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Die fehlende Brit-Mila – Parascha Schmot

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                                                     בסייד 

Am Ende der Parscha Schemot will G’tt Mosche töten, weil er nachlässig mit der Brit-Mila seines Sohnes Elieser war. Nach dem Talmud (B.T. Nedarim 31a) hatte Mosche die Beschneidung nicht vergessen, sondern musste zwei Befehle von HaSchem gegeneinander abwägen. Er begründete dies wie folgt: “Wenn ich Elieser jetzt beschneide und gleich danach aufbreche, gefährdet das die Gesundheit des Kindes. Wenn ich drei Tage warte, bis die Gefahr vorüber ist, komme ich in Konflikt mit G’ttes Gebot, sofort nach Ägypten zu gehen”.

Diese letzte Überlegung war Grund genug, mit der Brit-Mila zu warten. Warum also wurde Mosche mit dem Tod bedroht? Denn er gab dem Rastplatz den Vorrang.

Zunächst einmal sehen wir hier, dass HaSchem niemanden “bevorzugt”. Ein wichtiger Grundsatz im Judentum. Vor allem Mosche – der Vater aller Propheten – wird für eine kleine Übertretung streng bestraft, obwohl er mit einer großen Mitzwa beschäftigt war: der Befreiung des Jüdischen Volkes.

Zweitens ist dies ein Mussar-Haskel (eine Lektion in Religiosität): Oft behaupten wir, keine Zeit für alle möglichen geistigen Dinge zu haben. Was stellt sich dann als richtig heraus? Wir haben durchaus Zeit für materielle Dinge. Oft denken wir, dass wir kein Geld für Tzedaka haben. Aber wir scheinen in der Lage zu sein, alle Arten von Luxus zu kaufen. Eine Frage der Prioritäten! Das war – und sei es auch nur subtil – die Forderung HaSchems an Mosche: keine Zeit für eine Brit-Mila, aber Zeit, um ein Malon – einen Ort zum Übernachten – zu errichten?

Dies ist auch für uns ein wichtiges Dilemma, wenn wir unsere Jiddischkeit fortsetzen wollen.

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Written by Dajan Raphael Evers

Oberrabbiner von Düsseldorf /Dajan des Europäischen Beit Din's

Bekannt für seine enzyklopädischen Kenntnisse in fast allen Bereichen des Judentums. Ist ein Mitglied in CER (Konferenz der europäischen Rabbiner) sowie im europäischen Beit Din.

Hat mehrere Bücher geschrieben. Darunter: „Talmudisches Denken“, „Die Echte Torah“, „Schaatnes Gesetze“.

Im Moment widmet sich dem Ziel das jüdische Leben in Düsseldorf wieder aufzubauen.

Sprachen: Holländisch, Yiddisch, Hebräisch, Englisch, Deutsch

(Foto gemacht von: J. Feldmann)

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