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Wer war der erste Jude?

Jüdisches Volk
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Mit dieser Frage haben sich verschiedene jüdische Gelehrten (zum Beispiel Rabbi Yehuda Rosanes, 1657-1727 in seinem Werk Paraschat Derachim und Rabbi Yosef Engel, 1858-1920 im Werk Beit HaOzar) ausführlich beschäftigt und wie es aussieht, gibt es (wie oft im Judentum) keine einheitliche und eindeutige Antwort. Es scheint, dass es eine Meinungsverschiedenheit zwischen den Rischonim (Gelehrten des frühen und späten Mittelalters) und möglicherweise sogar der Tannaim (Lehrer der mischnaischen Zeit) ist:

Der Ramban (Nachmanides, 1194-1270) bringt in seinem Kommentar zum Pentateuch (Vaikra 24:10) die Meinung der “Französischen Gelehrten”  (Bezeichnung für die Gelehrten des Mittelalters aus Frankreich und Deutschland), dass die Vorväter keine Juden waren und die “Söhne Yakovs” erst am Berg Sinai mit dem Erhalt der Tora zum jüdischen Volk wurden. 

Der Ramban widerspricht ihnen und ist der Ansicht, dass Awraham mit seiner Beschneidung (siehe Bereschit ) im Alter von 99 Jahren zum Juden wurde. Er stützt sich auf den Talmud (Kidduschin 18a), wo Eisav als abtrünniger Jude bezeichnet wird, obwohl die Offenbarung am Berg Sinai zu dem Zeitpunkt noch nicht stattgefunden hatte.

Der Re”m (Rabbi Elya Mizrachi, 1455-1526) scheint die Meinung der “Französischen Gelehrten” zu teilen, denn in seinem Werk Sefer HaMizrchi zu Raschis Kommentar auf den Pentateuch schreibt er (Schmot 4:24), dass die Vorväter keine Juden waren. Dies ist auch die Meinung von Raschi (Rabbi Schlomo Yizchaki, 1040-1105) selbst, wie er sie in einigen Stellen in seinem Kommentar zum Talmud (siehe Yawamot 46a und Sanhedrin 82a) preisgibt.

Wie können die “Französischen Gelehrten”, Raschi und der Re”M dem Talmud widersprechen, welcher offensichtlich die Meinung des Rambans bestätigt? 

Anscheinend stützen sich diese Gelehrten auf den Medrasch (Schmot Rabba 1:28), aus welchem deutlich wird, dass die Vorväter keine Juden waren und die “Söhne Israels” diesen Status erst mit dem Erhalt der Tora erhielten, so wie es die “Französischen Gelehrten”, Raschi und der Re”M sagen.

Jedoch muss noch erwähnt werden, dass alle damit einverstanden sind, dass die Vorväter die gesamte Tora erfüllten, auch wenn sie keine Juden waren. So steht es im Talmud (Yoma 25b), dass die Vorväter die Tora bis ins kleinste Detail befolgten und sogar die rabbinischen Ge-und Verbote.

Woher kannten die Vorväter die Gesetze der Tora, noch bevor sie dem jüdischen Volk am Berg Sinai gegeben wurden und umso mehr die rabbinischen “Gzerot” (Bezeichnung für die Gesetze, welche von den jüdischen Weisen festgelegt wurden, um vor dem Übertritt eines Verbotes aus der Tora zu schützen), welche erst viel später von den jüdischen Weisen eingeführt worden sind? 

Der Chafez Chaim (Rabbi Israel Meir Kagan, 1839-1933) schreibt in seinem Werk Ahawat Chessed, dass die Vorväter allesamt Propheten waren und die Tora mit Hilfe der Prophetie erfasst hatten, sodass sie auf die Art und Weise die Gesetze noch vor Erhalt der Tora befolgen konnten.

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FEHLER: Entschuldigung, der Menschlichkeitsnachweis ist fehlgeschlagen.

Written by Rav Dovid Gernetz

Der Autor wurde in Dnepropetrowsk, Ukraine geboren und ist in Berlin, Deutschland aufgewachsen. Er studierte zwei Jahre in einer Yeshiva in Zürich, Schweiz und anschließend zwei Jahre in einer Yeshiva in Gateshead, England. Seit seiner Hochzeit lebt er in Telz Stone in Israel.
Der Autor ist Vertreter von Imrey Deutschland e.V und verantwortlich für diese Website. Außerdem gibt er wöchentlich den Judentum.Online-Newsletter heraus und veröffentlicht zahlreiche Beiträge zu Themen rund ums Judentum.

Sprachen: Russisch, Deutsch, Englisch, Hebräisch

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