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Unsere Aufgabe ist es, zu inspirieren – Parascha Chukat

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 „Da Ihr nicht an MIR glaubtet, um MICH vor den Augen der Bnej Jisraejl zu heiligen“ (20:12).

 Die Juden gelangten in die Wüste Tsin. Wegen Wassermangel litten sie an furchtbarem Durst. Mosche und Aharon eilten zum Tabernakel und davventen (beteten) zu G“tt. G“tt wies Mosche an, zum Felsen zu sprechen. Aber letztendlich schlug er (Mosche) auf den Felsen. Hierdurch durften weder er noch Aharon das Heilige Land betreten.

zwölf mit einander verbundenen Einzelteilen 

Mosche sollte einen Stab nehmen, aber vor den Augen des Volkes zum Felsen sprechen. Der Stab bestand aus zwölf mit einander verbundenen Einzelteilen und symbolisierte die Einheit des Jüdischen Volkes. G“tt würde Wasser geben, wenn für das gesamte Volk gedavvent (gebetet) werden sollte, obwohl es auch schlechte Menschen gab. G“tt verweigert nie ein gemeinschaftliches Gebet.

Immer mit sanften Wörtern nähern 

Zum Felsen zu sprechen war auch eine Lehre für alle Generationen: wenn jemand so hart wie ein Felsen ist, sollte man ihn/sie doch mit sanften Wörtern nähern. Gelingt das nicht, kann man eine andere Annäherungsweise wählen.

Aber das Ergebnis des Fehlers von Mosche war, dass er eine Gelegenheit verpasste, um den Namen G“ttes zu heiligen. Als Mosche zum Felsen gesprochen hatte, hatten die Menschen gesagt: „Wenn ein Felsen, der keine Nahrung und Trinken benötigt und nicht so klar von G“tt abhängig ist, schon G“tt zuhört, dann sollten wir Menschen doch sicherlich G“tt zuhören“.

Heiligung des Namen G“ttes 

Diese Art von Gefühlen bei unserer Umwelt zu wecken, heißt ein Kiddusch HaSchem (die Heiligung des Namen G“ttes). Dieses ist ein Gebot aus der Thora: „Wenikdaschti betoch Bnej Jisraejl – ICH möchte Mitten zwischen den Bnej Jisraejl geheiligt werden“ (Lev. 22:32). Maimonides erklärt, dass es sich hierbei um die Verbreitung des aufrichtigen Glaubens an die Weltherrschaft G“ttes geht.

Im Mittelpunkt steht hier bei, dass andere sich durch unser Verhalten anfangen bewusst zu werden, was ihre Verantwortlichkeiten gegenüber G“tt und dem Mitmenschen sind und auch, was ihre Beziehung zum Allerhöchsten ist.

Zielpunkt der Kritik

Dieses ist für unsere Gemeinschaft eine große Verantwortung. Aber auch darüber hinaus. Menschen, die sich noch etwas mit Religion befassen, werden andauernd kritisch betrachtet. Wir leben nicht auf einer Insel und sollten begreifen, dass religiöse Personen – vor allem in einem überwiegend anders denkenden Umfeld – eine große Verantwortung tragen, die Menschheit wieder mit dem Allerhöchsten zu verknüpfen, sie an IHN heran zu führen. Diese Anweisung betrifft jeden, aber namentlich den gebildeten Teil unseres Volkes.

Hohe Bäume fangen viel Wind 

Der Talmid Chacham (der Gelehrte) ist schon öfters ein Zielpunkt der Kritik. Hohe Bäume fangen viel Wind. Der Talmid Chacham symbolisiert alles, wofür das Judentum steht und wird als Verkörperung der Thora betrachtet. Wenn er es gut macht, ist das ein Kiddusch HaSchem, eine Heiligung des Namen G“ttes. Wenn er es jedoch in den Augen des Publikums nicht gut hin bekommt, würde das schon mal ein Chilul HaSchem sein können (die Entweihung des Namen G“ttes). Der Anführer des Jüdischen Volkes zu sein, ist und bleibt eine große Verantwortung.

die ganze Welt über die Schulter 

Um was es letztendlich geht, ist, ob unsere Haltung und unser Verhalten andere Menschen näher an G“tt heran bringen. Wenn wir andere lediglich von G“tt und vom Glauben entfernen, ist das ein äußerst trauriges Ergebnis. Dann erfüllen wir unseren wichtigsten, allerersten Auftrag nicht. Seit dem Aufkommen der Massen-Medien schaut uns die ganze Welt über die Schulter.

G“tt kümmert sich um jeden 

Mosche durfte nicht ins Land hinein. Was war da schief gelaufen? Vielleicht liegt die Betonung auf „sprechet zum Felsen vor ihren Augen“ (20:8). Mosche sollte für jeden sichtbar zum Felsen sprechen, so dass jeder einsehen würde, dass G“tt sich um jeden kümmert. Das sollte zu einem neuen Bewusstsein über das G“ttliche in der Welt führen. Es misslang jedoch jämmerlich…

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Written by Dajan Raphael Evers

Oberrabbiner von Düsseldorf /Dajan des Europäischen Beit Din's

Bekannt für seine enzyklopädischen Kenntnisse in fast allen Bereichen des Judentums. Ist ein Mitglied in CER (Konferenz der europäischen Rabbiner) sowie im europäischen Beit Din.

Hat mehrere Bücher geschrieben. Darunter: „Talmudisches Denken“, „Die Echte Torah“, „Schaatnes Gesetze“.

Im Moment widmet sich dem Ziel das jüdische Leben in Düsseldorf wieder aufzubauen.

Sprachen: Holländisch, Yiddisch, Hebräisch, Englisch, Deutsch

(Foto gemacht von: J. Feldmann)

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