend dem Zahlenwert vom Wort ואתחנן) betete, um Hashem zu überzeugen, aber Hashem verweigerte ihm diese Bitte.

Warum sehnte sich Mosche Rabbenu danach ins Heilige Land zu gelangen?

Das Heilige Land wird von unseren Weisen sehr hoch gepriesen. Im Medrash (Vaikra Rabba Kap. 13,5) steht, dass das Lernen der Tora im Heiligen Land am produktivsten ist und schon die Luft allein klüger macht (Baba Batra 158:). Unsere Weisen lehren, dass alle anderen Länder unter der „Herrschaft“ von Engeln liegen und nur Israel das Land ist, welches von Hashem persönlich regiert wird (natürlich herrscht Hashem über alle Länder der Welt und auch die Engel unterliegen Hashems Willen, aber in einem gewissen Aspekt unterliegt das Land Israel in direkter Form Hashems Herrschaft). Wir finden im Talmud (Nedarim 22.), dass sich Menschen in Israel anders benehmen, als im Ausland. (es gibt viele weitere Quellen, wer sucht, der wird fündig)

Der Ibn Ezra (Bereshit 33,19 zitiert vom Ramban dort), dass wer ein Stück des Heiligen Landes besitzt, als ob er schon einen Anteil in der kommenden Welt hat.                                                                         

Auch lehren unsere Weisen, dass man in Israel die Heiligkeit und Nähe zu Hashem eher verspürt als außerhalb.

Es stellt sich die Frage, wie kann es sein, dass Menschen heutzutage (mich eingeschlossen) in Israel leben, ohne nichts davon zu verspüren?  

Rav Chaim Shmuleviz (Sichot Mussar 90) schreibt, dass die Antwort auf diese Frage im Medrash (Devarim Rabba Kap. 2, 8) zu finden ist:

Moshe Rabbenu wundert sich, dass die Knochen Yosefs in das Heilige Land kommen werden und er nicht. Hashem antwortete ihm, dass Yosef seinerzeit zugab aus Israel zu stammen (Bereshit 39, 14) und Moshe es leugnete (obwohl er in Ägypten geboren wurde, stammt er dennoch aus Israel, weil dies der Ursprung des jüdischen Volkes ist) und sich als Ägypter ausgab (Shmot 2, 19).

Derjenige, wer das Land Israel nicht genug schätzt, dem wird der Eintritt verweigert. Dies ist keine Strafe, denn sicherlich hatte Moshe Rabbenu seine Gründe, warum er seine Herkunft verfälschte (vielleicht um sich nicht zu gefährden etc.) und er verdient dafür keine Strafe, sondern ein Fakt.

Aus diesem Medrash lernen wir, dass um die Heiligkeit des Heiligen Landes zu verspüren und von den spirituellen Vorteilen zu profitieren, man das Land lieben und respektieren muss und sich der großen Verantwortung bewusst sein soll, sich direkt vor „Hashems Augen“ zu befinden (und sich dementsprechend zu benehmen).

So kann man verstehen, warum die Sünde der Spione mit 40 Jahren Wanderschaft in der Wüste (und das Sterben der ganzen Generation ohne das Land Israel betreten zu dürfen) bestraft wurde und die Sünde des Goldenen Kalbes nicht, obwohl das Goldene Kalb eine viel schlimmere Sünde gewesen ist, weil sie es nicht verdient haben das Land zu betreten, weil sie es nicht genug schätzten.

Es soll Hashem Wille sein, dass das ganze jüdische Volk in Kürze in das Heilige Land zurückkehrt und Hashems wahre Präsenz allen offenbart wird! AMEN

 

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Written by Rav Dovid Gernetz

Der Autor wurde in Dnepropetrowsk, Ukraine geboren und ist in Berlin, Deutschland aufgewachsen. Er studierte zwei Jahre in einer Yeshiva in Zürich, Schweiz und anschließend zwei Jahre in einer Yeshiva in Gateshead, England. Seit seiner Hochzeit lebt er in Telz Stone in Israel.
Der Autor ist Vertreter von Imrey Deutschland e.V und verantwortlich für diese Website. Außerdem gibt er wöchentlich den Judentum.Online-Newsletter heraus und veröffentlicht zahlreiche Beiträge zu Themen rund ums Judentum.

Sprachen: Russisch, Deutsch, Englisch, Hebräisch

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