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Das Ende von Ja’akov’s Leben, Teil III – Parascha Wajechi

Das Ende von Ja’akov’s Leben, Teil III - Parascha Wajechi
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Parascha 12 Wajechi  (Bereschit / Genesis 47:28 – 50:26)

Die Beisetzung von Ja’akov in Israel

Das Ausfuhrverbot wurde ausgesetzt

In Ägypten gab es ein Gesetz, das die Ausfuhr von Verstorbenen untersagte. Als die Trauerzeit vorüber war, sprach Jossejf die Minister vom Pharao an, um für ihm ein gutes Wort beim Pharao ein zu legen. Vater Ja’akow hatte ihn schwören lassen, dass Jossejf ihn in Israel zu beerdigen hätte. Vater Ja’akov hatte wortwörtlich gesagt: „Schau her, ich sterbe. Im Grab, das ich mir im Land Kana’an gegraben habe, sollst Du mich beerdigen!“ (Und ich verlange, dass Du alles in Deiner Macht stehende unternimmst, damit das auch geschieht).

Jossejf hatte dem Pharao vor langer Zeit geschworen

Jossejf erbat Pharao um seine Erlaubnis, nach Israel zu gehen, um seinen Vater zu beerdigen. Danach würde er zurückkehren. Jossejf betonte, dass er seinem Vater hatte schwören müssen, ihn in Israel zu beerdigen. Er wusste, dass der Pharao Beschwerde gegen Beerdigungen im Ausland machen würde. Der Pharao wollte eigentlich, dass Jossejf sein Gelübde würde erlöschen lassen. Aber Jossejf antwortete, dass er das nie machen würde. Sollte der Pharao ihn zwingen, sein Gelübde zu brechen, drohte Jossejf damit, auch ein anderes Gelübde platzen zu lassen. Jossejf hatte dem Pharao vor langer Zeit geschworen, niemandem zu erzählen, dass er EINE Sprache mehr als der Pharao beherrschen würde (Hebräisch!).

Ja’akov wurde in Ägypten verehrt

Der Pharao willigte dann ein: „Ziehe von dannen und beerdige Deinen Vater, so wie er es Dich hat schwören lassen“. Aber Ja’akov wurde in Ägypten verehrt. Deshalb zogen alle Bedienstete vom Pharao und alle Ältesten vom Land Ägypten mit Jossejf mit, um Ja’akov zu beerdigen. Es wurde eine enorme Menge. Jeder zog mit. Nur die kleinen Kinder, das Kleinvieh und ihre Rinder ließen sie im Land Goschen zurück. Wagen und Reiter zogen mit ihnen mit. Es war eine enorme Menge, die nach Israel auf dem Weg war, um Ja’akov zu beerdigen. Der Sarg von Ja’akov war aus purem Gold. Überall glitzerten Edelsteine.  Über seinen Sarg war eine Art von Baldachin ausgebreitet worden. Die zwölf Söhne trugen barfuss, als Zeichen der Trauer, den Sarg. Sie mussten furchtbar weinen. Eine enorme Menge an Ägyptern folgte. Jossejf hing seine Krone an Ja’akov’s Sarg.

schwerer Trauerdienst durchgeführt bei Atad

Als die gesamten Teilnehmenden bei Atad, am gegenüberliegenden Ufer des Jordan, ankamen, wurde dort ein schwerer Trauerdienst durchgeführt. Die Kana’aniter sahen die Trauer und nannten den Ort Awejl Mitzrajim, die Trauer von Ägypten. Zahlreiche Kana’anitische Könige kamen dem Sarg entgegen. Jischma’ejl und Esaw kamen mit ihren Truppen. Eigentlich hatte man die Absicht, gegen Ja’akov’s Familie Krieg zu führen. Aber als sie sahen, dass Jossejfs Krone an Ja’akov’s Sarg hing, liefen sie im Treck mit. Auch die Könige von Kana’an hingen ihre Kronen an Ja’akov’s Sarg. Mit 36 Kronen wurde Ja’akov’s Sarg in die Machpela hineingetragen. Selbst die Edelleute von Ägypten trauerten um Ja’akov. Lea lag schon in der Machpela.

