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SUCHE NACH CHAMEZ

SUCHE NACH CHAMEZ
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► Der Monat Nisan hat sich bereits vorgestellt.

Pessach nähert sich schnell.

Früher haben wir ein Pessachopfer gehabt.

Wir schlachteten das Lamm, das Idol von Ägypten, um unseren Glauben an G’ttes Einheit zu betonen.

Wir sind immer noch in der Galut – Exil. Noch immer haben wir kein Beth Hamikdasch, keinen Tempel, und noch immer können wir keine Opfer bringen. Warum erinnern wir uns an das Pessach (Opfer) und den Exodus dann? Dies ist eine sehr grundsätzliche Frage.

 

Tora Gewinn

►Er war einmal ein armer Mann, der plötzlich ein Vermögen in der Lotterie gewonnen hat. Da erkannte er, dass er nie lernen konnte, stellte er Lehrer, und er wird ein weiser Mann. Jedes Jahr würde er den Jahrestag des Gewinn Los feiern. Einige Zeit später verlor er all sein Geld und wurde wieder arm. Doch er setzte fort, den Jahrestag des  Gewinn Los zu feiern. Man fragte ihn, warum er bis heute immer noch so glücklich war, trotz des Verlustes seines gesamten Vermögens.

Der Mann antwortete: „Das Geld ist weg, aber das Wissen, das ich erworben habe, ist noch bei mir.“

Obwohl wir unsere Unabhängigkeit, vom Exodus erhalten, verloren haben, ist die Spiritualität, die wir bei Matan Tora, der Offenbarung am Berg Sinai erhalten haben, noch immer bei uns geblieben.

Wir feiern Pessach auch im Exil, von Israel weg, weil wir damit den spirituellen Nutzen des gesamten Prozesses feiern.

 

►Jemand der lange verweilt auf dem Exodus, verdient in der Tat einen Klaps auf den Rücken, weil er zeigt, dass Spiritualität auf seiner Prioritätenliste steht.

Matza symbolisiert die Einfachheit und offenstehen für das Höheren.

Chamez stellt Materialismus dar.

Dieses Verlangen nach irdischen Gütern wird durch das `Chamez battelen (vernichten)‘ symbolisch adressiert. Die Suche nach und das Vernichten- Aufhebung von Chamez zeigt an, dass wir auf alle irdischen materielle Wünsche verzichten und auch Abschied nehmen von unseren aufgeblasenen Ego.

Man darf sogar keinen Krumen fermentierten Mehles besitzen, geschweige denn verwenden oder konsumieren an Pessach. Daher wird das ganze Haus unter die Lupe genommen.

Chamez – selbst kleinste Mengen von aufgehobenen Produkten – wird für nichtig erklärt.

Wie die Suche und die Aufhebung in der Praxis stattfindet und was für geistige Verstärkung hier erreicht wird? Lassen wir uns zunächst mit den Regeln des jüdischen Kodex beschäftigen.

 

Was ist der Unterschied zwischen Chamez und Mazza?

Wenn Mazza Teig allein gelassen wird, wird es spontan anfangen zu steigen und chamez werden.

Mazza Teig bleibt nur dann dünn und platt, wenn er bewegt wird, geknetet, gewalzt und direkt gebacken. Die Halacha (jüdische Vorschrift) erfordert ständigen Kontakt. Mazza ist es nur dann, wenn der Bäcker kontinuierlich an der Form des Teiges arbeitet.

Chamez reist jedoch von selbst aus.

 

zwei Weltanschauungen

►Chamez und Mazza repräsentieren zwei Weltanschauungen.

Mazza ist die ständige göttliche Vorsehung.

Nichts geschieht ohne dass G‘tt es geschehen lässt.

Die geringste Veränderung im Universum ist G’ttes Arbeit.

Chamez bedeutet etwas spontan ändern.

Der große „Big Bang“ ist die Einführung in einen Prozess, in dem niemand die Kontrolle über etwas hat.

Nach dem Auszug aus Ägypten war klar, dass G-tt alle Fäden hält. Selbst bei den täglichen Ereignissen ist G’ttes Hand erkennbar.

Nichts geschieht ohne G’ttes Will. Diese Idee ist in der Mazza. Im Gegensatz zu Mazza ist Chamez spontanen Änderungen.

Um zu betonen, dass selbst die kleinsten Ereignisse G’ttes Aufmerksamkeit erhalten und ihn nicht entgehen, ist die Halacha, dass selbst der kleinsten Krümel Chamez verboten ist.

Vielleicht ist dies der Grund, warum die Mazza „Brot des Glaubens“ genannt wird.

Mazza lehrt uns, dass es ein großer Creation-Plan ist, der sich bis zum Zeitpunkt des Messias fortsetzen wird.

Außer unserem eigen freien Willen und bereits unsere eigenen moralischen Entscheidungen ist alles fixiert, liegt alles fest durch G’ttes Vorsehung.

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Written by Dajan Raphael Evers

Oberrabbiner von Düsseldorf /Dajan des Europäischen Beit Din's

Bekannt für seine enzyklopädischen Kenntnisse in fast allen Bereichen des Judentums. Ist ein Mitglied in CER (Konferenz der europäischen Rabbiner) sowie im europäischen Beit Din.

Hat mehrere Bücher geschrieben. Darunter: „Talmudisches Denken“, „Die Echte Torah“, „Schaatnes Gesetze“.

Im Moment widmet sich dem Ziel das jüdische Leben in Düsseldorf wieder aufzubauen.

Sprachen: Holländisch, Yiddisch, Hebräisch, Englisch, Deutsch

(Foto gemacht von: J. Feldmann)

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