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Birkat Kohanim: Mit Leib und Seele – Parascha Nasso

Parascha Nasso
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Eine der besonderen Aufgaben, welche die Kohanim bekommen haben, ist die (in Israel tägliche) Segnung des jüdischen Volkes mit den Worten aus unserem Wochenabschnitt Nasso (Bamidbar 6: 22:25):

יברכך ה׳ וישמרך, יאר ה׳ פניו אליך ויחנךּ, ישא ה׳ פניו אליך וישם לך שלום  (“Es segne dich G´tt und behüte dich, Es erleuchte G´tt sein Angesicht dir und begnade dich, Es trage G´tt sein Angesicht dir zu und gründe dir Frieden”)  

Im Talmud (Sotah 39.) finden wir für dieses Gebot einen besonderen Segenspruch: 

 ברוך אתה ה´… אשר קדשנו בקדושתו של אהרן וצונו לברך את עמו ישראל באהבה (“Gelobt seiest du G´tt, welcher uns mit der Heiligkeit Aharons geheiligt und uns befohlen hat, sein Volk Israel mit Liebe zu segnen”. So wird es auch heutzutage praktiziert (siehe Shulchan Aruch Orach Chaim 128, 11)

Es stellt sich die Frage, was bedeutet באהבה „mit Liebe“ in diesem Segenspruch und weshalb haben es unsere Weisen hinzugefügt, wobei wir in der Tora keine Erwähnung dessen finden und den Kohanim einfach nur befohlen wurde das Volk zu segnen?

Die Antwort darauf finden wir im Medrasch (Tanchuma Nasso 10, Rabba 11,4): Haschem möchte nicht, dass die Kohanim diesen Text einfach trocken herunter rattern, wie ein auswendig gelerntes Gedicht, sondern dass sie das, was sie sagen, wirklich so meinen. Der Segen soll aus dem Herzen kommen und mit dieser Einstellung soll das jüdische Volk gesegnet werden und wenn das nicht der Fall ist, dann geht der Segen nicht in Erfüllung. Deshalb hielten es unsere Weisen für nötig, diesen Aspekt im Segenspruch vor jeder Segnung zu verdeutlichen.

Die Lehre daraus ist, dass wenn man schon etwas macht, dann soll man es richtig machen!

Sei es zwischen Ehepartnern, bei der Arbeit oder zwischen Freunden, in unserem Alltag müssen wir oft Sachen machen, die wir nicht wollen oder uns gerade nicht danach ist, doch wir haben keine Wahl und müssen es trotzdem machen. Was jedoch unserer Wahl überlassen ist, ist mit welcher Einstellung und Laune wir es tun und dies ist ein klarer Indikator unseres Verhältnisses zum Auftraggeber, sei es Ehepartner, Boss oder Hashem (und manchmal ist dies auch der Ursprung der Bitte, um das Verhältnis zu prüfen).

Deshalb ist es von Vorteil (soweit es möglich ist) auch lästige und aufwändige Dinge mit einer möglichst positiven Einstellung hinter sich zu bringen, um somit unseren Mitmenschen und sich selbst es gutes Gefühl zu geben!

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Written by Rav Dovid Gernetz

Der Autor wurde in Dnepropetrowsk, Ukraine geboren und ist in Berlin, Deutschland aufgewachsen. Er studierte zwei Jahre in einer Yeshiva in Zürich, Schweiz und anschließend zwei Jahre in einer Yeshiva in Gateshead, England. Seit seiner Hochzeit lebt er in Telz Stone in Israel.
Der Autor ist Vertreter von Imrey Deutschland e.V und verantwortlich für diese Website. Außerdem gibt er wöchentlich den Judentum.Online-Newsletter heraus und veröffentlicht zahlreiche Beiträge zu Themen rund ums Judentum.

Sprachen: Russisch, Deutsch, Englisch, Hebräisch

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