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Diskussion mit dem Jüdischen Gelehrten – Teil VI

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Zugänglichkeit und Exklusivität

Ben Noach: Ich finde das Judentum nicht zugänglich. Ich erkenne kein Bedürfnis unter den Juden an anderen, an dem Glück des Lebens teilzuhaben, das in den heiligen Texten vom Tanach zum Ausdruck kommt. Es ist schwer, jüdisch zu werden.

Rabbi: Sie müssen nicht jüdisch werden, um jüdisch zu leben. Man kann die noachidische Lehre direkt akzeptieren und praktizieren. Durch die Erfüllung der noachidischen Gebote betritt man den Himmel.

Wir sind in der Tat nicht evangelisch. Wir wollen anderen nicht unseren Glauben aufzwingen. Wir machen keine Missionierung. Wir gehen nicht davon aus, dass das, was für uns gut ist (die 613-Mizwot), auch für alle gut ist. Wenn jemand jüdisch werden will, ist dies möglich, wenn er oder sie die Regeln und Ideen gelernt und kennt, alles praktiziert und alles umsetzt und auch “kultiviert” ist, in die Gruppe aufgenommen und integriert wird.

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Ben Noach: Das Judentum macht einen elitären Eindruck, gerade wegen dieser Haltung des “Judentums ist eigentlich nur für uns”. Das Christentum ist viel offener und weniger exklusiv!

Rabbi: Judentum ist viel universeller, weil wir davon ausgehen, dass Sie nicht jüdisch werden müssen, um G-tt zu dienen. Der Glaube an G-tt, die Einhaltung der sieben noachidischen Gebote, die heute in fast jeder Zivilisation bekannt sind, und humanitäre Aktionen sind die Eintrittskarte für das Olam haba, das Jenseits. Ich glaube eher, dass das Christentum unter anderem ausschließt: “Wer ein Gläubiger geworden ist und getauft wurde, wird errettet werden, aber wer kein Gläubiger geworden ist, wird verdammt sein.” (Mk 16,16) steht im Neuen Testament, nicht im hebräischen Tanach. Und was halten Sie von folgender Aussage: “Wer an den Sohn glaubt, hat ewiges Leben; wer aber nicht an ihn glaubt, wird das Leben nicht sehen, sondern der Zorn G’ttes bleibt für immer bei ihm “(Johannes 3:36).

Wenn man gerettet werden will, muss man an das Christentum glauben. Nach dem Islam gilt dasselbe: Nur Anhänger des Propheten betreten das Paradies. Wir fordern nicht, dass man an das Judentum glauben muss, um gerettet zu werden und um in den Himmel zu kommen.

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