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Umgang mit Lust und Verlangen

Noach Kuzari
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Ben Noach: Der Umgang mit Lust und Verlangen ist im Christentum viel expliziter als im Judentum. Lesen Sie Matthäus V., Verse 27-30, aber: „Ihr hörtet, es wurd gesagt: Du sollst nicht ehebrechen. Ich jedoch sage: Wer einer Frau auch bloß lüsternd anschaut, hat schon Ehebruch im Herzen begangen.

Wenn dich das rechte Auge zum Schlechten führt, dann reiße es heraus und werfe es hinweg. Denn es ist besser für dich, dass einer der Glieder verloren geht, als dass dein ganzer Leib in die Hölle geworfen werde. Etc… “

Mit anderen Worten: kriminelle Wünsche zu pflegen ist genauso schlimm wie das Verbrechen selbst. Wenn man denkt und wünscht, was verboten ist, hat man schon die Macht des Bösen. Wer rein bleiben will, achtet auf die Versuchung seiner Sinne.

G´tt hat die meisten Menschen so geschaffen, dass sie sich reproduzieren möchten. Dies ist auch der Grund der sieben Noachidianischen Gebote: die Welt bevölkern, Yischuv Ha’olam und eine gerechte Gesellschaft. Das Zölibat passt da nicht hinein.

Rabbi: Dies ist im zehnten Gebot eindeutig verboten. In dem kurzen Talmudtraktat Kalla heißt es bereits wörtlich festgehalten: “Wer eine Frau ansieht, um sich nach ihr zu sehnen, ist, als hätte er schon mit ihr Ehebruch begangen.”

Berachot 24a: Wer mit unreinen Gedanken den kleinen Finger einer verheirateten Frau ansieht, begeht Unzucht

Berachot 61a: Auch ein großer Gelehrter oder ein sehr guter Mensch, das Gehinnom (Hölle), wird ihn nicht schonen, wenn er einer Frau nachgeht und sie bei einem Spaziergang im Fluss betreut oder ihr Geld in der Hand bezahlt, um ihr zu helfen.

Berachot 12b: Warum ist das Kapitel der Tsitsit (Schaufäden) im Glaubensbekenntnis “Shema” enthalten? Weil es fünf wichtige Punkte enthält. Eines ist: das Verbot des unanständigen oder kriminellen Denkens. Denn so heißt es (5Mo 15,39): „Du wirst deinem Herzen und deinen Augen nicht folgen, was dich zu falschen sexuellen Handlungen führen würde.“ „Die Versuchung der Augen“ warnt vor dem falschen Gedanken.

Sanhedrin 75a: Einmal hatte ein Mann eine Frau gesehen. Er wollte sie. Er hat eine Herzkrankheit. Ärzte wurden gerufen. Sie stellten die Diagnose: “Er kann nur auf eine Weise geheilt werden: wenn er mit dieser Frau zusammenleben kann.” Aber die Weisen lehnten die Unzucht ab: “Er würde lieber sterben, als diese Frau zu missachten.” “Nun”, sagten die Ärzte “Dann lass sie zu ihm kommen und enthülle ihr Gesicht.” “Er würde lieber sterben”, sagten die Weisen, “als ihre Enthüllung zu sehen.” “Lassen Sie sie wenigstens”, sagten die Ärzte, “sprechen Sie hinter einer Mauer ungesehen mit ihm!” “Er würde lieber sterben”, fuhr die Antwort fort, “als dass sie zu ihm kommt und mit ihm spricht.”

Dieser tragische Fall wurde von Rav Jehuda mitgeteilt. Er hatte davon von seinem Lehrer Rav gehört. Einige sagten: “Die fragliche Dame war eine verheiratete Frau.” Andere meinten jedoch: “Sie war überhaupt nicht verheiratet.” ? “” Warum “, antwortete Rav Pappa,” weil es eine ewige Schande für ihre Familie und Kinder sein würde. ” “Nein”, rief Rav. Acha aus, “es geht darum, die öffentliche Moral zu wahren.”

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Written by Dajan Raphael Evers

Oberrabbiner von Düsseldorf /Dajan des Europäischen Beit Din's

Bekannt für seine enzyklopädischen Kenntnisse in fast allen Bereichen des Judentums. Ist ein Mitglied in CER (Konferenz der europäischen Rabbiner) sowie im europäischen Beit Din.

Hat mehrere Bücher geschrieben. Darunter: „Talmudisches Denken“, „Die Echte Torah“, „Schaatnes Gesetze“.

Im Moment widmet sich dem Ziel das jüdische Leben in Düsseldorf wieder aufzubauen.

Sprachen: Holländisch, Yiddisch, Hebräisch, Englisch, Deutsch

(Foto gemacht von: J. Feldmann)

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