in

SCHEMITA 5782 IN ISRAEL – Teil 6 – Mischpatim

image_pdfAls PDF Speichernimage_printDrucken

בסייד

Teil 6Aspekte der Sefichim (selbst angebaute Erdfrüchte)

SCHEMITA IN ISRAEL

Das siebte Jahr, in dem das Land brachliegen muss

Ein Leitfaden zu den Vorschriften des Schabbatjahres fürs Israel-Besucher

Heute werden wir uns mit Aspekten der Sefichim beschäftigen. Es handelt sich um Erdfrüchte, die ohne menschliches Zutun wachsen und Keduschat Schewi’it haben, weil sie im Schemita-Jahr gewachsen sind. Die Chachamim, unsere Weisen, wollten verhindern, dass die Landwirte im siebten Jahr heimlich pflanzen, um ihr Einkommen zu erhöhen, und dann heuchlerisch behaupten, dass diese Pflanzen im Schemita-Jahr von selbst wuchsen, trotz des Verbots der landwirtschaftlichen Tätigkeit. Aus diesem Grund haben unsere Weisen alle Sefichim verboten und sogar angeordnet, dass die Sefichim aus dem Boden gezogen werden, um das Verbot zu unterstreichen. 

Sefichim

Sefichim sind Gemüsesorten, die während des Schemita-Jahres wachsen. Dieses Gemüse hat Keduschat Schewi’it, also sollte es mit Respekt behandelt werden. Außerdem unterliegen sie einer strengen Einschränkung: Es darf nicht gegessen werden.

Wie wächst Sefichim-Gemüse? Es kann von selbst wachsen oder auf verbotene Weise gesät oder gepflanzt werden. Wir dürfen keine Sefichim essen, weil Chazal (unsere Weisen) Angst hatten, dass die Menschen ihre Felder unbemerkt aussäen würden. Da das Gemüse nicht gegessen werden darf, nützt es niemandem, die Felder heimlich zu bestellen.

Nur Gemüse und Getreide, die schnell wachsen, können Sefichim werden. Früchte können nicht Sefichim werden. Bananen wachsen nicht schnell und können daher nicht zu Sefichim werden.

Gemüse, das auf einem hefker (herrenlosen) Feld wächst, ist ebenfalls Sefichim. Gemüse, das auf den Feldern von Nicht-Juden wächst, ist nicht Sefichim, weil sie ihre Felder bewirtschaften dürfen.

Wenn man Sefichim auf seinem eigenen Feld wachsen sieht, muss man sie aus dem Boden ziehen. Weil sie Keduschat Schewi’it haben, darf man sie nicht wegwerfen oder beschädigen. Stecken Sie sie in die Schemita-Tonne.

Welche Produkte gelten als Sefichim?

Alle Gemüse und Körner, die während des Schemita-Jahres wachsen, sind Sefichim, auch wenn sie nach dem Schemita-Jahr geerntet werden.

Getreide und Kitnijot (Hülsenfrüchte), die eigenständig wachsen und ein Drittel ihres Wachstums während des Schemita-Jahres erreichen, sind Sefichim.

Gemüse, das gegen Ende des Schemita-Jahres von selbst wächst und in den ersten Wochen des achten Jahres geerntet wird, ist ebenfalls verboten. Für jedes Produkt gibt es unterschiedliche Zeiten, zu denen es verboten ist, weil es davon abhängt, wann frisches Gemüse wachsen und geerntet werden kann. Damit sollen die Landwirte davon abgehalten werden, ihre Felder am Ende des Schemita-Jahres zu bestellen und die Erzeugnisse bis nach Rosch HaSchana zu lagern.

Der Zeitpunkt, zu dem die einzelnen Gemüsesorten verboten sind, wird erst im Schemita-Jahr bekannt gemacht. Während des Schemita-Jahres wird eine aktualisierte Liste veröffentlicht, in der die Termine für verschiedene Gemüsesorten aufgeführt sind. Zu Chanukka im achten Jahr ist Gemüse, das nach Rosch HaSchana geerntet wurde, wieder erlaubt. Gemüse, das vor Rosch HaSchana geerntet wird, ist immer verboten. Getreide und Kitnijot (Hülsenfrüchte), die ein Drittel der Zeit vor Rosch HaSchana gewachsen sind, bleiben ebenfalls verboten.

Kauf von Sefichim

Man darf keine Sefichim kaufen oder essen. Während des Schemita-Jahres sollte man nur Produkte mit einem zuverlässigen Hechscher kaufen. Auch nach dem Shemita-Jahr kann Gemüse in konserviert sein. Auch dann ist ein zuverlässiger Hechscher unverzichtbar.

Wenn man aus Versehen Sefichim Gemüse kauft, darf man es nicht essen und muss es in die Schemita-Tonne werfen.

Report

What do you think?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Written by Dajan Raphael Evers

Oberrabbiner von Düsseldorf /Dajan des Europäischen Beit Din's

Bekannt für seine enzyklopädischen Kenntnisse in fast allen Bereichen des Judentums. Ist ein Mitglied in CER (Konferenz der europäischen Rabbiner) sowie im europäischen Beit Din.

Hat mehrere Bücher geschrieben. Darunter: „Talmudisches Denken“, „Die Echte Torah“, „Schaatnes Gesetze“.

Im Moment widmet sich dem Ziel das jüdische Leben in Düsseldorf wieder aufzubauen.

Sprachen: Holländisch, Yiddisch, Hebräisch, Englisch, Deutsch

(Foto gemacht von: J. Feldmann)

Negative Erfahrungen können erweichen, aber auch verhärten – Parascha Mischpatim

SCHEMITA 5782 IN ISRAEL – Teil 7 – Mischpatim