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ERWACHSEN WERDEN, EIN NORMALES IRDISCHES DASEIN UND FÜR DIE VERPFLEGUNG ARBEITEN – Parascha Chukat

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ERWACHSEN WERDEN, EIN NORMALES IRDISCHES DASEIN UND FÜR DIE VERPFLEGUNG ARBEITEN

„Lasse und durch Euer Land ziehen“ (20:17) bittet Mosche den König von Edom. Aber dieser verweigert das, so dass die Juden einen Umweg auf ihrem Weg zum Heiligen Land machen mussten.

Nach dieser unfreundlichen Begegnung an der Grenze zum Land Edom, begann das Volk über den Auszug aus Ägypten und über das Manna zu protestieren. Weshalb sahen sie zwischen den Beschwerden der Reise und dem „leichten Brot“ (dem Manna) eine Verbindung?

Laut Rabbi Chajim in Attar war das Manna sehr leicht verdaulich und deshalb nicht anhaltend für eine lange Reise. An der Grenze zum Land Edom hatten sie Getreide kennen gelernt. Sie waren genau wie Kinder, die von der Brust her kamen. Sie fingen an, Brot zu essen und die Muttermilch war auf ein Mal nicht mehr ausreichend.

Übernatürlich und gratis, ohne Mühe

Das Manna war übernatürlich und sie erhielten es gratis. Das störte sie. Sie wollten „für die Verpflegung“ arbeiten. Aus eigener Kraft etwas verdienen. Deshalb nannten sie dieses „leichtes Brot“. Die Menschen damals empfanden es als unangenehm, etwas gratis zu erhalten. Sie wollten dafür arbeiten.

Deshalb wurden sie auch plötzlich von allerhand Schlangen angegriffen. Vierzig Jahre lang waren sie durch die Wüste gezogen, ohne von diesen Reptilen daran gehindert worden zu sein. Vierzig Jahre lang sahen sie Schlangen, aber sie verstanden nicht, dass diese auch schaden konnten. Sie wurden durch die Wolken der G“ttlichen Majestät geschützt. Aber dann erblickten die Juden das Getreide von Edom. Sie wollten diese übernatürliche Lebensart nicht mehr. Deshalb fielen sie auf ein normales irdisches Dasein zurück.

Die Berührung mit Edom führte zu einem spirituellen Problem. Sie sahen, wie ein gewöhnliches irdisches Leben funktioniert und verglichen das mit der übernatürlichen Art, wie sie selber in den vergangenen Jahren gelebt hatten.

Das Essen, das Manna, fiel während der vierzigjährigen Wüstenwanderung vom Himmel. Die beschützenden Wolken – die wirkten wie eine Art Klimaanlage – gab es für die Verdienste von Aharon. Das Wasser kam aus einem großen Felsen, der die Quelle von Mirjam genannt wird. Diese Quelle begleitete die Juden in der Wüste für die Verdienste von Mirjam.

Dieses alles wollten sie nicht mehr. Aber das war ihr Fehler. Um für die kommenden dreitausendfünfhundert Jahre zu einem Volk des Buches heran zu reifen, mussten sie noch ganz nahe zu G“tt bleiben, weit weg von der „großen Gesellschaft“. Danach würden sie in Israel ein gewöhnliches bäuerliches Leben aufbauen, mit der Aufgabe, die Heiligkeit auch in ihr alltägliches Leben einziehen zu lassen.

Das wollten die Juden schon jetzt, an erster Stelle und zu früh. Wollten sie sich tatsächlich (nur) assimilieren und mit dem Rest der Welt mit machen oder wollten sie sehen, ob sie diese Herausforderung von „Mitten im irdischen Geschehen fromm zu sein“ schaffen würden?

Das ist ein aktuelles Problem. Manchmal stehen wir in den Startlöchern, um mit unserer Umwelt alles mit zu machen, obwohl das für unser spirituelles Niveau nicht immer gut ist. Es bleibt eine Herausforderung…

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Written by Dajan Raphael Evers

Oberrabbiner von Düsseldorf /Dajan des Europäischen Beit Din's

Bekannt für seine enzyklopädischen Kenntnisse in fast allen Bereichen des Judentums. Ist ein Mitglied in CER (Konferenz der europäischen Rabbiner) sowie im europäischen Beit Din.

Hat mehrere Bücher geschrieben. Darunter: „Talmudisches Denken“, „Die Echte Torah“, „Schaatnes Gesetze“.

Im Moment widmet sich dem Ziel das jüdische Leben in Düsseldorf wieder aufzubauen.

Sprachen: Holländisch, Yiddisch, Hebräisch, Englisch, Deutsch

(Foto gemacht von: J. Feldmann)

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