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Sukkot (das Laubhüttenfest) steht vollständig im Zeichen des Erinnerns

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Sukkot (das Laubhüttenfest) steht vollständig im Zeichen des Erinnerns

Sukkot (das Laubhüttenfest) steht vollständig im Zeichen des Erinnerns

Die Tora besagt, dass wir sieben Tage „in Hütten (Sukkoth) wohnen sollten, damit Euer Nachkommen wissen sollten, dass ICH (G“tt) die Kinder Israels in Hütten habe wohnen lassen, als ICH sie aus dem Land Ägypten herausgeführt habe“ (Wajikra/Lev. 25:42-43). Sukkoth (das Laubhüttenfest) steht vollständig im Zeichen des Erinnerns.

Rosch Haschana und Jom Kippur

Rosch Haschana (jüdisches Neujahr) war der Jahrestag der Erschaffung der ersten Menschen, Adam und Chava. Was bedeutet jüdische Menschlichkeit für mich und was bedeutet es, zu versuchen, ein ‘Mensch’ unter Gottes Führung zu werden?

An Jom Kippur ging es um Sünde, Reue, Beichte und Vergebung, um meine einzigartige Beziehung zu HaSheem, dem Höchsten Wesen. Was empfand ich für die Tora, G’tt und das Judentum? Was habe ich aus meinem jüdischen Leben jüdisch gemacht? Wie gehe ich persönlich mit Tora und Mitzvot, der Einhaltung der Gebote, im kommenden Jahr um?

“Zochrenu lechaim – erinnere uns ins Leben”

In den ersten 10 Tagen des Monats Tischri (September) davvenen (beten) wir hauptsächlich, dass G’tt sich an uns erinnern möge: “Zechor lanu – erinnere Dich an uns” und “zochrenu lechaim – erinnere dich an uns für das Leben”. Aber G’tt erinnert sich an alles. Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft sind für Ihn offen. Warum müssen wir G’tt anrufen, damit Er sich erinnert?

Die Cloud

Das erinnert mich an die Geschichte eines meiner Schwager, der sein Mobiltelefon verloren hatte. In Panik eilte er zum Apple-Händler, der ihm versicherte, dass er sich keine Sorgen machen müsse, weil alles in der Cloud gespeichert sei, auch die Daten, die er gelöscht hatte. Inzwischen wissen wir, was ein großer Speicher bedeutet. Alles ist noch da. Wir müssen es nur abrufen. 

Erinnern zum Besseren

Wenn Sie gefragt werden, was Ihnen von Ihrer Arbeit oder Ihrer Schule aus den letzten 10 Jahren in Erinnerung geblieben ist, haben Sie die Wahl, die guten und schönen oder die unangenehmen und negativen Dinge herauszupicken. Sie können entscheiden, ob Sie das Gute oder das Unangenehme in Ihren Erinnerungen dominieren lassen wollen. Das ist es, worum wir G’tt bitten: dass er die guten Dinge der vergangenen Zeit hervorhebt und uns entsprechend beurteilt. Bis einschließlich Jom Kippur geht es mehr um unsere persönlichen Verdienste.

Die gemeinschaftliche Gewichtung

An Sukkoth feiern wir unsere Jüdische Geschichte: unsere Vergangenheit, unsere Gegenwart und unsere Zukunft. Was können wir für den Fortbestand unseres Volkes tun? Trotz allem, weitermachen, trotz Antisemitismus.

Weshalb ist das sich erinnern so wichtig?

Oberrabbiner Jonathan Sacks schrieb, dass unsere Geschichte eine Geschichte ist, die erklärt, warum wir hier sind und zu welchen Menschen wir gehören, was das jüdische Volk ist und wo es ist.

In der Antike gab es so etwas nicht, und es gibt heute nichts Vergleichbares.

Die Juden waren das erste Volk,

·        das G’tt in der Geschichte sah,

·        das erste, das eine übergreifende Bedeutung in der Geschichte sah, und

·        das erste, das die Erinnerung zu einer religiösen Pflicht machte.

Die hartnäckigste Identität

Deshalb ist die jüdische Identität die hartnäckigste, die die Welt je gekannt hat: die einzige Identität,

·        die jemals von einer Minderheit aufrechterhalten wurde,

·        die seit zweitausend Jahren in der ganzen Welt verstreut ist,

·        eine Identität, die die Juden letztendlich zurück in das Land Israel führte,

·        Hebräisch, die Sprache der Bibel, wurde nach vielen Jahrhunderten, in denen sie nur für Dichtung und Gebet verwendet wurde, wieder zu einer lebendigen Sprache.

Wir sind, woran wir uns erinnern. Wir bleiben, was wir sind, und sind stolz darauf!

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DIE ERINNERUNGSKULTUR AUS DER TORA

An was wird in der Tora so allerhand erinnert?

Mirjam’s Aussätzigkeit: gegen Geschwätz und gegen üble Nachrede

Etwa am Ende der Tora erscheint ein bemerkenswertes Gebot auf der Tagesordnung: „Erinnere Dich an das, was G“tt mit Mirjam unterwegs gemacht hatte, als Ihr aus Ägypten ausgezogen seid“ (Deut. 24:9). Dieses wird in der Jüdischen Literatur als eines der sechs täglichen Erinnerungspflichten genannt. Für das Biblische Volk gibt es noch mehr Pflichtaufgaben für Besinnungsmomente, denn die Tora zeigt an sechs Stellen auf, dass Erinnerung absolut zu erfolgen hat.

