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VIER LEHREN AUS BEHAALOTECHA – Parascha Behaalotecha

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VIER LEHREN AUS BEHAALOTECHA

Vier Lehren ziehen wir aus der Parascha Behaalotecha.

Trost für Aharon

 Vergangene Woche – in Nasso – wurde beschrieben, wie die Nesi’im (die Anführer) der Stämme den Mischkan (das Heiligtum) durch ihre Opfergaben einweihten.

EIN Nasi musste zuschauen. Dieser war Aharon, der Anführer des Stammes Levi, der zur Einweihung keine Opfergaben darbrachte. Der Stamm Levi durfte sich nicht beteiligen. Aharon dachte, dass G“tt ihm die Sünde des Goldenen Kalbes noch nicht verziehen hatte. Der Stamm Levi war in der Minderheit. Aber G“tt hatte ihn für eine andere ehrenvolle Aufgabe vorgesehen. Er würde die Mitzwa der Menoravorbereitung erhalten.

 G“tt tröstete Aharon: „Sei nicht traurig! Für dich habe ich eine Mitzwa, die größer als alle anderen Opferleistungen ist. Deine Urenkelkinder, die Makkabäer, werden das Chanukkafest für die Ewigkeit einführen, während die Chanukka (die Einweihung) durch die Stammesvorsteher lediglich eine EINMALIGE Angelegenheit ist“.

Die Tatsache, dass Aharon es als eine Zurücksetzung empfand, sich nicht an einer Mitzwa beteiligen zu dürfen, ist schon an und für sich herausragend! Wir sollten die Mitzwot, die uns begegnen, nicht verpassen!

 

Die drei Stufen vor der Menora

Die drei Stufen vor der Menora lehren auch eine Lektion. Mosche verstand eigentlich nicht, weshalb eine Menora (ein Leuchter) im Tempel erforderlich sei. Jedes Mal, als er das Tabernakel betrat, sah er ein großes spirituelles Licht. G“tt benötigt unser Licht eigentlich nicht. ER ist das Licht der Welt.

 Weshalb mussten wir dann doch eine Menora anzünden? Da das Einzige, was zählt, unsere Bereitschaft ist, die Gebote G“ttes zu befolgen. G“tt möchte unser Empfinden, unser Gefühl! Obwohl wir diese immer in Taten umsetzen müssen (das Judentum ist eine Religion des Tuns) handelt es sich um Gefühle UND Taten! Um wirklich „leuchtende“ Mitzwot zu erzeugen, müssen wir den Weg über unsere tiefsten Gefühle gehen. Vor der Menora befand sich eine Erhöhung von drei Stufen. Bevor Aharon die Menora entzündete, musste er auf dieser Erhöhung stehen.

 In den Pirkei Avot, den Sprüchen der Väter (4:21) steht, dass „Eifersucht, Leidenschaft und der Drang, Ehre einzuheimsen, den Menschen aus dieser Welt vertreiben können“. Die Thora lehrt uns, dass, wenn wir das Licht der Thora verbreiten möchten, wir unsere Missgunst, unser Wunsch um Anerkennung und unser Streben nach Ehre, überwinden sollten.

 

Die wegweisende Wolke

 Die dritte Lektion ist die, der wegweisenden Wolke. Die Juden in der Wüste folgten G“ttes Wolke. Da es nie möglich war vorherzusagen , wie lange man an einem bestimmten Platz bleiben würde, bedeutete jeder Halt der Wolke, dass man auspacken musste; verbunden mit dem Risiko, dass man am nächsten Tag wieder einpacken und weiter ziehen müsse. Dieses Reisen war eine harte Probe. War das jüdische Volk dazu bereit, G“tt überall hin zu folgen? Manchmal wollte es, an einem prächtigen Ort angelangt, viel länger verweilen. Und von einem nicht einladenden, unwirtlichen Ort wollte es viel schneller weg. Die Thora ist eine ewige Lehre. Sie lehrt uns, dass wir nicht immer wissen, wohin unsere Galut (unser Exil, unsere Verbannung) uns führt.

 

Das Warten von Mirjam

 Von Mirjam lernen wir die vierte Lektion: ein Dankeschön lässt manchmal lange auf sich warten. Am Ende der Sidra (Parascha) wird Mirjam aussätzig, da sie– übrigens positiv – ihren Bruder Mosche kritisierte. Mirjam musste sieben Tage lang außerhalb des Lagers verbringen, aber das gesamte Volk wartete auf sie, bis sie wieder genesen war.

Dies war ihre Belohnung, da sie in früheren Zeiten oft ein Stündchen bei ihrem Bruder Mosche, der in einem Binsenkorb in den Nil gelegt wurde, die Wache hielt.

Weshalb wurde sie erst jetzt belohnt? Da G“tt  Mirjam, nach ihren Klagen, bewusst machte, was für ein besonderer Mensch Mosche sei: “In meinem ganzen Haus ist er vertraut“ (12:7).

Erst jetzt werden wir uns bewusst, wer und wie Mosche eigentlich war. G“tt selber bezeugte, dass niemand jemals das Niveau von Mosche erreichen würde. Ihr Wachen, vor achtzig Jahren, zeigte sich jetzt von großer nationaler Wichtigkeit!  

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Written by Dajan Raphael Evers

Oberrabbiner von Düsseldorf /Dajan des Europäischen Beit Din's

Bekannt für seine enzyklopädischen Kenntnisse in fast allen Bereichen des Judentums. Ist ein Mitglied in CER (Konferenz der europäischen Rabbiner) sowie im europäischen Beit Din.

Hat mehrere Bücher geschrieben. Darunter: „Talmudisches Denken“, „Die Echte Torah“, „Schaatnes Gesetze“.

Im Moment widmet sich dem Ziel das jüdische Leben in Düsseldorf wieder aufzubauen.

Sprachen: Holländisch, Yiddisch, Hebräisch, Englisch, Deutsch

(Foto gemacht von: J. Feldmann)

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