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Die schwarzen Häuser auf der Stirn und dem linken Arm – Parascha Waetchanan

Die schwarzen Häuser auf der Stirn und dem linken Arm - Parascha Waetchanan
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בסייד 

Parascha Waetchanan (Dewarim/Deuteronomium 3:23 – 7:11) 

“Du sollst sie als Zeichen an deine Hand binden und als Erinnerung zwischen deine Augen” (6:8). Tefillin sind ein “black box”, die schwarzen Häuser auf der Stirn und dem linken Arm, die verschiedene Pergamentstücke mit Texten aus der Tora enthalten. Wir nennen sie Tefillin (Gebetsriemen).

die Zahl vier

Auch hier spielt die Zahl vier eine Rolle als Symbol für die vier Welten zwischen HaSchem und dem Menschen. Es gibt vier Tora-Abschnitte aus Pergament in vier Häusern mit den Tefillin auf dem Kopf. Das Haus der Tefillin muss vollkommen quadratisch sein. Der Knoten in den Tefillin des Kopfes hat die Form eines “dalet”, des vierten Buchstabens des Alphabets. Das “Schin” auf dem Tefillin des Kopfes hat vier Beine. Die Zahl vier spiegelt die vier Stufen der Schöpfung wider, die wiederum den vier Buchstaben des Tetragrammaton, dem vierbuchstabigen Namen G’ttes, entsprechen.

zu viel undurchsichtige, treife Materie zerstört die Verbindung zu G’tt

Die Tefillin werden aus tierischen Produkten hergestellt. Der Mensch wird nur durch die Sublimierung seiner tierischen Natur erhöht. Die wichtigste Verbindung zu G’tt besteht in der irdischen Einhaltung der Gebote und Verbote. Alles an den Tefillin muss von koscheren Tieren stammen, denn zu viel undurchsichtige, treife Materie zerstört die Verbindung zu G’tt.

schwarze Buchstaben auf weißem Feuer

Die vier Pergamentabschnitte der Tora müssen ganz weiß sein, um das unendliche Licht zu symbolisieren, das der Welt sein Gesicht gab. Doch bevor die Welt erschaffen werden konnte, musste dieses G’ttliche Licht abgeschirmt und begrenzt werden. Deshalb werden die Abschnitte der Tora auch als schwarze Buchstaben auf weißem Feuer bezeichnet. Das weiße, unendliche Feuer musste temperiert und gemildert werden, um in diese endliche Welt zu gelangen. Das weiße Pergament ist in einer “black box” versteckt, weil G’ttes Schöpfungsabsicht verborgen bleibt.

Das finale Schöpfungsziel hängt vom Menschen ab

Tefillin sind wie eine “black box”, weil wir nicht wissen, was in ihnen vorgeht. Tefillin müssen quadratisch sein. Das Quadrat symbolisiert das menschliche Produkt. Die Natur ist nie so präzise. Das finale Schöpfungsziel hängt vom Menschen ab.

die Zahl Sieben

Auch die Zahl Sieben spielt eine wichtige Rolle. Die sieben Windungen um den Arm entsprechen den sieben Midot, den Ausstrahlungen, mit denen G’tt die Welt führt. Dies sind die sieben Stufen, die G’tt mit Seiner Schöpfung verbinden, die in den sieben Tagen der Schöpfung verwirklicht wurden, eine weitere Art der Bindung an HaSchem. Diese sieben G’ttlichen Ausstrahlungen spiegeln sich auch in den sieben Armen der Menora wider.

durch die Sublimierung seiner tierischen Natur gehoben

Die Tefillin werden aus tierischen Produkten hergestellt. Der Mensch wird nur durch die Sublimierung seiner tierischen Natur gehoben. Die wichtigste Verbindung zu G’tt besteht in der irdischen Einhaltung der Gebote und Verbote.

Zeit macht unsere Welt zu einer Arena der Aktivität

Tefillin werden mit den Sehnen eines koscheren Tieres zusammengebunden. Die 365 Sehnen im Körper entsprechen den 365 Tagen des Jahres. Die Häuser der Tefillin werden mit zwölf Stichen zusammengehalten, was den zwölf Monaten des Jahres entspricht. Zeit ist ein wichtiger Bestandteil der Schöpfung. Sie macht unsere Welt zu einer Arena der Aktivität. Nur in einer solchen Welt kann das G’ttliche Ziel verwirklicht werden. Die beiden Buchstaben Schin auf den Kopf-Tefillin – rechts einer mit drei Beinen, links einer mit vier Beinen – stehen für den ersten Buchstaben des G’ttlichen Schutznamens Scha-dai. Die beiden Buchstaben Schin haben zusammen sieben Beine, was sich auf die sieben Midot bezieht. Beim Buchstaben Schin sind alle Beine mit einer einzigen Basis verbunden.

wie bei einer Hauttransplantation

Warum sind die Häuser nicht aus Metall, Kunststoff oder Stein? Die Tefillin sind aus (Kuh-)Haut gefertigt, dem gleichen Material wie der menschliche Körper, um zu betonen, dass die Botschaft der Tefillin – wie bei einer Hauttransplantation – mit dem Menschen eins werden muss. Die Tefillin müssen schwarz sein. Schwarz verändert nicht so leicht seine Farbe; ebenso sollte der Jüdische Mann oder die Jüdische Frau ihre Identität nicht aufgeben.

Tefillin gleichgesetzt mit den 613 Geboten

Auf den Kopf-Tefillin befinden sich zwei Buchstaben “Schin”, einer mit drei und der andere mit vier Beinen. Der Buchstabe Schin hat einen Zahlenwert von 300. Zwei Schins ergeben insgesamt 2 x 300 = 600. Sch-Sch bildet das Hebräische ‘Schesch’ oder sechs (6); zusammen mit den sieben (4+3) Beinen erhalten wir 613, die Zahl der Verbote. Der Tefillin wiegt mehr als die 613 Gebote der Tora.

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Written by Dajan Raphael Evers

Oberrabbiner von Düsseldorf /Dajan des Europäischen Beit Din's

Bekannt für seine enzyklopädischen Kenntnisse in fast allen Bereichen des Judentums. Ist ein Mitglied in CER (Konferenz der europäischen Rabbiner) sowie im europäischen Beit Din.

Hat mehrere Bücher geschrieben. Darunter: „Talmudisches Denken“, „Die Echte Torah“, „Schaatnes Gesetze“.

Im Moment widmet sich dem Ziel das jüdische Leben in Düsseldorf wieder aufzubauen.

Sprachen: Holländisch, Yiddisch, Hebräisch, Englisch, Deutsch

(Foto gemacht von: J. Feldmann)

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