Der Auszug aus Ägypten: Befreiung und Versklavung

Deut. 16:3: „Beim Pessachopfer darfst Du kein Chamejtz – etwas, dass gegoren ist – essen, sieben Tage lang sollst Du Matzoth – das Brot der Unterdrückung – essen, denn Du bist in großer Eile aus dem Land Ägypten herausgezogen, damit Du Dich an all Deinen Lebenstagen an den Tag erinnern sollst, an dem Du aus Ägypten herausgezogen bist“.

Tora auf dem Berg Sinai: die Berührung mit dem Höheren

Deut. 4:9-10: „Sei allein auf Deiner Hut und wache sehr gut über Dich selbst, damit Du die Dinge nicht vergisst, die Du mit Deinen eigen Augen gesehen hast, und dass sie nie aus Deinem Gedächtnis verschwinden, an allen Tagen Deines Lebens. Du hast dafür Sorge zu tragen, dass Deine Kinder und Deine Enkelkinder das auch wissen“.

Amalek: der Kampf gegen das Böse und das Schlechte

Deut. 25:17-19: „Denke andauernd daran, was Amalek Dir angetan hat, unterwegs, als Du aus Ägypten ausgezogen bist, wie er Dich – ohne Ehrfurcht vor G“tt – unterwegs überfiel und von Dir in der Nachhut alle Schwachen hinter Dir abschnitt, während Du müde und ausgelaugt warst.

Wenn HaSchem, Dein G“tt, Dir künftig Ruhe von all Deinen Feinden um Dich herum geben wird, im Land, das HaSchem, G“tt, Dir als Erbbesitz geben wird, dann sollst Du die Erinnerung an Amalek unter dem Himmel auslöschen. Vergiss das nicht!“.

Das Goldene Kalb: der Kampf gegen die Vergötterung der Materie

Deut. 9:7: „Erinnert und vergisst nicht, wie Ihr HaSchem in der Wüste erzürnt habt, ab dem Tag, an dem Ihr aus Ägypten gezogen seid bis Ihr an diesem Ort angekommen seid, denn Ihr wart immer gegen HaSchem aufsässig“.

Schabbat: G“tt nachmachen

Exodus 20:8: „Erinnere Dich an den Schabbat-Tag, um ihn zu heiligen“. (Sachor et Jom HaSchabbat lekadescho).

Jede Sekunde des Tages trägst Du Deine persönliche Geschichte in und mit Dir herum. Das sich erinnern ist wichtig, und wenn es nur darum geht, nicht in Deine alten Fehler zurück zu verfallen!

Den Augenblick genießen?

Stell Dir vor, Du würdest gefragt werden, was es Dir Wert sei, um mit Deiner Familie zu einem festlichen Essen bei König Alexander der Niederlande und Königin Maxima eingeladen zu werden (zweifelsfrei mit einem Hechscher, einem Koscherzertifikat eines zuverlässigen Rabbinats). Vielleicht bist Du dazu bereit, hierfür einem guten Zweck, der durch das Königliche Haus vorgegeben wird, EUR 10.000.- zu spenden.

Aber gesetzt den Fall, dass Du so vergesslich bist, dass Du dieses wertvolle und erfreuliche Zusammensein plötzlich nach dem Benschen (Tischgebet) wieder vergessen hast. Wie viel würdest Du dann noch dafür übrighaben?

Ich bin dem bei verschiedenen Freunden und Bekannten nachgegangen (besonders bei Familiengeburtstagen) und es schien mir, dass dann niemand mehr daran interessiert war, den „geringen“ Betrag von EUR 10.000.- hin zu blättern.

Weshalb nicht, fragte ich arglos in die Runde. Da wir alle dazu neigen, das uns erinnernde Ego (ich) höher zu schätzen, als das uns überzeugende Ego. Die säkulare Lebensphilosophie propagiert „Pflück den Tag“ (Carpe diem), genieße jeden Moment, den Du lebst. Mache Dir über die Zukunft keine Sorgen und lasse die Vergangenheit hinter Dich entgleiten, während Du Dich den Genüssen des Lebens widmest. Dieses spricht viele Menschen an, wird aber für unsere Freizeit zurückgestellt. Denn es steht außerhalb der wirklichen, harten Wahrheit.

Im wirklichen Leben erinnern wir uns an alles aus der Vergangenheit und wir versuchen, daraus zu lernen. Weiterhin überlegen wir, um unsere finanzielle und anderweitige Zukunft zu sichern. Moderne Menschen überlassen nichts dem Zufall und kennen die Wichtigkeit eines verantwortlichen und dauerhaften Vorgehens, wobei die Erfahrungen aus der Geschichte Vieles der von uns geplanten Zukunft bestimmt.

Wenn es wirklich zur Sache geht, sind wir außerordentlich genau und berücksichtigen allerlei Szenarien, wobei unsere Erlebnisse aus der Vergangenheit die gesamte Zukunft beleuchten.

Das Hier und Jetzt sind in der Tat unheimlich interessant. Das JETZT-Erlebnis dauert lediglich nur ein paar Sekunden. Einfache Arithmetik sagt uns, dass wir in einem ganzen Leben ungefähr eine halbe Milliarde dieser paar Sekunden JETZT-Erfahrungen haben.

Das Judentum ist die einzige Religion, die ungefähr bis auf die Sekunde genau weiß, wie die Vergangenheit aussah, was das monumentalste Ereignis in der gesamten Geschichte war und wann diese Welt aufhört und in eine höhere Art des Lebens überwechselt.

Die Tora wurde im Jahr 2448 der Zeitrechnung (nach der Schöpfung) offenbart und die Messianische Befreiung wird im Jahr 6000 der Zeitrechnung erfolgen (also nicht noch 6000 Jahre minus 2020 Jahre, sondern nur noch 216 Jahre: 6000 minus 5784!).

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