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Einweihung des Tabernakels – Parascha Schmini

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Einweihung des Tabernakels – Parascha Schmini

 

Das Tabernakel wurde eingeweiht. Ein Himmlisches Feuer kam hernieder, um die Opfergaben zu verzehren. Nadaw und Awihu, zwei Söhne von Aharon, dem Hohepriester, erbrachten ‚fremdes Feuer‘ in das Mischkan (das Tabernakel). Das bedeutet, sie erbrachten nicht erbetenes Feuer, also ein zusätzliches Feuer zum Feuer G“ttes. Somit sündigten sie gegen G“tt. G“ttes Feuer verzehrte Nadaw und Awihu.

 

Was hatten Nadaw und Awihu verkehrt gemacht? Sie hielten sich nicht an die Vorschriften, wie man sich G“tt annähern darf. Dieses ist eine äußerst aktuelle Angelegenheit. Heutzutage werden religiöse Regeln oder Vorgaben nicht mehr für wichtig befunden.

 

Ungefähr sechsundzwanzig Prozent der Bürger gehören zu den „nicht einvernahmen Spirituellen“. Also die sogenannten „Unabhängigen“. Das sind viele Menschen. Es handelt sich hier also um eine sehr große Gruppe. Die Entstehung dieser neuen Spirituellen bedeutete an erster Stelle eine Loslösung von der Kirche und ein sich Entfernen von der Synagoge. Auch wir kennen viele spirituell Ungebundene.

 

Durch diese Feststellungen wird der Säkularisierungsmythos entnervt. Der spirituelle Markt wächst. Der Mensch hat Bedarf an „ETWAS“.

 

Die neue Spiritualität ist ein wichtiger Gradmesser für das Verhältnis gegenüber allerhand gesellschaftlichen Einrichtungen und Organisationen. Es ist heutzutage immer selbstverständlicher, dass man keinem bestimmten Club oder keiner bestimmten Gesellschaftsschicht angehört, ob es sich dabei um Medien, Unterricht, dem Berufsleben oder der Gesundheitsvorsorge handelt.

 

Es entstehen neue Sichtweisen über die Frage, ob man irgendwo dazu gehört, der Identifikation und der Solidarität mit einer bestimmten Gruppierung. Die Gemeinschaft erhält eine andere Definition. Die Netzwerke werden gelöster, Interessenfelder verschieben sich schnell, man verlässt sich immer mehr auf seine Intuition. In den Jüdischen Gemeinden empfinden wir das tagtäglich.

 

Ist die reduzierte Anzahl von Mitgliedern und Besuchern der Kehilot (Gemeinden) und Synagogen nicht ein Grund für Stress? Das könnte man bejahen, aber andererseits gab es noch nie eine Zeit, in der so prinzipiell und so hitzig über Glaubensfragen und –Ansichten debattiert wird.

 

Ausbalancierte religiöse Belebung

Nur selten wird die größere Frage gestellt, ob die Religion im modernen Zusammensein noch eine bedeutende, gesellschaftliche Rolle spielen kann. Eine ausbalancierte religiöse Belebung ist auf beiden Seiten von Spontan und Anordnung aktiv.

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Die Kombination von Spontan und Anordnung

Als Beispiel nehmen wir das „Dawwenen“, das Jüdische Gebet. Unser Gebet:

1.       kennt materielle Vorschriften auf vielen Bereichen des Gebetes, wie den Ort und die für das Gebet erforderlichen Umstände, die Form oder Art des Gebetes, die Bekleidung und die Haltung:

2.       setzt viel Kenntnis über Sprache und Inhalte der Gebete voraus und auch viele Verbeugungen, Schritte zurück und andere Gebetsaktionen, wie das Umhängen des Tallit (Gebetsumhang) und der Tefillin (Gebetsriemen);

3.       führt zu und begleitet die spontanen Emotionen von Liebe und Enthaltung bis zu einer Höhe der wahren G“ttesdienst Umsetzung; und

4.       ist eine einzigartige Kombination von Spontan und Anordnung.

 

Dem Judentum ist es erstaunlich gut gelungen, eine Kombination von Spontan und Anordnung auf vielen Gebieten durch einen richtigen Mix von Improvisation und feststehenden Regeln zu schaffen. Dieses ergibt den Gemeinschaftssinn – einen Glauben begehen wir gemeinsam – und stimuliert die Wiedererkennung, da der Mensch beide benötigt, auch in seiner Religion. Ein fester Glaube bietet zu beiden Aspekten unseres menschlichen Daseins Spielraum, zu eigener Erfüllung und zu einer stetigen Tradition.

 

Das Schuldempfinden

Jeder Nachteil hat seinen Vorteil. Der moderne Mensch wollte von seinem Schuldverständnis weg. Aber Schuldverständnis oder Empfindung kann das Leben auch durch einen geraden, schlichten, konsequenten, loyalen und rechtmäßigen Lebenspfad zu verfolgen, erleichtern. Hierdurch wird der Mensch vor einer großen Zahl „Pitfalls“, also Stolperfallen und unerwarteten Problemen, bewahrt.

Wie kann sich unsere Jüdische Gemeinschaft auf den neuen, spirituellen Suche der Menschheit einstellen? Ausschließlich durch Liebe.

Wir sind wieder beim Ausgangspunkt zurück: beim Rezept vom Erzvater Awraham, das jeder vor dreitausendachthundertdreißig Jahre mit uneingeschränkter Liebe im Judentum entgegen nahm.  

 

 

 

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