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DER STAB VON AHARON BLÜHTE – Parascha Korach

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„Morgens kam Mosche zum Zelt, und schau, der Stab von Aharon für den Stamm Levi blühte, es entsprangen Blumen und Mandelfrüchte aus ihm“ (17:23).

Der Aufstand, der Auffassungsunterschied von Korach, wird durch Blüten und Blumen geschlichtet. Raschbam (tausendfünfundachtzig bis elfhundertachtundfünfzig) erklärt hier zu, dass es zwei Zustände von Blüte gab: zuerst ging Mosche allein in das Zelt hinein und sah, dass der Stab blühte. Erst danach, wo das ganze Volk es in Augenschau nehmen konnte, kam die Frucht hervor. Das war, damit das gesamte Volk das Wunder sehen sollte. Diese Auslegung erklärt den doppelten Term „blühte“, „Blume“ (was in Iwrith genau so gleich geschrieben wird) im erwähnten Passuk (Vers).

Laut einer anderen Auslegung gab es hier zwei Sorten von Blumen. An der einen Seite des Stabes gab es eine einzelne Blume, die nie hinunter fiel. Und an der anderen Seite gab es ebenfalls eine einzelne Blume, die mit der Zeit ab fiel, so wie alle Baum-Blüten abfallen.

ausrangiert und als nutzlos betrachtet, plötzlich wieder auf blühen 

Der Kommentator Kli Jakar (siebzehntes Jahrhundert) bringt hierzu einen Musar-Gedanken ein. Genau so, wie HaShem (G“tt) diesen Stock, der gestern noch ausgetrocknet war, ohne Feuchtigkeit und ohne der den Geist erfrischende Thora-Weisheit blühen lässt (Die Thora wird mit Wasser (also mit Feuchtigkeit) verglichen), – so kann ein Mensch, der sich selbst als ausrangiert und als nutzlos betrachtet, plötzlich wieder auf blühen. „Der Fruchtlose sollte nicht sagen: ich bin nur ein ausgetrocknetes Stück Holz“ (Jesaja 56:3).

 

Mehrere Wunder sind mit Aharon’s Stab geschehen (Quelle: Meam Lo-ez):

  • Es war ein großes Wunder, dass ein ausgedörrter Stock in nur EINER Nacht blühte,  und Blumen und Blätter und Früchte ergab.
  • Die Mandel blühte und erzeugte zwei (Arten) von Blumen. Die eine fiel nach gewisser Zeit ab, dem natürlichen Vorgang entsprechend, dass nachdem die Frucht entstanden war, die Blüte abfiel. Und die zweite Blühte blieb immer bestehen.
  • Der Stab lieferte zwei Arten von Mandeln: süße und bittere. Wenn das Jüdische Volk die Mitzwot erfüllt, blühen die süßen Mandeln, die sich rechts befinden; wenn nicht, dann blühen die bitteren, die sich links befinden (der Mandelbaum ist der erste Baum, der nach dem Winter blüht und Früchte trägt).

 

Zum Erhalt, als Zeichen an die Aufständischen

G“tt sprach zu Mosche: „Lege Aharon’s Stab vor den Steinernen Tafeln, zum Erhalt, als Zeichen an die Aufständischen … und Mosche tat, wie G“tt ihm befohlen hatte“ (25:26).

Nun sagte G“tt zu Mosche, diesen Stab zu nehmen, so wie er jetzt sei, also mit Blühten, und ihn im Allerheiligsten ab zu legen, vor dem Aron HaKodesch. Und so verblieb er dort immer, mit Blühten und Mandeln. Diese trockneten nie aus. Hierdurch würde niemand mehr in Aufstand wegen des Priestertums geraten. Dieses Zeichen sollte sowohl für den Augenblick, wie auch für die nachfolgenden Generationen gelten. Auch im Tempel zu Jeruschalajim würde das Allerheiligste der richtige Ort für diesen Blütenstab sein.

Mosche selber brachte den Stab zur bestimmten Stelle. Dieses im Gegensatz zum Krüglein mit Manna. Denn das Manna fiel wegen der Verdienste von Mosche hinunter.

Als zu Mosche gesagt wurde (Schemot/Ex. 16:32) ein Krüglein damit gefüllt in das Heiligtum zu bringen, steht dort „wie G“tt Mosche damit beauftragt hatte…Aharon legte es dort“. Aus Bescheidenheit machte Mosche das nicht selbst, damit es bloß nicht so aussehen könnte, er würde damit prahlen, dass das Manna seinetwegen in der Wüste herab gefallen sei.  Aber den Stab, der den Namen Aharon`s trug, den legte Mosche wohl bewusst selber an seinem dafür bestimmten Platz (Rav Elijahu Ki Tov).

 

Der Stab im Untergrund, im Versteck

Hunderte von Jahren zogen vorüber. König Schlomo (Salomo) sah in einer prophetischen visuellen Wahrnehmung das Bild des Bejt HaMikdasch, des Tempels, der später zerstört würde, und hatte für alles, was sich im Allerheiligsten befand, einen Ort der Unterbringung vorbereitet. „Als der Aron HaKodesch (die Heilige Lade) versteckt wurde, wurden dabei gleichfalls versteckt:

·       das Krüglein mit Manna,

·       das Krüglein mit geweihtem Öl und

·       Aharon`s Stab mit Blüten und Mandeln“ (Joma 52b). (weshalb spricht die Gemara hier, dass die Blüten (Mehrzahl) versteckt wurden, obwohl wir vorhin sahen, dass lediglich EINE Blüte ewig blühte, während die zweite Blüte oder Blume auf natürliche Weise bereits seit längerem abgefallen war? Es könnte möglich gewesen sein, dass sich noch einige Blüten am Stab befanden, die noch nicht zu Mandeln heran gereift waren, und so als Blüten weiter bestehen blieben (Tosafot Jeschenim).

Der Midrasch (Raba auf Korach 18:23) fügt hier hinzu, dass dieser Stab von Aharon alle Jüdischen Könige überlebte, bis zur Zerstörung des ersten Bejt HaMikdasch (Tempel), und dann versteckt wurde.

Der selbe Stab ,,mit Blühte und allem“, wird  dem Maschiach (Messias) zur Hand gestellt werden wie es steht „ G“tt wird den Stab der Kraft aus Zion senden, damit er über den Feind herrschen wird“ (Tehilim 110:2).

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Written by Dajan Raphael Evers

Oberrabbiner von Düsseldorf /Dajan des Europäischen Beit Din's

Bekannt für seine enzyklopädischen Kenntnisse in fast allen Bereichen des Judentums. Ist ein Mitglied in CER (Konferenz der europäischen Rabbiner) sowie im europäischen Beit Din.

Hat mehrere Bücher geschrieben. Darunter: „Talmudisches Denken“, „Die Echte Torah“, „Schaatnes Gesetze“.

Im Moment widmet sich dem Ziel das jüdische Leben in Düsseldorf wieder aufzubauen.

Sprachen: Holländisch, Yiddisch, Hebräisch, Englisch, Deutsch

(Foto gemacht von: J. Feldmann)

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