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Wie selbstlos kann man sein? – Parascha Wajischlach

Das Beispiel der Selbstlosigkeit
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Zum Ende unserer Parascha berichtet die Tora, dass Rachel Komplikationen bei der Geburt Binjanims hatte und infolgedessen starb. Die Tora fügt hinzu, dass kurz bevor Rachel starb, die Hebamme sie beruhigte, dass sie sich nicht fürchten soll, denn das Kind sei nicht gefährdet.

Dieses Detail scheint überflüssig zu sein, denn was für einen Unterschied macht es schon, was ihr die Hebamme während der Geburt sagte?

Der Malbim erklärt, dass uns die Tora zeigen will, wie selbstlos Rachel, unsere Stammmutter, gewesen ist.  Obwohl sie selbst auf der Schwelle des Todes steht, sorgt sie sich nicht um ihr eigenes Wohlergehen, sondern um das Wohl ihres Kindes. Solange das Kind geboren werden kann und nicht gefährdet ist, fürchtet sich Rachel nicht mehr, auch wenn es sie das Leben kostet.

Diese Eigenschaft der Selbstlosigkeit hatte Rachel schon viele Jahre zuvor bewiesen, als sie die, mit Yakov vereinbarten, Zeichen ihrer Schwester Lea verriet, um diese nicht zu beschämen. Man muss bedenken, dass sie nicht wusste, dass Yakov sie ebenfalls heiraten würde (alle Kommentatoren sind damit beschäftigt zu erklären, wie Yakov letztendlich zwei Schwestern heiraten konnte)! Sie war bereit, alles aufzugeben, nur um die Ehre ihrer Schwester zu retten. Eventuell würde das für sie bedeuten, Eisavs Frau werden zu müssen, denn so war es geplant, die beiden Söhne Yizchaks mit den beiden Töchtern Lavans zu vermählen. Sie dachte niemals an sich und sorgte sich stets um den Anderen.  Sie war bereit ihr Glück und schlussendlich auch ihr Leben für ihren Mitmenschen aufzuopfern.

Aber diese Charaktereigenschaft zahlt sich aus: Im Medrasch wird berichtet, dass nachdem der Erste Tempel zerstört und das jüdische Volk ins Exil vertrieben wurde, alle Stammväter und Stammmütter versuchten, Haschem zu überreden Erbarmen mit dem jüdischen Volk zu haben und sie zurückzubringen.Niemand schaffte es, bis Rachel an die Reihe kam und ihre Selbstlosigkeit erwähnte. Nur dank diesem selbstlosen Akt, war Haschem bereit, uns aus dem Exil zu erlösen (siehe Yirmijahu 31, 14)

Auch die Erlösung, auf welche wir so ungeduldig warten, wird im Verdienst Rachels sein. במהרה ימנו, אמן

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Written by Rav Dovid Gernetz

Der Autor wurde in Dnepropetrowsk, Ukraine geboren und ist in Berlin, Deutschland aufgewachsen. Er studierte zwei Jahre in einer Yeshiva in Zürich, Schweiz und anschließend zwei Jahre in einer Yeshiva in Gateshead, England. Seit seiner Hochzeit lebt er in Telz Stone in Israel.
Der Autor ist Vertreter von Imrey Deutschland e.V und verantwortlich für diese Website. Außerdem gibt er wöchentlich den Judentum.Online-Newsletter heraus und veröffentlicht zahlreiche Beiträge zu Themen rund ums Judentum.

Sprachen: Russisch, Deutsch, Englisch, Hebräisch

Man muss kein großer Gelehrter oder mitreißender Redner sein

Jeder kann anderen helfen! – Parascha Wajischlach

CHANUKKA: WIE EINE KLEINE, ENTSCHLOSSENE GRUPPE MIT EINER ÜBERMACHT UMGEHEN KANN

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