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MEHR TUN ALS ERWARTET WIRD, ZEIGT UNSER WAHRES HERZ! – Parascha Noach

Parscha Noah MEHR TUN ALS ERWARTET WIRD, ZEIGT UNSER WAHRES HERZ!
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MEHR TUN ALS ERWARTET WIRD, ZEIGT UNSER WAHRES HERZ!

Unsere Rollenbeispiele, gemeint sind unsere Vorbilder aus der Thora, gingen immer über dem, was verlangt wurde, hinaus. Awraham machte sich am dritten Tag nach seiner Beschneidung auf den Weg, trotz seiner Schmerzen, auf der Suche nach Gästen. Er wollte jeden dabei mit einbeziehen.

Mehr leisten als verlangt wird verändert die Persönlichkeit. Awram, so hieß er ursprünglich, veränderte sich in AWRAHAM: er wurde ein besserer Mensch.

Awraham plädierte selbst zum Erhalt von Sodom und Gomorra!

Genau in dieser Beziehung leistete Noah nicht genug. Er kümmerte sich nur um sich selber und um seine Familie und dachte nicht an seine Zeitgenossen. Noah wird hierfür kritisiert.

Wenn wir nur das leisten, was von uns erwartet wird, reicht das nicht aus. Mehr tun, als formal von uns erwartet wird, zeigt, wo unser Herz sich wirklich befindet!

Noah konnte das nicht erbringen. Noah hatte zu viel Egoismus mit bekommen. Ein Ahne, also ein Vorfahre von Noah war Chanoch (Henoch). Auch zur Zeit von Noahs Urgroßvater Chanoch fehlte es an Gemeinschaftssinn.

Chanoch war Schuster

Wer war dieser Chanoch? „Und damals ging Chanoch mit G“tt und er war nicht mehr, dnn G“tt hatte ihn zu sich genommen“ (5:24).

Chanoch war Schuster. Bei jedem Stich, den er mit seinem Werkzeug machte, sagte er: „Baruch HaSchem – dem Namen von G“ttes Königliche Herrschaft nähert sich die Welt“.

Die Bearbeitung von Leder bedeutete für Chanoch die irdische Wiedergabe der Einheit, die zwischen den Höheren und den Niedrigeren Welten bestehen muss.

Chanoch war sicherlich ein heiliges Rollenbeispiel. G“tt dienen macht man nicht nur durch Dawwenen (Beten) oder durch lernen.

Der herausstellende Test ist, ob man auch in der irdischen Wirklichkeit im Stande ist, das G“ttliche nach Vorne zu holen.

Äußerlich kann man einem Schuster ähneln. Aber tief im Herzen gehört es sich, dass man jeden Augenblick mit dem G“ttlichen in der Welt verbunden ist.

Wie hoch er spirituell auch stieg, ist Chanoch doch kein Erzvater geworden. Er dachte ausschließlich an sein eigenes geistiges Wachstum.

G“tt möchte, dass wir Außenstehende näher heran holen. Noah war ein Nachkomme und Lehrling von Chanoch. Noah ging in die Geschichte als „Tsaddik im Pelz“ ein – ein heiliger Mann, der nur sich selber wärmte, indem er einen warmen Pelzmantel anzog.

Wenn es kalt ist, kannst Du auch einen Ofen anzünden. Dann können sich auch Andere damit wärmen.

Awraham dawwente (betete) für die schlechtesten Menschen und brachte Jeden dem Monotheismus näher.

Mosche war selbst bereit, sein Leben für das Jüdische Volk zu opfern, als G“tt es nach dem Goldenen Kalb zu vernichten drohte. DAS waren wahrhafte Anführer!

Deshalb war die Art, wie Awraham Awinu sein Leben gestaltete, höher zu bewerten als die von Chanoch, da Chanoch nur für sich selber sorgte, einem Engel ähnelte und letztendlich auch zu einem Engel wurde „und er war nicht mehr da, denn G“tt hatte ihn zu sich genommen“.

Aber Awraham kümmerte sich auch um Andere und erhöhte sie zu einer höheren Ebene. Dieser Weg verdient Fortsetzung. Deshalb heißen wir auch „Kinder von Awraham, Jitzhak und Ja’akow“!

Die Erfüllung der Mitzwot hängt von unseren Motiven ab

Gleich dem Propheten Elijahu betrat Chanoch das Paradies, den Garten Eden, lebend. Nachmanides (dreizehntes Jahrhundert) erklärt, dass die Belohnung für die Erfüllung der Mitzwot (Gebote) von unseren Motiven abhängt.

1. Menschen, die sich ein gutes Leben nur in DIESER Welt wünschen, erhalten ihre Belohnung hier auf Erden durch ein Leben in Reichtum und Ehre.

2. Erfüllt man die Mitzwot (Gebote), um sich einen Teil im Paradies zu sichern, erhält man im Garten Eden in der Tat einen Teil.

3. Menschen, die die Mitzwot aus lauter Liebe zu G“tt erfüllen, keine Belohnung beanspruchen und dieses ohne Hintergedanken machen, erhalten sowohl in dieser wie auch in der zukünftigen Welt eine Belohnung, da sie auf beiden Ebenen tätig waren.

4. Aber letztendlich gibt es auch Menschen, die sich allen irdischen Tätigkeiten total entziehen. Alle ihre Gedanken und Sehnsüchte sind auf G“tt gerichtet. Sie erhalten sowohl körperlich wie spirituell ein ewiges Leben.

5. Dieses geschah mit Chanoch und dem Propheten Elijahu. Wir sollten nicht vergessen, dass der Körper nichts anderes als eine Art von Energiebehälter ist, in dem diese gespeichert wurde und die leicht in spirituelle Energie verwandelt werden kann.

Aber Erzvater wurde Chanoch nicht. Er strahlte nicht zu Anderen hinüber oder in sie hinein.

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Written by Dajan Raphael Evers

Oberrabbiner von Düsseldorf /Dajan des Europäischen Beit Din's

Bekannt für seine enzyklopädischen Kenntnisse in fast allen Bereichen des Judentums. Ist ein Mitglied in CER (Konferenz der europäischen Rabbiner) sowie im europäischen Beit Din.

Hat mehrere Bücher geschrieben. Darunter: „Talmudisches Denken“, „Die Echte Torah“, „Schaatnes Gesetze“.

Im Moment widmet sich dem Ziel das jüdische Leben in Düsseldorf wieder aufzubauen.

Sprachen: Holländisch, Yiddisch, Hebräisch, Englisch, Deutsch

(Foto gemacht von: J. Feldmann)

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