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LIEBE DIE ARBEIT UND LEHNE SUCHT ZU HERRSCHAFT AB – Parascha Wajeze

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LIEBE DIE ARBEIT UND LEHNE SUCHT ZU HERRSCHAFT AB – Parascha Wajeze

Jaakov kommt in das Haus seines Onkels Lavan und möchte sieben Jahre arbeiten, damit Rachel seine Frau wird. Nach diesen sieben Jahren schiebt Lavan in betrügerischem Vorgehen die außerordentlich intensiv verschleierte Lea unter die Chuppa. Nach einer Woche ehelicht Ja’akov auch Rachel. Um das zu erreichen, muss er nochmals sieben Jahre für Lavan arbeiten.

Ja’akov wurde ein einfacher Hirte

Ja’akov arbeitete also auch. Er wurde kein Direktor eines großen Unternehmens und erhielt kein Auto mit Fahrer. Er wurde ein einfacher Hirte. Dieses schließt sich einer anderen bekannten Aussage von Schemaja in den Sprüchen der Väter an (Pirkej Awot 1:10). Schemaja spricht: Liebe die Arbeit, vermeide die Sucht zu Herrschaft und begib Dich nicht zu den Mächtigen (in etwa: gehe nicht zum Fürst, wenn Du nicht gerufen wirst..).

… Liebe die Arbeit. Für diese Lektion gibt es – lau Raschi und Rambam – drei Erklärungen:

(1)     Man darf sich nicht zu groß oder zu wichtig achten, um zu arbeiten.

(2)     Indem Du arbeitest, verfällst Du nicht einfach dem Diebstahl oder anderen unehrlichen Vorhaben.

(3)     Es ist nicht schön, von der Wohlfahrt abhängig zu sein. Dieses führt zur Verkürzung des Lebens, wie es geschrieben steht: „wer Geschenke hasst, wird leben“ (Sprüche 15:27).

Rabbejnu Jona vermerkt: Du darfst nie Arbeit verweigern, denn Faulheit verursacht Depressionen.

Ja’akov strebte nicht nach Macht. Hasse die Herrschaft. Laut Raschi verkürzen Machpositionen das Leben. Das scheint aus der Tatsache hervor zu gehen, dass Joseph im wesentlich geringeren Alter als seine Brüder verstarb. Er lebte kürzer, da er Vizekönig von Ägypten war. Maimonides behauptet, dass Macht korrumpiert. Sie erzeugt Eifersucht und verursacht Kritik. Man unterstellt Autoritäten auch Machtmissbrauch. Tiferet Jisra’ejl teilt uns auch noch mit, dass wenn Du Dich dazu berufen fühlst, der Leiter einer Gemeinde zu werden, Du nicht hochmütig und hart werden darfst. Autorität soll mit Liebe und sanfter Hand erfolgen. Den Eigenwahn sollst Du hassen.

Suche keine Größe, begehre keine Ehre. Unsere Gelehrten, die uns andauernd dazu anhalten, den richtigen Weg zu gehen, erzählen uns: „Liebe die Arbeit und vermeide herrschsüchtig zu sein oder zu werden“.

Und weshalb arbeitete Ja’akov?

ALLES FÜR DIE KINDER

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Diese Woche wird die Basis für das Jüdische Volk gelegt. Awraham und Jitzchak waren Einzelkinder. Mit Ja’akov und seinen zwölf Söhnen ging das  Judentum auf jedes Mitglied des Stammes über. Damit entstand ein Volk von Juden, ein Jüdisches Volk.

nur auf das Hervorbringen von religiös perfekte Nachkommen ausgerichtet

Die Gründer dieses neuen Volkes hatten buchstäblich alles dafür übrig, um eine gesunde Basis für lautere, anständige Kinder zu legen. Deshalb heiratete Ja’akov spät. Er verließ seine Eltern, als er dreiundsechzig Jahre alt war, ging dann zuerst vierzehn Jahre ins Bejth Hamidrasch lernen, dem Lehrhaus von Sem und Ewer, und arbeitete dann noch mal sieben Jahre, um Rachel zu bekommen. Er heiratete also erst im vierundachtzigsten Lebensjahr. Nach so viel spiritueller Vorbereitung, hatte er beim Zusammenleben keine egoistischen Nebenabsichten. Er war vollkommen anständig und sauber, nur auf das Hervorbringen von religiös perfekte Nachkommen ausgerichtet.

