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Tamar und Jehuda

Noach Kuzari
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Aufgrund der Meinungsverschiedenheiten zwischen Rabbi Yehuda und Rabbi Nechemia möchte ich zeigen, dass König David und letztendlich der Maschia’ach nicht von einer verbotenen Vereinigung abstammen. Der Maschi’ach stammt aus der Vereinigung von Jehuda und Tamar, seiner Schwiegertochter, die nach Midrasch eine Urenkelin Sem´s, Sohn Noachs, war.

Die Geschichte von Tamar und Jehuda geht auf Genesis 38 zurück: Jehuda heiratete die Tochter eines Kanaaniters namens Schu´a. Sie hatten drei Söhne, Er´, Onan und Schela. Jehuda nahm für Er´ die Tamar als Frau. Er´ erregte jedoch Haschems Missfallen. G’tt ließ ihn sterben. Da sprach Jehuda zu Onan: Komm zur Frau deines Bruders, heirate sie als Schwager und zeuge deinem Bruder Nachkommen (dies war ein Vorläufer der späteren Schwager- oder Levirats-Ehe, siehe 5. Mose 25: 5-10). Jetzt wusste Onan, dass die Kinder “nicht von ihm sein würden”. Als er mit der Frau seines Bruders lebte, schüttete er seinen Samen zu Boden, um seinem Bruder keine Kinder zu geben. Dies erregte Unmut in den Augen von Haschem. Er ließ ihn auch sterben.

Raschi leitet aus den ähnlichen Äußerungen des Missfallen und aus dem Satz “und er ließ ihn auch sterben” ab, dass Er´ und Onan aus demselben Grund gestorben sind, nämlich der Verschwendung von Samen. Warum hatte Er´ seinen Samen verschwendet? Damit Tamar nicht schwanger würde, was ihre Schönheit beeinträchtigen würde (siehe Raschi 38: 7). Dann sagte Jehuda zu Tamar: Bleib als Witwe im Haus deines Vaters, bis Schela erwachsen ist. Jehuda sagte sich jedoch, “dass er (Schela) nicht wie seine Brüder sterben wird.” Raschi (38:11) erklärt: “Jehuda sandte Tamar mit einem ???kluitje???Klumpen??? ins Schilf, weil es nicht seine Absicht war, sie mit Schela zu heiraten.”

Jehudas Frau starb und er ging nach Timna. Als Tamar erfuhr, dass ihr Schwiegervater nach Timma fahren würde, zog sie ihre Witwerschaft ab und setzte sich an den Eingang von Enaim, der auf dem Weg nach Timna ist. Sie hatte gesehen, dass Schela erwachsen geworden war und sie nicht als Frau bekommen hatte.

Jehuda sah sie und dachte, sie sei eine buhlende Frau. Er drehte sich zu ihr um und sagte: “Ich möchte zu dir kommen, (weil er nicht wusste, dass es seine Schwiegertochter ist).”

Für viele herrscht der Gedanke vor, dass Jehuda damit eine große Sünde begangen hat. Es wird als “schön” angesehen, dass die Tora auch die Fehler der Gründer und Führer unseres Volkes beschreibt. Aber hat Jehuda tatsächlich einen Verstoß gegen Tamar begangen, das dem Noach-Gesetz oder dem Tora-Gesetz entspricht?

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Written by Dajan Raphael Evers

Oberrabbiner von Düsseldorf /Dajan des Europäischen Beit Din's

Bekannt für seine enzyklopädischen Kenntnisse in fast allen Bereichen des Judentums. Ist ein Mitglied in CER (Konferenz der europäischen Rabbiner) sowie im europäischen Beit Din.

Hat mehrere Bücher geschrieben. Darunter: „Talmudisches Denken“, „Die Echte Torah“, „Schaatnes Gesetze“.

Im Moment widmet sich dem Ziel das jüdische Leben in Düsseldorf wieder aufzubauen.

Sprachen: Holländisch, Yiddisch, Hebräisch, Englisch, Deutsch

(Foto gemacht von: J. Feldmann)

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