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GÖTZENDIENST UND UNEINIGKEIT – Parascha Ki Tisa

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GÖTZENDIENST UND UNEINIGKEIT

„Denn dieser Mann Mosche, der uns aus dem Land Ägypten geführt hat, von dem wissen wir nicht, was aus ihm geworden ist. Da sagte ich damals zu denen: wer hat gold? Rückt es hinaus, her damit ! Sie gaben es mir und ich warf es ins Feuer und dieses Kalb entstand daraus“ (32:21-24). Aharon wusste nicht, dass dieser Vorgang ein goldenes Kalb würde entstehen lassen.

Aber weshalb hatte Aharon das Gold ins Feuer geworfen? Hatte er nicht an einem möglichen ernsthaften Fehlverhalten mit gewirkt?

Aharon fühlte, dass man mit Mosche’s Abwesenheit ein großes Problem hatte. Mosche war meistens im Stande, das sich in Uneinigkeit befindliche Volk zu einer Einheit hin zu bringen. Da es jetzt danach aus sah, dass Mosche nie mehr wiederkehren würde, verloren sie die Hoffnung und ihre Einheit zerbröckelte. Sie suchten nach einem Medium, um wieder zu einer Einheit zu werden. Aharon meinte, diese erreichen zu können, indem er ein großes Einheitsprojekt ins Leben rief.

Er sprach jeden an, er solle mit Gold dazu beitragen. Er wollte, indem er dazu die symbolische Einheitsgabe eines jeden Einzelnen verwendete, diese zu einem Klumpen Gold schmelzen und damit EINEN großen Goldbarren schaffen, der alle ihre Gaben beinhaltete. Aharon war die ideale Person, um die erforderliche Einheit zu schmieden: „Sei von den Lehrlingen von Aharon, der dem Frieden nachjagt“ (Avot 1:12). Aharon durchschaute die Unsicherheit des Volkes, versuchte, die Ursache zu heilen und hoffte, dass die Symptomen von alleine verschwinden würden.

Aharon war ratlos und unfassbar, als er sah, dass ein Kalb sich aus dem Feuer heraus formte. Dieses wird den makaberen Kräften schwarzer Magie der Vagabunden zu geschrieben, die aus Ägypten mit gezogen waren.

Sie verursachten eine gewaltige Uneinigkeit, ja, Zerstrittenheit. Aharons Symbol nationaler Einheit wurde durch böse Kräfte von Uneinigkeit und Hass gestört. Aharon hatte ihre goldenen Schmuckgegenstände entgegen genommen. Aber diese waren ihm, begleitet von bösen Absichten, ausgehändigt worden. Und so wurde Aharons Einheit für Jahrhunderte zu einem gewaltigen Stolperstein.

G“tt hatte Aharon für seine guten Absichten belohnt. Er sollte während der Dauer vieler Tage das Oberhaupt des Priestergeschlechts sein, die die Opfer für das Jüdische Volk verrichten durften.

Es ist die Aufgabe des Hohepriesters, ganz Israel zu einer Einheit zusammen zu schmieden und es auf die Religion aus zu richten. G“tt belohnte ihn auf die Ewigkeit, da Aharon über das Goldene Kalb die Hoffnung hatte, sie, die Kinder Israels, auf die Einheit G“ttes wieder aus zu richten.

Was ist der Unterschied zwischen Monotheismus und Götzendienst? „Die Juden wussten, dass alle diese Abbildungen nichts zu bedeuten hatten, aber sie missbrauchten den Götzendienst, um verbotene Verbindungen oder Beziehungen zu erlauben“ (Sanhedrin 63b). Jemand, der sein Schuldgefühl beruhigen möchte, sucht nach einer einfachen Lösung. Er sucht nach einer über ihn stehenden Autorität, die die Zügel so schleifen lässt, dass alles durchschlüpfen kann. Genießt diese „Autorität“ genügend Ansehen, ist fast alles erlaubt. Was kann besser als „angeblicher gott“ herhalten als eine Abbildung oder Gegenstand, die oder der ethische Standards vorschreibt, die wir uns selber ausgedacht haben? Der Unterschied zwischen Torah und Götzendienst ist sehr einleuchtend.

Laut der Tora schuf G“tt den Menschen und erteilte ihm Anweisungen über Verhaltensweisen.

Im Götzendienst schafft der Mensch seine eigenen Götter und er diktiert, was er gerne hören möchte.

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Written by Dajan Raphael Evers

Oberrabbiner von Düsseldorf /Dajan des Europäischen Beit Din's

Bekannt für seine enzyklopädischen Kenntnisse in fast allen Bereichen des Judentums. Ist ein Mitglied in CER (Konferenz der europäischen Rabbiner) sowie im europäischen Beit Din.

Hat mehrere Bücher geschrieben. Darunter: „Talmudisches Denken“, „Die Echte Torah“, „Schaatnes Gesetze“.

Im Moment widmet sich dem Ziel das jüdische Leben in Düsseldorf wieder aufzubauen.

Sprachen: Holländisch, Yiddisch, Hebräisch, Englisch, Deutsch

(Foto gemacht von: J. Feldmann)

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