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Sinat Chinam – Sinnloser Hass – Parascha Dewarim

Was behindert den Wiederaufbau des Tempels?
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Moshe Rabbenu weist das jüdische Volk zurecht, dass sie auf die Spione hörten und sich weigerten in das Heilige Land einzuziehen. Er zitiert ihre Klage: „und im seinem Hasse führte er uns hinaus aus dem Lande Ägypten, um uns in die Hand des Emoräers zu übergeben und zu vernichten“.  Raschi wundert sich, wie es sein kann, dass sie so etwas dachten, wo doch der Prophet Malachi in Haschems Namen sagt: „Ich liebe euch (jüdisches Volk), sagt Haschem!“. Er zitiert den Medrash (Sifri), dass weil sie es waren, die Haschem hassten, dachten sie auch, dass Haschem sie ebenfalls hasst, obwohl dies nicht der Fall war.

Das ist der erste Auftritt des „sinnlosen Hasses“ und er verdient seinen Namen, weil er überhaupt keinen Grund und Ursprung hat, sondern nur projektiert wurde. Deswegen wurde diese Nacht der Klagen, das Datum, an welchem viele Jahre später beide Tempel zerstört wurden, mit demselben Grund: “Sinat Chinam“

Der Talmud (Gittin 56.) erzählt uns, wie es zur Zerstörung des 2. Tempels kam: Ein angesehener Bewohner Jerusalems überzeugte den römischen Kaiser, dass die Juden ihn hassen und gegen ihn rebellieren wollen und infolgedessen kam es zur Zerstörung des Tempels. Wiederrum war es Hass, welcher gar nicht existierte und nur projektiert wurde, welcher Midda Kneged Midda zur Zerstörung führte.

Es kommt oft vor, dass wir von jemandem denken, dass er uns hasst und uns unwohl gesinnt ist, obwohl es nicht stimmt. Ein schiefer Blick oder eine ungeduldige Antwort ist manchmal schon genug, um zu dieser Schlussfolgerung zu kommen und grundlosen Hass zu erzeugen. Ein wenig Verständnis und Toleranz würden ausreichen, um die Missverständnisse zu klären und den Hass zu vermeiden.

Es ist bekannt, dass jede Generation, in welcher der Tempel nicht erbaut wurde, es ihr angerechnet wird, als ob er in ihr zerstört wurde. Dies bedeutet, dass das Problem, welches zur Zerstörung des Temples und des noch immer andauernden Exils führte, noch nicht gelöst wurde und den Wiederaufbau verzögert.

Es soll Haschem Wille sein, dass diese Tage der Trauer in Freude umgewandelt und wir gemeinsam den Maschiach empfangen werden! AMEN    

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Written by Rav Dovid Gernetz

Der Autor wurde in Dnepropetrowsk, Ukraine geboren und ist in Berlin, Deutschland aufgewachsen. Er studierte zwei Jahre in einer Yeshiva in Zürich, Schweiz und anschließend zwei Jahre in einer Yeshiva in Gateshead, England. Seit seiner Hochzeit lebt er in Telz Stone in Israel.
Der Autor ist Vertreter von Imrey Deutschland e.V und verantwortlich für diese Website. Außerdem gibt er wöchentlich den Judentum.Online-Newsletter heraus und veröffentlicht zahlreiche Beiträge zu Themen rund ums Judentum.

Sprachen: Russisch, Deutsch, Englisch, Hebräisch

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