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Warum ist (Tier)Blut im Judentum verboten?

Auch Tiere haben eine Seele
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Adam, dem ersten Menschen und seinen Nachkommen war der Verzehr von Fleisch zunächst verboten und sie ernährten sich nur von vegetarischen Speisen.

Doch nach der Sintflut erlaubte es G´tt, Noach und seinen Nachkommen, Tiere zu schächten, um sie zu essen (siehe Artikel “Vegetarismus im Judentum” warum es sich geändert hat). Doch vor dem Essen bzw. Kochen muss man das Tier zuerst ausbluten lassen und das Fleisch anschließend salzen, bevor es weiterverarbeitet werden darf.

Grund für diese Prozedur ist das Verbot Blut zu essen, wie es in unserem Wochenabschnitt Kedoschim geschrieben steht. Als Begründung für dieses Verbot gibt die Tora an, dass sich die Seele des Tieres im Blut befindet und deswegen nicht gegessen werden darf.

Von welcher Seele ist hier die Rede und warum ist es deswegen für den Menschen ungeeignet?

Der Ramban (Nachmanides) gibt dafür zwei Erklärungen (vereinfacht):

1)  Jede Art von physischer Materie braucht einen spirituellen „Geist“, welcher als Lebensquelle dient und ihr die nötige Energie zum Leben gibt, um lebendig zu sein. Umso komplizierter der physische Teil, desto hoher und komplexer ist die Seele. Der Mensch ist die einzige Schöpfung mit Gefühlen und Emotionen und verfügt über einen brillanten Verstand. Er ist die „Krone der Schöpfung“ und benötigt dafür die höchste Seele. Danach kommt die weniger komplexe Seele der Tiere, welche von Instinkten getrieben werden.

Die Seele der Pflanzen ist die einfachste Seele, weil Pflanzen eine sehr einfache Lebensform sind. Bei Tieren befindet sich diese spirituelle Kraft im Blut, welches im ganzen Körper zirkuliert und die nötige Lebensenergie im ganzen Körper verteilt. Weil diese „tierische“ Seele ebenfalls relativ komplex ist und der menschlichen ähnelt, so ist es nicht angebracht, dass der Mensch diese essen soll. Die Vegetarier sind der Ansicht, dass es keinen grundlegenden Unterschied zwischen Tieren und Menschen gibt und „Zweibeiner“ kein Recht haben Vierbeiner zu essen. Im Judentum ist der Verzehr von Fleisch seit Noach erlaubt und die Devise der Vegetarier beschränkt sich bei uns nur auf den Verzehr von Blut, welches die Seele des Tieres beheimatet.

2)  Wie schon erwähnt, ist das Tier nur dank der „tierischen“ Seele am Leben. Somit sind alle tierischen Instinkte, auf diese Seele zurückzuführen, denn ohne diese Seele wäre das nur Tier nichts weiter als ein Stück Fleisch. Wenn ein Mensch (tierisches) Blut isst, dann verinnerlicht er diese tierischen Instinkte und wird von ihnen beeinflusst. Um den edlen Charakter des Menschen zu schützen, hat die Tora den Verzehr von Blut verboten.

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Written by Rav Dovid Gernetz

Der Autor wurde in Dnepropetrowsk, Ukraine geboren und ist in Berlin, Deutschland aufgewachsen. Er studierte zwei Jahre in einer Yeshiva in Zürich, Schweiz und anschließend zwei Jahre in einer Yeshiva in Gateshead, England. Seit seiner Hochzeit lebt er in Telz Stone in Israel.
Der Autor ist Vertreter von Imrey Deutschland e.V und verantwortlich für diese Website. Außerdem gibt er wöchentlich den Judentum.Online-Newsletter heraus und veröffentlicht zahlreiche Beiträge zu Themen rund ums Judentum.

Sprachen: Russisch, Deutsch, Englisch, Hebräisch

Für Heiligkeit sind ein gutes Umfeld und inspirierende Eltern erforderlich - Parascha Achare Mot-Kedoschim

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