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Die Bedeutung von Kopfbedeckungen – Kippa

Die Bedeutung von Kopfbedeckungen - Kippa
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In Deutschland wurde die Diskussion über das Tragen einer Kippa oder Yarmulke wieder entfacht. Der Antisemitismusbeauftragte Felix Klein riet davon ab, sie zu tragen. Aber der Publizist Michel Friedman hat diese Aussage völlig aufgelöst. Bild veröffentlichte einen blauen Kippa zum Ausschneiden – jeder muss damit laufen.

Die Art und Weise der Kopfbedeckungen hat seinen Ursprung in Tora, Talmud und Kabbalah. Eine Kopfbedeckung ist ein sehr markantes Signal, das in erster Linie Ausdruck der Integrität und Bescheidenheit ist, aber im Laufe der Zeit auch viele andere Bedeutungen bekommen hat.

1. Signal nach außen:

Eine Kippa ist ein soziales Signal nach außen, welches zeigt wohin ich gehöre. Ich gehöre zum jüdischen Volk. Ich stehe für das jüdische Volk. Ich bin in Solidarität mit dem jüdischen Volk, seiner Geschichte und Israel.

Wenn die Menschen bei einer Demonstration eine Kippa tragen, sagt das nicht immer aus, dass sie Juden sind. Ziel ist es dadurch zu zeigen, ist, dass man solidarisch mit dem jüdischen Volk und Israel ist.

2. Vielfalt innerhalb der Gruppe:

Eine Kippa spiegelt die eigene Persönlichkeit wieder, zeigt wer ich bin und für was ich in meiner Gruppe stehe. Es ist ein Ausdruck meiner Persönlichkeit. Ich zeige etwas von mir z.B. durch das Tragen einer bestimmten Kippa. Eine Yarmulke zeigt deutlich, welcher Gruppe wir angehören. Kleidung sagt nämlich mehr über uns, als wir denken. In jedem Detail.

In Israel – aber auch anderswo – sehen wir viele verschiedene Kippot (Plural von Kippa).

Größere gehäkelte Kippot in schweren seriösen Farben in allen Formen und Größen werden abgewechselt von kleinen Samtkäppchen gesehen. Wo man die Kippa auf den Kopf  legt- auf der Fontanelle oder Rückseite des Kopfes – zeigt weitere Nuancen.

Eine Kippa mit der Aufschrift ‘Keine Atombombe‘ zeigt soziales Engagement.

Eine kleines gehäkeltes Scheitelkäppchen mit einem schönen Spruch oder Motiv zeigt eine Kombination aus des Irdischen und des Himmlischen. Die Kippa ist (fast) nie zufällig von einer bestimmten Größe und Farbe.

Es ist eine religiös-politische Aussage: Das bin ich und das will ich, aber noch wichtiger: das bin ich nicht und das will ich nicht.

3. Das Gefühl, dass da ,,etwas über uns ist.“

Die wahre Bedeutung der Kopfbedeckung ist Achtung für das Höhere. Es wurde entwickelt um Integrität zu fördern. Ich trage eine Kippa, um das Gefühl zum Ausdruck bringen, dass da „etwas über uns ist.” Daher werden diese Kippot auf dem Kopf getragen.

4. Religiöse Scham:

Aber es gibt noch mehr Erklärungen. Eine Kopfbedeckung ist ein Teil der Kleidung und somit folgt sie der allgemeinen Kleidungsideologie.

Soziologische Theorien schlagen vor, dass wir uns kleiden:

  • zum Schutz gegen natürliche Elemente, wie Kälte und Hitze oder
  • man möchte sich selbst nach seinem persönlichen Geschmack kleiden.

Die Kleidungstheorie liest sich aus der Thora, wir schämen uns nackt zu sein: ,,Adam und seine Frau waren beide nackt, aber sie schämten sich nicht“ (Genesis 2: 25.) ,,Nach dem Fall von Adam und Eva schämten sie sich, und sie nähte Schürzen aus Feigenblättern“ (ibid. 3: 7).

Eine Kopfbedeckung ist ein Teil unserer Kleidung. Wir bedecken unser Gehirn, weil wir uns unseres Geistes schämen. Gott hat die Menschheit mit großer Intelligenz ausgestattet, aber wenn wir das Ergebnis unserer Bemühungen sehen, kommen wir schnell zu dem Schluss, dass wir nicht viel davon geschafft haben. Die Welt wäre so viel besser gewesen …

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Written by Dajan Raphael Evers

Oberrabbiner von Düsseldorf /Dajan des Europäischen Beit Din's

Bekannt für seine enzyklopädischen Kenntnisse in fast allen Bereichen des Judentums. Ist ein Mitglied in CER (Konferenz der europäischen Rabbiner) sowie im europäischen Beit Din.

Hat mehrere Bücher geschrieben. Darunter: „Talmudisches Denken“, „Die Echte Torah“, „Schaatnes Gesetze“.

Im Moment widmet sich dem Ziel das jüdische Leben in Düsseldorf wieder aufzubauen.

Sprachen: Holländisch, Yiddisch, Hebräisch, Englisch, Deutsch

(Foto gemacht von: J. Feldmann)

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