Ein vollkommen unangebrachter Sprachgebrauch?

Als die Dienstzeit vorbei war, sprach Ja’akov wortwörtlich zu seinem Schwiegervater Lavan: „Gib mir meine Frau, damit ich ihr beiwohne“ (29:21). Ein vollkommen unangebrachter Sprachgebrauch? Nein, denn unsere Erzväter schweiften nicht in amourösen Romanzen ab, sondern wollten nur heilige Kinder. Sie führten ein normales irdisches Leben weiter. Die Thora vermerkt, dass jedoch nur sie tiefer gehende Absichten hatten.

Halbschwestern von Lea und Rachel

Rachel war unfruchtbar. Sie überlegte, dass es vielleicht sinnvoll wäre, eine zusätzliche Frau mit in die Ehe ein zu beziehen. Vater Lavan hatte noch zwei Töchter von einer Beifrau: Bilha und Silpa. Halbschwestern von Lea und Rachel.

Lea leistete ihr Allerbestes

Der erste Sohn von Bilha hieß Dan (von „beurteilen“). „G“tt hat mich eingeschätzt, hat mir zugehört“. Der zweite Sohn von Bilha wurde Naftali benannt (von „Gebete“). Rachel besagte damit, dass sie dieses zweite Kind über Bilha bekommen hatte, indem sie andauernd dawwente (betete). Lea hörte nach Jehuda mit dem Gebären auf. Deshalb gab sie ihre Halbschwester Silpa dem Ja’akov. Silpa gebar Gad („Glück“). Sie sah, dass Gad den anderen Stämmen helfen und Glück bringen würde. Da Lea ihr Allerbestes leistete, um das Jüdische Volk wieder auf zu bauen, bekam sie selber auch noch zwei weitere Kinder.

Für keine einzige Frau ist es einfach, Rivalinnen mit in die Ehe einzubeziehen

Jedem wird klar, was es bedeutet, dass es für keine einzige Frau einfach ist, Rivalinnen mit in die Ehe einzubeziehen. Lea und Rachel machten dieses trotzdem, um die Zahl der zwölf Stammväter zu erreichen.

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3 Antworten

  1. Zu “(3) Es ist nicht schön, von der Wohlfahrt abhängig zu sein.”
    habe ich folgendes Problem:
    Die technisch intelligente Produktion macht bald den Großteil der Arbeitsplätze weltweit überflüssig.
    Ich nehme an, der Liebe G’tt hat die Welt für alle Menschen gemacht. Darum nehme ich auch an, dass alle Menschen einen Anspruch auf den Ertrag an den Früchten der Erde haben und nicht nur ein paar Superreiche. Da kommen wir dann an einem bedingungslosen Grundeinkommen für alle wohl nicht herum. Was dann???

    1. Ganz einfach, solange es keinen Moschiach auf der Welt gibt. Und Moschiach ist der von Haschem auserwählter König, Hat niemand das Sagen. Das heist heute, verdient meistens der der sein Stück vom Kuchen schneller abbeissen kann. Später wird Haschem Anhand der Ebene die, die Seele erreicht hat, einen Mindesteinkommen für den Menschen bereitstellen. Es ist aber nicht so das Haschem heute keine Korrekturen in der Welt macht. Alles was geld angeht ist unter strenger Kontrolle von Haschem. Es ist heute alles versteckt und darum schwer zu begreifen. Offensichtlich wird es wenn wir in Zeitalter von Moschiach kommen.

      1. Das versteh ich alles nicht ganz. Vielleicht weil ich beim beissen und denken nicht die schnellste bin. In Europa funktioniert das ohnehin schon gaz gut. Aber das abhängig sein von der Wohlfahrt soll m.E. nicht diskriminierend sein. Viele arbeiten dafür ehrenamtlich irgendwo, das wird aber nicht gezählt. Und die psychischen Leiden der Arbeitslosen die als nichtsnutzig angesprochen werden und sich dann auch so fühlen, sind ja auch nicht ohne.
        Hoffentlich kommt der Meschiach bald!

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