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Schema Jisrael – GEBET TEFILLA – Teil 32

GEBET TEFILLA - Teil 4
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בסייד

Schema Jisrael – שְׁמַע יִשרָאֵל

Die Übersetzung von Raschi lautet: Höre Israel, HaSchem, der nur noch unser G’tt ist, HaSchem wird eins sein. Mit anderen Worten: G’tt wird jetzt nur von Am Jisra’el anerkannt, aber in Zukunft wird die ganze Welt G’tt anerkennen. Unsere Religion ist also letztlich für alle Weltbürger der gedacht.

Es ist G’ttes letztendliche Absicht, dass die ganze Welt Seine Einheit anerkennen wird. Wenn dies erreicht ist, wird G’tt seinen Wunsch erfüllen können, nur Gutes über die Welt zu bringen. In diesem Moment erkennt nur Am Jisra’el die Einheit G’ttes, aber auch dadurch werden jeden Tag viele gute Dinge für Am Jisra’el selbst und für die ganze Welt bewirkt (Ramchal, Derech HaSchem).

In dem Wort “Schema” selbst finden wir eine Anleitung, wie wir G’ttes Herrschaft akzeptieren können. Es wird dann als Acrostichon, als Abkürzung für die Anfangsbuchstaben gesehen von:

Se’u Marom Enechem – Hebe deine Augen auf;

Schacharit Mincha Arvit – morgens, mittags und abends;

Schakai Melech Eljon – (an den) allmächtigen erhabenen König;

Ol Machut Schamaim – (und akzeptiere) das Joch der G’ttlichen Herrschaft (letzteres in umgekehrter Reihenfolge; Avudraham).

In der Sefer Tora werden die Buchstaben Ajn des Wortes Schema und das Dalet des Wortes Echad größer geschrieben. Diese beiden Buchstaben bilden zusammen das Wort ‘Ed’, Zeuge. Indem man das Schema Jisra’el spricht, wird man ein Zeuge G’ttes und erklärt G’ttes Einheit vor der ganzen Welt (Avudraham).

Das vergrößerte Dalet aus Echad soll verhindern, dass man den Buchstaben mit einem Reisch verwechselt, was das Wort zu “Acher” machen würde. Die Bedeutung wäre dann “… es gibt einen anderen Gott…”.

In den Asseret Hadibrot (den Zehn Geboten) ist das Reisch “Lo tischtachawe le’el acher” – du sollst dich nicht vor einem anderen Gott verbeugen – größer geschrieben, um Fehler zu vermeiden. Der Unterschied zwischen einem Dalet und einem Reisch ist minimal und wird nur durch die scharfe, hervorstehende Ecke des Dalet bestimmt. Nur durch eine scharfe und entschiedene Haltung gegen jede fremde Ideologie kann man verhindern, dass das Dalet zu einem Reisch des Polytheismus wird (Rav S.R. Hirsch).

Der Schulchan Aruch (61:18) entnimmt dem Talmud (Berachot 13b), dass man die Aussprache des Buchstabens Chet des Wortes Echad verlängern sollte, damit man genügend Zeit hat, um zu erkennen, dass G’tt, der eins ist (der Zahlenwert des Aleph), über die sieben Himmel und die Erde (sieben plus eins ist acht – der Zahlenwert des Buchstabens Chet) und die vier Himmelsrichtungen (der Zahlenwert des Buchstabens Dalet) herrscht. Derjenige, der die Aussprache des Chet verlängert, wird mit der Länge von Tagen belohnt.

Wenn man nicht andächtig den Pasuk Schema Jisra’el spricht, hat man die Pflicht des Schemas nicht erfüllt.

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Written by Dajan Raphael Evers

Oberrabbiner von Düsseldorf /Dajan des Europäischen Beit Din's

Bekannt für seine enzyklopädischen Kenntnisse in fast allen Bereichen des Judentums. Ist ein Mitglied in CER (Konferenz der europäischen Rabbiner) sowie im europäischen Beit Din.

Hat mehrere Bücher geschrieben. Darunter: „Talmudisches Denken“, „Die Echte Torah“, „Schaatnes Gesetze“.

Im Moment widmet sich dem Ziel das jüdische Leben in Düsseldorf wieder aufzubauen.

Sprachen: Holländisch, Yiddisch, Hebräisch, Englisch, Deutsch

(Foto gemacht von: J. Feldmann)

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