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Der Weise der Tora ist hart wie Eisen – Parascha Schoftim

Der Weise der Tora ist hart wie ein Eisen - Parascha Schoftim
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Die Wörter „deren Steine“, die auf Hebräisch “Avanea” (אבניה) lauten, ähneln einem anderen hebräischen Wort – “Bonea” (בוניה), das heißt, “die es bauen” (das Heiliges Land). “Die Bauarbeiter des Landes” sind die Experten der Tora, dank denen die ganze Erde und die gesamte Menschheit existieren. Der Talmud im Traktat Taanit (4a) behauptet, dass die Tora mit diesem Vers folgendes andeutet: Der Weise sollte (in seiner eigenen Meinung) fest sein wie ein Eisen. Die Basis dieser Härte/Festigkeit ist, dass er ein klar geformtes Bild von dem Welt und eine klare Sicht auf die Realität hat. Es ist schwer, ein solches felsenfestes Bewusstsein irgendwie zu beeinflussen und es irgendwie zu verändern.

Das obenbeschriebene wird uns helfen, die Worter des Talmuds in der Traktat Berahot (27b) zu verstehen. Dort werden Tora-Gelehrte als “Schildträger” genannt. Laut Raschi werden sie wegen ihrer Teilnahme an zahlreichen talmudischen Streitigkeiten so genannt. Rosch (Rabejnu Ascher) gibt eine andere Erklärung. Seiner Meinung nach werden die Weisen so genannt, weil sie durch das Studium der Tora ihre Generation vor verschiedenes Unglück schützen, wie ein Schild, der seinen Besitzer vor den Schlägen des Feindes schützt. Der Grund, warum Rosch die Worte des Talmuds nicht so wie Raschi kommentierte, ist verständlich: wenn es um die Teilnahme der Weisen an den “talmudischen Streitigkeiten” ging, dann wären solche Beinamen, wie “Besitzer von Minen” oder “Träger von Säbeln” usw. mehr passend. Genau diese Werkzeuge sind für den Kampf gedacht, während der Hauptzweck des Schildes die Verteidigung ist.

Um die Meinung von Raschi zu erklären, wenden wir uns den Worten des Traktats Sota zu (42a). Dort untersucht der Talmud einzeln jeden Ausdruck anhand des Appells von “Maschuach Milchama” (einem Kohen, der ähnlich zu dem Hohepriester ist und der das Lager Israels in den Krieg begleitet) zu den Soldaten (“lasst euer Herz nicht schwach sein und fürchtet euch nicht und werdet nicht flüchtig und schreckt nicht vor ihnen” (Dewarim 20:3). Laut dem Talmud warnt der Kohen die jüdische Soldaten mit den Worten „habt keine Angst“, dass diese sich nicht fürchten sollen, wenn die Schilde die Schläge abbekommen. Nach einem einfachen Verständnis klopfen die Feinde auf die Schilde, da die Schilde normalerweise aus Metall bestehen und einen lauten Klang erzeugen. Es gibt jedoch eine tiefere Erklärung: die Stabilität und Beständigkeit, die der Schild seinem Besitzer verleiht, kann den Feind nicht weniger erschrecken als sein Angriff.

Diese Stabilität und Beständigkeit sind die Hauptwaffe der Weisen der Tora in ihren vielen Auseinandersetzungen. Und aus diesem Grund nennt sie der Talmud als “Schildträger”.

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Written by Rav Reuven Kuklin

Der Autor stammt aus Russland und immigrierte im jungen Alter nach Israel. Dort studierte er viele Jahre Torah und sammelte
Erfahrung bei Toldot Yeshurun als Redner und beantwortete Fragen zu allen möglichen Themen des Judentums aus aller Welt. Danach machte er sich selbstständig und gründete den russischsprachigen Verein IMREY NOAM, mit dem Ziel Torah im russischsprachigen Raum zu verbreiten. Seine Website imrey.com ist sehr erfolgreich mit über 500.000 Besuchern pro Monat.
Als Leiter von IMREY NOAM steht er Judentum.online, welches Teil von IMREY ist, mit Rat und Tat zur Seite.

Sprachen: Hebräisch, Russisch, Englisch

Frage: Ich habe gehört, dass man auf der Straße nicht essen soll, stimmt das?

Essen auf der Straße?

ZITAT DER WOCHE