in

Halachot zum Schutz gegen Ain HaRa

image_pdfAls PDF Speichernimage_printDrucken

In unserem Wochenabschnitt Vajechi segnet Yakov seine beiden Enkel, die Söhne von Yosef Efraim und Menasche, dass sie sich wie Fische vermehren werden. 

Unsere Weisen lehren, dass sich dieser Segen nicht nur auf die Anzahl ihrer Nachkommen bezieht, sondern auch auf einen besonderen Schutz gegen “Ain HaRa” (wörtlich “Böses Auge”, Schäden durch zerstörerische Blicke bzw. Neid und Eifersucht) wie Fische, welche sich unter der Wasseroberfläche befinden und von den Blicken geschützt sind.

Die anderen Stämme, welche diesen besonderen Segen nicht erhalten haben, müssen daher vorsichtig sein, kein Ain HaRa zu verursachen. 

Deswegen gelten folgende Gesetze:

  1. Ein Mensch darf nicht das Feld seines Freundes (welchem er den Erfolg nicht vergönnt) während der Blüte aufsuchen, damit er kein Ain HaRa darauf legt
  2. Zwei Brüder oder Vater und Sohn sollten nicht direkt nacheinander zur Tora aufgerufen werden, damit es kein Ain HaRa auf sie gibt     
  3. Man sollte keine zwei Hochzeiten gemeinsam durchführen
  4. Es ist beim Yizkor (Gebet für die verstorbenen nahen Verwandten) üblich, dass die Menschen, deren Eltern am Leben sind, die Synagoge bis nach Abschluss des Yizkors verlassen, weil es ansonsten zu Ain HaRa kommen und das Leben der Eltern gefährden könnte
  5. Um sich von Ain HaRa zu schützen, sollte man ein eher bescheidenes Leben führen und nicht mit seinem Erfolgen prahlen. Unsere Weisen (Talmud Baba Mezia 42a) lehren “Der Segen ruht auf dem Verborgenen”, sodass es generell auch ohne die Gefahr von Ain HaRa empfehlenswert ist, Details über sein Vermögen u.Ä. nicht zu verbreiten

Report

What do you think?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Written by Rav Dovid Gernetz

Der Autor wurde in Dnepropetrowsk, Ukraine geboren und ist in Berlin, Deutschland aufgewachsen. Er studierte zwei Jahre in einer Yeshiva in Zürich, Schweiz und anschließend zwei Jahre in einer Yeshiva in Gateshead, England. Seit seiner Hochzeit lebt er in Telz Stone in Israel.
Der Autor ist Vertreter von Imrey Deutschland e.V und verantwortlich für diese Website. Außerdem gibt er wöchentlich den Judentum.Online-Newsletter heraus und veröffentlicht zahlreiche Beiträge zu Themen rund ums Judentum.

Sprachen: Russisch, Deutsch, Englisch, Hebräisch

Ein Nichtjude erkennt die Mündliche Tora 10

Welcher Meinung ist das Judentum über den Weihnachtsbaum

Welcher Meinung ist das Judentum über den Weihnachtsbaum?