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SICH AN DEN AUSZUG AUCH ABENDS ERINNERN

SICH AN DEN AUSZUG AUCH ABENDS ERINNERN
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“Ve lo sacheti schete’amer yetziat mizraim balelot”: ich kannte nicht die Quelle der Mitzwa, um nachts über den Auszug zu erzählen.

Die Diskussion zwischen Rabbi Elasar und den Chachamim dreht sich im Grunde genommen um die Frage des wohl oder nicht Aussprechens des dritten Teiles des Schema, welches von den Zizit handelt, den Schaufäden (daher der Name Paraschat Zizit).

Dieser Teil des Schema nennt man auch „Yetziat Mizraim“, da der letzte Satz hiervon vom Auszug spricht. Die Chachamim waren der Ansicht, dass dieser Abschnitt nicht ins Abendgebet gehört, da die Mitzwa der Zizit tagsüber erfüllt werden muss. Immerhin steht geschrieben: „Und Ihr werdet ihn (den himmelblauen Faden) sehen“.

Rabbi Elasar jedoch betont, dass der Teil mit einem Sejcher Letzi’at Mizraim endet. Das ist eine Mitzwa, die auch nachts erfüllt werden muss.

Ben Soma entnimmt nämlich der Anweisung: „Und Du sollst Dich an jedem Tag Deines Lebens an den Auszug aus Ägypten erinnern“, dass dieses für den gesamten Tag gilt. Er unterscheidet sich hiermit von der Ansicht der Chachamim, die sagen, dass sich „kol yemej chayega“ auf die Zeit des Maschiach bezieht. Deshalb meint Rabbi Elasar, dass der dritte Teil von Schema WOHL im Abendgebet gelesen werden muss.

Wenn die Erinnerung an Yetzi’at Mizraim eine Mitzwa bedeutet, lautet die Frage, wieso nicht eine spezielle Bracha hier voransteht? Der Rambam bestätigt ebenfalls, dass der dritte Teil von Schema auch abends gesprochen werden muss, aber er betrachtet die Erinnerung an den Auszug NICHT als eine der sechshundertdreizehn Mitzwot.

Rabbi Chaim haLevi Soloveytschik erklärt, dass es in der Zeit des Maschiach nicht mehr notwendig sein wird, an den Auszug zu erinnern. In Anbetracht, dass der Rambam sagt, dass er nur die Mitzwot, die bis in die Ewigkeit gelten, mit zählt, wird die Erinnerung an den Auszug nicht mit gezählt.

Im Midrasch Tehillim (Nr.149) wird erläutert, dass man früherer Ereignisse von geringer Bedeutung nicht gedenken muss, wenn sich danach größere Wunder ereignet haben.

In der Gemara (Berachot, am Ende des ersten Hauptkapitels) wird über einen Mann berichtet, dem ein Wolf über den Weg lief, dem er aber entkommen konnte. Jedem, der es hören wollte, erzählte er über sein Wunder.

Später begegnete er einem Löwen und überlebte wieder. Da vergaß er das Wunder mit dem Wolf. Er sprach nur noch über seine Begegnung mit dem Löwen.

So wird es auch nach der Erlösung durch den Maschiach sein. Die G“ttlichen Offenbarungen werden dann so gewaltig sein, dass die Wunder beim Exodus aus Ägypten ins Nichts verschwinden werden. Dann wird es keine Rede mehr vom Exodus sein.

Die Erinnerung des Auszuges ist keine eigenständige Mitzwa, sondern stellt einen Teil der Mitzwa dar, um das Schema zu sprechen.

Weshalb hat Yetzi’at Mizraim so eine untergeordnete Stelle im Schema? Das Ziel von Yetzi’at Mizraim ist die Anerkennung G“ttes. Das Schema bestätigt die Anerkennung G“ttes. Der Rambam betrachtet es deshalb als EINE Mitzwa.

Das Sejcher Letzi’at Mizraim bedeutet eine Vorbereitung auf das Schema. Das Sejcher Letzi’at Mizraim zwingt uns, das Himmlische Joch anzunehmen.

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Written by Dajan Raphael Evers

Oberrabbiner von Düsseldorf /Dajan des Europäischen Beit Din's

Bekannt für seine enzyklopädischen Kenntnisse in fast allen Bereichen des Judentums. Ist ein Mitglied in CER (Konferenz der europäischen Rabbiner) sowie im europäischen Beit Din.

Hat mehrere Bücher geschrieben. Darunter: „Talmudisches Denken“, „Die Echte Torah“, „Schaatnes Gesetze“.

Im Moment widmet sich dem Ziel das jüdische Leben in Düsseldorf wieder aufzubauen.

Sprachen: Holländisch, Yiddisch, Hebräisch, Englisch, Deutsch

(Foto gemacht von: J. Feldmann)

Ma Ha’edot? Was sind die Beweise? Fragt der Chacham. Bewegliche Monumente!

Der Unterschied zwischen dem Chacham (Weise) und dem Rascha (Böse)

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