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Warum sind wir nach Yom Kippur keine Engel mehr?

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Am Yom Kippur Abend haben wir alle nach dem Schma Israel laut ברוך שם כבוד מלבותו לעולם ועד (Gelobt sei die Ehre Seines Königtums in alle Ewigkeit) geschrien, obwohl wir es im Laufe des Jahres leise sagen.

Aus welchem Grund wird es am Yom Kippur laut gesagt?

Der Ursprung dieser Phase stammt von den Engeln, welche G´tt auf diese Art und Weise preisen, so wie es vom Propheten Yeschajahu beobachtet wurde. Während des Jahres können wir nicht behaupten den Engeln zu gleichen, sodass wir es leise sagen. Aber am Yom Kippur enthalten wir uns von allen menschlichen Tätigkeiten und gleichen vollkommen den Engeln (eigentlich sind wir am Yom Kippur noch höher als die Engel, weil wir es gewollt tun und nicht so erschaffen wurden). Deswegen dürfen wir ברוך שם כבוד מלבותו לעולם ועד laut sagen, so wie es die Engel machen.

Viele fragen sich, warum sagen wir es im Maariv (Abendgebet) nach Yom Kippur wieder leise sagen? Wenn wir es am Anfang von Yom Kippur laut sagen, obwohl wir gerade erst ein ganzes Festmahl gegessen haben, sollten wir es nicht umso mehr am Ende von Yom Kippur, nach einem ganzen Tag des Fastens und Betens, sagen?

Die Antwort ist, dass alles davon abhängt wo die Gedanken des Menschen sind. Am Abend von Yom Kippur, obwohl wir gerade gegessen haben, gleichen wir den Engeln mehr, weil unsere Gedanken auf den folgenden Tag des Gebets und Fastens fokussiert sind. Im Gebet nach Yom Kippur, obwohl wir gerade den ganzen Tag gebetet und gefastet haben, haben wir nicht mehr dieses hohe Niveau, weil unsere Gedanken auf das kommende Essen konzentriert sind.

Der Grund dessen ist, dass die Gedanken des Menschen ihn definieren, wo er sich befindet bzw. befinden möchte. Ein Mensch kann ein Sünder sein, aber falls er daran (ernsthaft) denkt, sich zu ändern, ist er jetzt schon eine andere Person, noch bevor er technisch damit angefangen hat. Genauso im Gegenteil ein Mensch kann auf einem hohen Niveau gewesen sein, aber falls seine Gedanken seinem Niveau nicht entsprechen, wird er langsam, langsam fallen und auf das Level seiner Gedanken sinken.  

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Written by Rav Dovid Gernetz

Der Autor wurde in Dnepropetrowsk, Ukraine geboren und ist in Berlin, Deutschland aufgewachsen. Er studierte zwei Jahre in einer Yeshiva in Zürich, Schweiz und anschließend zwei Jahre in einer Yeshiva in Gateshead, England. Seit seiner Hochzeit lebt er in Telz Stone in Israel.
Der Autor ist Vertreter von Imrey Deutschland e.V und verantwortlich für diese Website. Außerdem gibt er wöchentlich den Judentum.Online-Newsletter heraus und veröffentlicht zahlreiche Beiträge zu Themen rund ums Judentum.

Sprachen: Russisch, Deutsch, Englisch, Hebräisch

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