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SINNLOSE GEWALT – PARASCHA SCHOFTIM

SINNLOSE GEWALT, so alt wie die Tora: DIE EGLA ARUFA, DAS KALB, DEM DER NACKEN GEBROCHEN WURDE, die Thora benennt das wohl…

Wie geht die Tora mit sinnloser Gewalt um?

Das allgemeine Interesse für einen sinnlosen Mord betrachtet die Tora als außerordentlich wichtig.

Wenn irgendwo auf dem Feld eine Leiche mit unbekannter Todesursache gefunden wird, geht diese Meldung sofort an das Hohe Gericht in Jerusalem.

Fünf Ratsmitglieder des Hohen Gerichtes vermessen den Abstand zwischen dem Leichnam und der nächstliegenden Gemeinde. Diese bekommt die Schuld für diese Tragödie symbolisch in die Schuhe geschoben.

Gibt es im Umfeld eine größere Stadt, dann wurde diese angesprochen, da eine größere Möglichkeit bestand, dass der Mörder aus der größeren Stadt gekommen war. Der höchste Gerichtshof der angesprochenen Stadt beerdigte den oder die Tote und brachte ein Kalb von weniger als zwei Jahre in ein unerschlossenes Tal.

Das Tier erhielt einen Genickschlag. Die Älteren wuschen ihre Hände anschließend in Unschuld: „Unsere Hände haben dieses Blut nicht vergossen und unsere Augen haben nicht gesehen. Verzeih Deinem Volk Israel“ (Deut. 21:7-8).

MORALISCH WACHRÜTTELN

Die gesamte Prozedur des Nacken-Brechens eines Kalbes ist ein „chock“, eine unbegreifliche Vorschrift.

Warum es geht ist, das Volk moralisch wach zu rütteln (es ähnelt ein Wenig der Botschaft des Schofar, zu Beginn des Monats Elul).

Wir werden total gefühllos durch den stetigen Fluss an schlimmen Informationen, der über die Medien auf uns niederprasselt.

Täglich werden wir durch die meistens furchtbaren Dramen überflutet.

Halbe Städte werden geplündert und wir schauen kaum mehr hin.

Orkane und Überschwemmungen lassen uns kalt. Wir verflachen.

Genozide und Mordorgien werden zu Statistiken. Es ist alles nicht mehr schockierend.

Das Nacken-Brechens des Kalbes rüttelt uns wach und zeigt, dass es noch immer furchtbar ist, wenn Menschen ermordet werden. Dieses ist die Weise, wie die Thora mit sinnloser Gewalt umgeht.

Eine eigenartige Erklärung! Was bedeutet die Einbeziehung der fünf Ratsmitglieder des Sanhedrin, des Obersten Gerichtes?

Raschi fragt sich, wer meinen könnte, dass die betagten Richter einen Mord begangen hätten?

Die Thora meint jedoch, dass die Stadtältesten bekräftigen, keinen Fremden gesehen zu haben, den sie ohne Nahrung oder Begleitung aus der Stadt hätten ziehen lassen.

Die Kohanim (Priester) sagen dann: „Verzeihe Deinem Volke Israel“. Verzeihe uns unseren Mangel an sozialer Verantwortung! Es geht um die soziale Fürsorge.

Sie hatten ihn nicht bemerkt. Sein trauriger Tod kann nicht den Stadtältesten angelastet werden.

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Mit „unsere Hände haben dieses Blut nicht vergossen“ meinen sie, dass sie ihm in seiner Einsamkeit nicht mit leeren Händen haben ziehen lassen.

Mit „unsere Augen haben nicht gesehen“ sagen sie, dass sie ihn nicht bemerkt hatten, so dass sie ihn auch vor nichts zurückhalten konnten. Sie betonen hiermit jede soziale und moralische Verantwortung.

Eine öffentliche Entschuldigung wäre sicherlich angebracht. Die Notwendigkeit, zu erklären, dass sie ihn mit allem Nötigen hätten versorgen müssen, liegt im Problem jedes Menschen ohne Existenzmöglichkeiten. Er beginnt zu stehlen und zu rauben, um an seine Nahrung zu gelangen.

Hierdurch entstehen gegensätzliche Lager. Es kann sein, dass er dadurch ermordet wird.

Dieses offenbart die moralische Verpflichtung jeder organisierten Gemeinschaft.

Sie hätten dafür sorgen sollen, dass Arme nicht zu sozialen Problemen werden. Hätten sie sich um ihn richtig gekümmert, würde so etwas nicht geschehen sein.

Irgendwo läuft noch ein unbestrafter Täter herum. Hierfür erbitten die Kohanim (Priester) um Vergebung: „Schenke Deinem Volk Israel Vergebung, Verzeihung“.

Diese betrifft das gesamte Volk. Eine perfekte Gesellschaft hat keinen Mörder hervorgebracht. Die Anführer der Gemeinschaft sind für die Handhabung von moralischen Standards verantwortlich.

Dieses ist auch die Bedeutung des Messvorganges bis zur nächstgelegenen Stadt.

Diese sagte aus, wo die Verantwortlichen aller Wahrscheinlichkeit nach versagt hatten. Mit dieser öffentlichen Entschuldigung für sinnlose Gewalt schaffen wir eine würdige Kultur.

Auch die starke Symbolik führt zur Schaffung eines Anschauungsbildes.

Das Tal durfte nach dem Nackenschlag nie mehr bewirtschaftet werden: „Lasse ein Kalb erschlagen werden, das noch keine Früchte hervor gebracht hat, an einem Ort, der noch nie Früchte hervorgebracht hat, um Sühne zu tun für den Tod dieses Mannes, der keine Kinder mehr bekommen kann“.

Es ist jedoch mehr.

Die Unschuld der Weisen steht außer Zweifel.

Aber trotzdem ist ein Mord geschehen. Dieses Unrecht muss wieder geradegebogen werden.

Das können wir nicht mit irdischen Mitteln.

Dafür benötigen wir überirdische Hilfe. Wir bitten G“tt um Vergebung.

Vergebung bedeutet Heilung der Gebrochenheit unserer Lebensart und unserer Gesellschaft.

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