Esaw bereite Schwierigkeiten

Als Ja’akov hineingetragen werden sollte, bereite Esaw Schwierigkeiten. Er forderte Platz für sein eigenes Begräbnis ein. Ja’akov’s Söhne waren hiermit nicht einverstanden. Sie sagten, dass Ja’akov das Erstgeborenenrecht und auch das Grabrecht in der Machpela schriftlich von Esaw gekauft hätte. Esaw wollte das Dokument sehen. Die Brüder sagten, sie hätten das in Ägypten zurückgelassen. Naftali rannte schnell zurück. So wurde die Beisetzung ausgesetzt. Ein tauber Enkelsohn von Ja’akov verstand nicht genau, was Sache sei. Er sah jedoch, dass Esaw Ja’akov nicht beerdigen ließ. Da ergriff er einen Stock und schlug Esaw zu Tode. Das Blut von Esaw spritzte auf den Sarg von Ja’akov und Esaw’s Kopf rollte in die Machpela hinein. Sein Körper wurde zu seinem Land Se’ir zurückgebracht.

Der Anfang der Sklaverei

Jossejf verstarb zuerst weil er seinen Vater nicht genügend geehrt hatte

In Ägypten zurückgekehrt, war Jossejf ein kluger Regent. 40 Jahre lang war er Vize-König, besiegte und vertrieb alle Feinde und sorgte für Ruhe und Frieden. Nach dem Tod vom Pharao folgte Jossejf als sein Nachfolger als der neue König von Ägypten.

Jossejf verstarb zuerst weil er seinen Vater nicht genügend geehrt hatte

Jossejf war einer der jüngsten Brüder, verstarb aber zuerst. Das kam, da er seinen Vater nicht genügend geehrt hatte. Wenn man seinen Eltern die Ehre erweist, lebt man lange. Er hatte Ja’akov seinen „Diener“ durch seine Brüder bezeichnen lassen, die mit ihm in Ägypten ins Gespräch gelangten. Darüber hinaus hatte sich Jossejf seinen Brüdern gegenüber als zu autoritär aufgespielt. Als Jossejf sein bevorstehendes Ende verspürte, sprach Jossejf zu seinen Brüdern, dass G“tt sie aus Ägypten mit den Wörtern „Pakod Jijkod“ (G“tt wird Sich an Euch erinnern) befreien würde. Diese würden die Losungswörter sein, an denen sie den Erlöser würden erkennen können.

Jossejf bat seine Knochen nach Schechem mit zu nehmen

Jossejf wollte nicht in Ägypten beigesetzt werden und bat seine Brüder, seine Knochen nach Schechem mit zu nehmen, was sein Vater ihm zugeteilt hatte, um dort begraben zu werden. Jossejfs sterbliche Überreste wurden in einer Eisenkiste im Nil versenkt. Die Ägypter glaubten daran, dass dieses der wichtigsten Lebensader von Ägypten Segen bringen würde. Jossejfs Tod ging nicht unbemerkt vorbei. Alle Quellen trockneten aus.

Nach dem Versterben der Stammesväter fing die Sklaverei an

Nach und nach starben alle Brüder von Jossejf. Bis zu seinem Lebensende blieb Benjamin von jedweder Sünde verschont. Er musste nun mal sterben, da seit Adam’s und Eva’s Sündenfall ein Dekret gilt, dass jeder sterben muss. Levi verstarb als letzter. Nach und nach begann die Sklaverei. Solange Ja’akov gelebt hatte, waren die Bnej Jisraejl völlig freie Menschen. Nach dem Versterben der Stammesväter fing die Sklaverei an. 86 Jahre vor der Befreiung fingen die Ägypter an, das Leben der Bnej Jisraejl sehr beschwerlich zu machen und verbitterten deren Sklaverei. Ende des Buches Bereschit (Genesis).

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Written by Dajan Raphael Evers

Oberrabbiner von Düsseldorf /Dajan des Europäischen Beit Din's

Bekannt für seine enzyklopädischen Kenntnisse in fast allen Bereichen des Judentums. Ist ein Mitglied in CER (Konferenz der europäischen Rabbiner) sowie im europäischen Beit Din.

Hat mehrere Bücher geschrieben. Darunter: „Talmudisches Denken“, „Die Echte Torah“, „Schaatnes Gesetze“.

Im Moment widmet sich dem Ziel das jüdische Leben in Düsseldorf wieder aufzubauen.

Sprachen: Holländisch, Yiddisch, Hebräisch, Englisch, Deutsch

(Foto gemacht von: J. Feldmann)

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