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GETEILTE VERANTWORTUNG BEI DER SUCHE NACH DER MANNA, DER HIMMLISCHEN SPEISUNG IN DER WÜST...

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GETEILTE VERANTWORTUNG BEI DER SUCHE NACH DER MANNA, DER HIMMLISCHEN SPEISUNG IN DER WÜSTE – PARASCHA BESCHALACH

GETEILTE VERANTWORTUNG BEI DER SUCHE NACH DER MANNA, DER HIMMLISCHEN SPEISUNG IN DER WÜSTE.

G“tt sprach zu Mosche: „Bis wann werdet Ihr Euch weigern, MEINE Gebote und Vorschriften zu beachten?“ (Exodus 16:28).

In der Wüste erhielten die Juden das Manna als Verpflegung. Die Thora erzählt uns in der Einleitung zu diesen wunderbaren täglichen „Lebensmittellandungen“, denn diese kamen buchstäblich aus dem Himmel, dass sich das Jüdische Volk im zweiten Monat nach dem Auszug aus Ägypten bei Mosche und Aharon beklagte: „ Oj wej, hätte G“tt uns doch in Ägypten getötet. Wir haben hier in dieser Wüste nichts zu essen und wir drohen, zu verhungern“. G“tt versprach dann, Brot aus dem Himmel regnen zu lassen.

Die Bnej Jisraejl durften davon nicht mehr einsammeln, als sie nur für EINE Mahlzeit benötigten. G“tt wollte fest stellen, ob die Bnej Jisraejl das auch tun würden, was ER anordnete. Am sechsten Tag mussten die Juden die doppelte Menge einsammeln, da an Schabbat (an Samstag) nichts von Oben hinunterfallen würde.

G“tt würde den Bnej Jisraejl in der Wüste Abends Fleisch und Morgens Mannabrot geben. Es viel mehr als genug hinab. Dann würden die Bnej Jisraejl bestätigen „dass ICH Euer G“tt bin“.

Am nächsten Morgen lag in der Tat Manna rund um das Zeltlager. Als die Juden das Manna erblickten, fragten sie: „Ma sé? Was ist das?“ Mosche sagte, das sei das Brot, das G“tt ihnen mit der Maßgabe geschenkt hatte, um genau nur so viel ein zu sammeln, wie sie täglich essen konnten. Denjenigen, die mehr als diese Menge eingesammelt hatten, blieb nichts davon zurück. Und diejenigen, die weniger als diese Menge einsammelten, hatten auch genug zu essen.

Mosche sagte auch noch, dass sie davon nichts für den nächsten Tag weg legen durften. Aber eine Anzahl Menschen hörten nicht auf ihn und bewahrten sich einen Teil des Manna für den kommenden Tag auf. Aber am nächsten Tag war es nicht mehr genießbar. Auch am siebten Tag (Schabbat) würde kein Manna vom Himmel fallen, aber einige wollten trotzdem einsammeln gehen. Es ist klar, dass sie nichts fanden. Da sprach G“tt zu Mosche: „ Bis wann weigert Ihr Euch, meine Gebote und Anweisungen zu befolgen? Erinnert Euch daran, dass ICH Euch den heiligen Schabbat als Ruhetag vorgeschrieben habe“. Deshalb erhielten sie auch am sechsten Tag (Freitag) die doppelte Menge an Mannabrot, zwei Portionen als Bedarf für zwei Tage.

Aber weshalb steht das Wort IHR in dieser Zeile in Plural „ Bis wann weigert IHR Euch, meine Gebote und Anweisungen zu befolgen?“ (Exodus 16:28).

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Es scheint so, als ob der Allmächtige es auch Mosche übel nahm, dass sich einige Menschen auf den Weg begeben hatten, Manna an Schabbat ein zu sammeln, obwohl Mosche das im Namen von G“tt ausdrücklich verboten hatte.

Raschi (elftes Jahrhundert) erklärt, dass die Guten einen ewigen Kampf mit den Schlechten führen. Wenn die Schlechten etwas verkehrt machen, werden die Guten dafür mit in Haftung genommen.

Würden die Guten tatsächlich alles Mögliche versucht haben, Gutes zu tun und das Falsche zu vermeiden, würde es niemanden in den Sinn kommen, falsche oder verkehrte Dinge zu machen.

Letztendlich herrscht auch bei den Guten eine bestimmte Laschheit und Desinteresse in Bezug zum Mitmenschen. Diese Gleichgültigkeit bildet die Basis der immer vorhandenen grauen, schweigenden Mehrheit, die den Boshaften letztendlich ihr Tun ermöglichen.

Als Achan von der Beute aus Jericho stahl, wurde das ganze Volk in der Zeit von Joschua dafür verantwortlich gemacht: „ das Volk Israel hat gesündigt, es hat geheiligtes Eigentum entwendet“. Es gab nur einen einzigen Dieb, Achan. Weshalb geht der Tenach (die Bibel) so weit? Da Achan nie zum Dieb geworden, wenn Diebstahl bei jedem absolut tabu gewesen wäre. Wir sind alle miteinander für uns alle verantwortlich.

Inzwischen sind wir in unserer Zeit, in der der Individualismus sich auf sehr hohem Niveau befindet, für diesen gesellschaftlichen Zusammenhang abgestumpft, geradezu blind geworden: „Ich habe mit meinem Nachbarn nichts zu tun und bin ausschließlich für mich selber verantwortlich“. Dass jedes Individuum ein Teil des Gesamten ist und jeder jeden beeinflusst, vergessen wir Heutzutage nur zu leicht. Weshalb denken wir hierüber so wenig nach oder beachten es kaum? Weil uns dieses für das Wohl und das Leid der ganzen Welt eine enorme Verantwortung auferlegt und uns eingehend mit unserem gemeinsam Auftrag für Tikun Olam, für die Verbesserung der Welt, konfrontiert. Und dafür haben wir leider nicht immer Lust…

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