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Warum haben die Juden ausgerechnet den goldenen Kalb gemacht? – Parascha Ki Tisa

Warum haben die Juden ausgerechnet den goldenen Kalb gemacht - Parascha Ki Tisa
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Originaltext auf Russisch finden Sie hier

“Versammelte sich das Volk gegen Aharon, und sie sprachen zu ihm: Auf, mache uns Götter, die vor uns hergehen sollen; denn dieser Mann Mosche, der uns aus dem Land Mizrajim heraufgeführt, wir wissen nicht, was ihm geschehen ist.” (Schmot 32:1)

Ramban schreibt, dass die Söhne Israels hatten keine Absicht dem Kalb anzubeten. Und wir sehen dies daran, wie sie ihre Bitte argumentierten: “Wir wissen nicht, was mit Mosche passiert ist.” Zweifellos glaubten die Juden nicht, dass Mosche Gott war und dass er mit eigenen Kräften Zeichen und Wunder wirkte. Wenn sie sich auf Götzendienst einlassen wollten, warum sollten sie ihre Bitte erklären, indem sie sagten, dass Mosche abwesend ist? Und noch dazu, sagten sie nicht “mach uns eine Gottheit, die das Leben in dieser und in der zukünftigen Welt gibt”, sondern sagten “mach uns eine Gottheit, die vor uns gehen würde”.

Ramban erklärt, dass die Juden darum gebeten haben, „einen anderen Mosche“ zu machen, indem sie sagten, dass Mosche, durch den wir vom Schöpfer Anweisungen erhalten haben, wie wir von Ägypten zum Berg Sinai gehen sollen, verschwunden ist. Die Juden wollten, dass Aharon ihnen einen „anderen Mosche“ machte, der ihnen den Weg nach dem Wort des Allmächtigen zeigte. Deshalb sagten sie “dieser Mann, Mosche, der uns herausgebracht hat” und nicht “der Gott, der uns herausgebracht hat”. Sie brauchten einen neuen „Mann Gottes“, keine Gottheit.

Der Ramban spricht viel mehr dafür, dass die Juden kein Götzenbild für die Anbetung brauchten, sondern einen “Führer” anstelle von Mosche.

Ramban schreibt weiter, dass die Söhne Israels dem Aharon nicht genau gesagt haben, welche Form er demjenigen geben soll, der vor ihnen gehen soll. Es war Aharon, der entschied, dass es ein Kalb sein sollte.

Seine Absicht war wie folgt.

Juden befanden sich in einer Wüste, einem unbewohnten Ort, an dem Zerstörung herrscht, und Zerstörung und Verwüstung in die Welt aus dem Norden (im spirituellen Sinne) kommen, wie der Prophet Irmiyau sagte: “… aus dem Norden wird für alle Bewohner dieser Erde eine Katastrophe beginnen.” In der Vision des himmlischen Streitwagens steht (Yehezkel, 1: 10e78a8): “… und das Gesicht des Stiers ist links.” Daraus folgt, dass sich der Stier im Streitwagen im Norden befindet (in der Tora wird der Osten mit dem Wort “kedem” bezeichnet, dessen zusätzliche Bedeutung “vorwärts” ist). Deshalb dachte Aharon, dass der Zerstörer ihnen den Weg in dem Ort der Zerstörung zeigen würde, da seine Stärke dort groß ist und da sie dort dem Allmächtigen dienen würden, würde der Geist von oben zu ihnen herabsteigen, wie es bei Mosche war, und es wird sie durch die Wüste führen.

Trotz der hohen Absichten, die zur Erschaffung des Kalbes führten, wurde diese Handlung von den Juden als große Sünde gewertet, weil sie das Kalb willkürlich erschaffen hatten, ohne einen Hinweis vom Herrn zu erhalten.

Wenn ein Mensch selbst entscheidet, wie er dem Gott dienen und sich Ihm nähern soll, und nicht den vom Allmächtigen vorgeschriebenen Weg des Dienstes geht, werden seine Handlungen so etwas wie die Handlungen von Götzendienern, die ihrer Vorstellungskraft folgen und die von ihnen erfundenen Götter verehren.

Dieses Material wurde auf der “Beerot Izchak”-Website und auf der “Imrey Noam”-Website veröffentlicht.

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Written by Rav Reuven Kuklin

Der Autor stammt aus Russland und immigrierte im jungen Alter nach Israel. Dort studierte er viele Jahre Torah und sammelte
Erfahrung bei Toldot Yeshurun als Redner und beantwortete Fragen zu allen möglichen Themen des Judentums aus aller Welt. Danach machte er sich selbstständig und gründete den russischsprachigen Verein IMREY NOAM, mit dem Ziel Torah im russischsprachigen Raum zu verbreiten. Seine Website imrey.com ist sehr erfolgreich mit über 500.000 Besuchern pro Monat.
Als Leiter von IMREY NOAM steht er Judentum.online, welches Teil von IMREY ist, mit Rat und Tat zur Seite.

Sprachen: Hebräisch, Russisch, Englisch

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