Mobile Navigation

Unsere Reisen durch das Exil – Parascha Behaalotecha

Beitrag widmen (Funktion kommt)

Ansichten: 14

Unsere Reisen durch das Exil – Parascha Behaalotecha

Parascha Behaalotecha

Im vierten Buch Mose lesen wir von unserer Reise durch die Wüste auf dem Weg nach Israel. Nach dem Auszug aus Ägypten ist die gesamte Tora eine Geschichte über das jüdische Volk auf seinem Weg nach Israel. Aber in der Tora kommen wir nicht im heiligen Land an.

Die Reise durch die Wüste symbolisiert die Reise durch das Exil 2000 Jahre nach der Zerstörung des Tempels im Jahr 70.

Im Folgenden wird kurz geschildert, wie viele sephardische Juden aus Spanien und Portugal flohen und in Amsterdam einen sicheren Hafen fanden.

Es gibt Wörter in dem Iwrit (Hebräisch), die es im Deutschen nicht gibt. Mechutan ist ein solches Wort. Ein Mechutan ist der Vater deiner Schwiegertochter. Mein Mechutan Micha hatte sich die Hand gebrochen. In Jerusalem saß ich an seinem Krankenbett. Wir kamen, um über seine Abstammung zu sprechen. Die Abstammung ist im Judentum wichtig. Wir sind Juden, weil wir von Abraham, Isaak und Jakob abstammen. Michas Abstammung ging sehr früh in der Niederländisch-Jüdischen Geschichte zurück. Micha stammte vom ersten Niederländischen Rabbiner, Rabbi Mosche Uri Halevi, ab.

Inquisition in Spanien

Die Geschichte spielt im Jahr 1590. Nirgendwo auf der Welt gab es Religionsfreiheit. Nur in Amsterdam. Die Spanischen Juden wurden gezwungen, den katholischen Glauben anzunehmen. Andernfalls wurden sie vertrieben oder verbrannt. Viele Marranos – versteckte Juden – nahmen nach außen hin den Katholizismus an, blieben aber insgeheim Juden. Vielerorts wurde die Inquisition eingesetzt, um zu überprüfen, ob die konvertierten Juden auch wirklich konvertiert waren. Dies führte zu Folterungen, Pogromen, Verbrennungen und Verfolgungen. Viele Juden flohen deshalb aus Spanien. Wilhelm von Oranien hatte in Holland die Religionsfreiheit ausgerufen. Prinz Maurice, der Nachfolger Wilhelms von Oranien, war ebenfalls ein starker Befürworter der Religionsfreiheit. Ein Gesandter des Königs von Marokko, Don Samuel Palache, lebte in Middelburg. Palache versuchte, den Stadtrat zur Aufnahme von Juden zu bewegen, was jedoch abgelehnt wurde. Aber Prinz Maurice wurde erhört: Endlich erlaubte ein Land in Europa den Juden, sich dort niederzulassen und ihr Judentum frei auszuüben.

Quick Donate

Überfall an Jom Kippur, Verschwörungstheorie

Um 1590 kamen einige Juden per Schiff in der deutschen Stadt Emden an. Dort lebte ein deutscher Rabbiner, bei dem sie Zuflucht suchten. Sie wollten sich in Emden niederlassen, aber Rabbi Mosche Uri Halevi lenkte ihre Aufmerksamkeit auf Amsterdam, wo eine gewisse Religionsfreiheit herrschte. “Reist nach Amsterdam. Ich werde euch nachkommen und dort werden wir eine neue jüdische Gemeinde gründen”. Gesagt, getan.

Im Jahr 1596 waren bereits 16 Marranos in Amsterdam und gründeten die erste Niederländisch-Jüdische Gemeinde, eine sephardische Gemeinde mit Rabbi Mosche Uri Halevi als Rabbiner und Don Samuel Palache und Jakob Tirado als Verwalter. Die Gottesdienste fanden vorerst im Geheimen statt. Man befand sich noch mitten im 80jährigen Krieg mit Spanien. Daher glaubten die Nachbaren, dass diese spanischsprachigen Ausländer ein Komplott gegen den jungen Staat der Niederlande schmiedeten. An Jom Kippur (Großer Versöhnungstag) führten Landvögte und Ratsherren eine Razzia in der Stadt durch, und nur mit größter Mühe konnte der Landvogt davon überzeugt werden, dass die Juden nichts Böses in ihrem Schild hatten. Kurze Zeit später erlaubten die “guten Väter” von Amsterdam den Bau einer Synagoge.

Die Deutschen und Polnischen Juden kamen später

Die Gemeinde wuchs nun schnell und zählte 400 Familien. Im Jahr 1616 erhielten die sephardischen Juden einen eigenen Friedhof in Ouderkerk. Wegen des Krieges mit Spanien nannten sie sich nicht Spanische Juden, sondern Portugiesische Juden. Im Jahr 1639 wurde die ‘Snoge’, die imposante Synagoge am Waterlooplein, eingeweiht, die 1642 mit einem Besuch von Frederik Hendrik geehrt wurde. Prinz Willem II. und seine Frau besuchten die Snoge bald darauf.

Erst später kamen auch viele verfolgte Deutsche und Polnische Juden. So wurde Amsterdam zu ‘Mokum’. Mokum bedeutet auf Hebräisch “Ort”. In kürzester Zeit wurde Amsterdam zu ‘dem Ort’, einem sicheren Hafen für viele Menschen, die wegen ihres Glaubens verfolgt wurden. Juden wurden jedoch nicht zu den Zünften zugelassen, so dass vielen nur ein armseliges Dasein blieb.

War dies nützlich?

Ja
Nein
Vielen Dank für Ihr Feedback!
Hat Ihnen der Artikel gefallen? Teilen Sie ihn mit Ihren Freunden!
Facebook
Twitter
Telegram
WhatsApp
Skype

Wir schreiben eine neue Torah-Rolle in Wien

Über Autor
Quick Donate

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Skip to content