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Gemeinsam sind wir stark!

Die Vielfältigkeit des jüdischen Volkes
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Im jüdischen Volk gibt es viele verschiedene Rollen und jeder dient Haschem auf seine eigene Art und Weise. Manche lernen den ganzen Tag Tora und widmen ihr Leben komplett dem Dienst von Haschem. Manche arbeiten und unterstützen jüdische Einrichtungen und Organisationen. Andere widmen ihre  Zeit für die Gemeinde und sorgen dafür, dass das Gemeindeleben weiterhin reibungslos verlaufen kann. Jeder leistet seinen Beitrag für den spirituellen oder materiellen Unterhalt des jüdischen Volkes. Niemand kann behaupten, dass er/sie aufgrund seiner/ihrer Tätigkeit wichtiger für das jüdische Volk ist, als die anderen, denn ohne jedes einzelne Glied ist die Gesamtheit unvollständig. Es ist falsch zu behaupten, dass alle den ganzen Tag nur Tora lernen oder im Gegenteil nur arbeiten sollten. 

Nehmen wir eine Armee als Beispiel: 

Es gibt Soldaten, Technik- und IT-Experten und Büroangestellte. Es gibt Luft-, Meer- und Erdeeinheiten und außerdem noch unzählige weitere notwendige Bereiche und Abteilungen. Nicht alle können und sollen Soldaten sein und wenn es niemanden gäbe, der bereit wäre Soldat zu sein, dann würde die beste IT-Abteilung auch nicht helfen. Damit es funktioniert, muss jeder seine individuellen Fähigkeiten erkennen und seinen einzigartigen Beitrag leisten. Gemeinsam können sie erfolgreich sein und ihre Funktion als Armee erfüllen. 

Dasselbe gilt für das jüdische Volk, jeder muss erkennen, was seine individuelle Aufgabe auf dieser Welt ist und wie er/sie dem jüdischen Volk dienen kann. Wer bereit ist, sein Leben dem Dienst von Haschem und dem Studium der Tora zu widmen, soll dies tun und wer eher dafür geeignet ist, zu arbeiten und finanzielle Mittel bereitzustellen oder organisatorische Fragen zu lösen, dann ist das seine Aufgabe auf dieser Welt. Nur mit vereinten Kräften können wir unsere Aufgabe, den Namen G´ttes in der Welt zu verkünden, bewältigen. 

Diese wichtige Einstellung lernen wir in unserem Wochenabschnitt Vajechi. Yakov, das Oberhaupt der Familie, steht kurz vor seinem Tod und will seine Söhne, die 12 Stämme, segnen. Mit dem Ableben Yakovs wird sich die Struktur der jüdischen Familie grundlegend verändern, denn bis zu diesem Zeitpunkt war es jeweils ein Patriarch, welcher die Tradition seinem Sohn übergab und dieser seinen Posten übernahm. Ab jetzt teilt sich die jüdische Familie in 12 Stämme auf, um sich als Volk neu zu definieren. Um als Volk funktionieren zu können, muss jeder Stamm seine eigene Aufgabe erfüllen. 

Rav S.R. Hirsch erklärt, dass die Aufgabe und Mission jedes Stammes im Segen liegt, welchen er von Yakov erhalten hat. Der Stamm Levi beschäftigt sich nur mit dem Dienst von Haschem und ist für das spirituelle Niveau des jüdischen Volkes verantwortlich. Zevulun betreibt Handel und stellt finanzielle Mittel zur Verfügung. Der Stamm Yehuda ist für die Führung des Volkes verantwortlich und stellt Könige aus seinen Reihen auf. Trotz der Unterschiede in der Art und Weise, fordert Yakov seine Söhne auf, als ein Volk vereint zu bleiben. Haschem möchte ein vielfältiges und vielseitiges Volk und kein Heer von Robotern, welche alle dasselbe tun. 

Jeder hat seine eigene Art und Weise, G´tt zu dienen und eine individuelle Aufgabe in dieser Welt. Wir müssen jeden respektieren und schätzen, egal welche Aufgabe er/sie für sich ausgewählt hat, weil wir es nur mit vereinten Kräften schaffen können!

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Written by Rav Dovid Gernetz

Der Autor wurde in Dnepropetrowsk, Ukraine geboren und ist in Berlin, Deutschland aufgewachsen. Er studierte zwei Jahre in einer Yeshiva in Zürich, Schweiz und anschließend zwei Jahre in einer Yeshiva in Gateshead, England. Seit seiner Hochzeit lebt er in Telz Stone in Israel.
Der Autor ist Vertreter von Imrey Deutschland e.V und verantwortlich für diese Website. Außerdem gibt er wöchentlich den Judentum.Online-Newsletter heraus und veröffentlicht zahlreiche Beiträge zu Themen rund ums Judentum.

Sprachen: Russisch, Deutsch, Englisch, Hebräisch

PARASCHA DER WOCHE für Kinder von 6-11 Jahre alt - Parascha Wajechi

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