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TRÄUME TRÜGEN NICHT – Parascha Mikez

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TRÄUME TRÜGEN NICHT – Parascha Mikez

Diese und vorige Woche standen die Träume von Yosef und dem Pharao im Mittelpunkt der Thora-Lesung.

Messen wir Träumen irgendwelche Aussagen zu?

Der Talmud erzählt, dass es vierundzwanzig Traumdeuter in Yerushalaim gab und vermerkt in Einzelheiten, welche Auslegungen der verschiedenen Träume erfolgten. Der Traum in der Thora war das herausragende Medium für Prophezeiung. Obwohl auch heute noch viele Menschen von Dingen träumen, die sie auf dem normale Wege der Sinneswahrnehmung nicht hätten wissen können, und die sich später als wahr herausstellen, gehört der Inhalt unserer meisten Träume zum Alltag.

Maimonides (Jahr 1135 bis 1204) machte einen Unterschied zwischen „offenbarenden“ und normalen Träumen. Meistens träumen wir von Ereignissen oder Eindrücken, die sich zum Tagesende ergaben: Vorfälle und Zustände aus dem täglichen Leben, die kurz zuvor statt gefunden haben. Diese werden wiederholt, verarbeitet und gelöst. Maimonides behauptete, dass das im Traum zurück kehrt, womit sich der Mensch während seines Wachzustandes intensiv beschäftigt hatte.

Der Talmud schildert diese Traumfunktion: „ Der Römische Kaiser fragte irgendwann Rabbi Jehoschu’a: Ihr seid doch so überaus schlau; erzähl mir doch mal, was ich heute Nacht träumen werde! Der Rabbi antwortete, dass der Kaiser träumen würde, dass er von den Persern gefangen genommen würde und dass er Ungeziefer mit einem goldenen Stab würde hüten müssen. Der Kaiser musste den ganzen Tag über diese eigenartige Geschichte nachdenken. Und in der Tat: Nachts träumte der Kaiser das, was Rabbi Jehoschu’a vorhergesagt hatte“.

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Der Talmud misst Träumen Werte bei. Würde man eine Umfrage über die Wichtigkeit durchführen, die der moderne Mensch seinen Träumen beimisst, würden viele antworten, dass Träume Betrug seien. In der Jüdischen Denkweise enthält ein Traum oft wichtige Nachrichten oder Aussagen. Der Traum ist eine Art Fenster, durch das man einen Blick in eine andere Welt werfen kann, die beim Wachzustand unter normalen Bedingungen nicht zugänglich ist.

Die andere Welt kann eine höhere Ebene sein und dann ist das Ergebnis des Geträumten in seiner Art prophetisch. Manchmal deckt ein Traum das Unterbewusstsein auf. So erhält man einen Einblick in unbewusste Antriebe und Gründe. Diese können unmoralisch sein und dann sind es triebhafte Impulse, die beim Träumer, durch seine Moral, im Wachzustand keine Möglichkeit haben. Aber das Unterbewusstsein muss nicht unbedingt so schlecht sein. Auch edle Gründe können dem Unterbewusstsein entsprießen. Manchmal funktioniert das Unterbewusste als kluger Ratgeber. Das Unterbewusste speichert das Ergebnis aller Erfahrungen – auch übernatürliche – die der Mensch mit sich herum trägt. Es ist eine unerschöpfliche Sammlung von Kenntnissen über die tiefste Verbindung zwischen G“tt, dem Menschen und dem Kosmos. Dieses reiche Unterbewusste kündigt an und warnt uns nachts in der Form von Träumen vor unserem tagtäglichen Lebenswandel. Indem wir uns die Informationen aus dem Unbewussten vergegenwärtigen, sorgen wir für Stabilität und für die geistige Gesundheit. Der Traum hat eine beitragende Aufgabe und fördert die individuelle Entfaltung mit.

Dem Talmud gemäß kann der Traum während des Schlafes auch dazu dienen, emotional geladene Konflikte zu einer befriedigenden Lösung zu führen. Dieser Gedanke findet sich in einer Aussage von Rav Huna wieder: „Eine gute Person hat schlechte Träume und eine schlechte Person hat gute Träume“.

Rabbi Schmu’ejl Edels (sechzehntes Jahrhundert, Polen) betrachtet diese Aussage jedoch innerhalb der Bandbreite von Belohnung und Strafe. Ein guter Mensch hat schlechte Träume, damit er stimuliert wird, zur Einkehr zu gelangen über das wenige Schlechte, das er im Wachzustand in seinem Leben tut. Ein schlechter Mensch hat gute Träume, um ihn für seine wenige gute Taten zu belohnen.

Rabbi Huna erklärt auch den psychischen Traummechanismus. Ein guter Mensch träumt von Taten und Gefühlen, die er im Wachzustand verdrängt, mit denen er aber in seinen Träumen konfrontiert wird. Die Absicht davon ist, dass der Mensch verdrängte Eigenschaften erkennt, sich ihrer bewusst wird und sich verbessert. Die Psychologie der Verdrängung steht hier bereits beschrieben.

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